EM 2016 – eine Anleitung zum Besserwissen

Damit du genauso nervig herumlabern kannst, wie alle anderen Fußballfans, eilen wir dir zur Hilfe. Denn nichts ist schöner, als in einer Runde von (vermeintlichen) Fußball-Profis endlich auch mal zu Wort zu kommen. Und dann mit dem eigenen Wissen prahlen zu können. Die wichtigsten Infos zum Besserwissen findest du nun also hier:

Fußball Informationen – Facts zur EM 2016

Frankreich als Gastgeber

Für die Meisterschaften können Bewerbungen abgegeben werden, und die Auswahl ist aufgeteilt in drei Schritte. Startete das Prozedere mit 7 Bewerbungen, haben es sich einige Länder ihre Entscheidung allerdings noch einmal anders überlegt: Schottland und Wales zogen ihre gemeinsame Bewerbung zurück, Schweden und Norwegen verzichteten aus Kostengründen auf ihre Kandidatur. Am Ende waren in der ersten Abstimmungsrunde nur Frankreich, die Türkei und Italien vertreten, wovon nur die ersten beiden übrig blieben. Frankreich setzte sich schließlich mit einer Stimme Vorsprung gegen die Türkei durch.

EM 2016Erstes Mal

Rund 20% der Mannschaften dieses Jahr spielen das erste Mal in einer EM-Endrunde: die Slowakei, Albanien, Island, Wales und Nordirland feiern also quasi eine Premiere. Auch für die Österreicher und die Ukraine ist es ein erstes Mal auf Endrunden-Rasen – sie waren jedoch für die EM 2008 bzw. 2012 schon als Gastgeber im EM-Fieber.

Ärger in Lille

Denn für die Spiele müssen neun Stadien und drei Ersatztagungsorte gestellt werden, die bestimmte Kriterien bezüglich der freien Plätze erfüllen müssen. Die geplanten Bauarbeiten bei Lyon, in Nizza und in Villeneuve-d’Ascq bei Lille wurden jedoch von den Bewohnern nicht einfach so hingenommen. Die betroffenen Gemeinden und Bewohner wehrten sich jahrelang und blockierten die Bauarbeiten durch rechtliche Schritte, wie beispielsweise Nachbarschaftsklagen. Das „nationale Interesse“ ist aber scheinbar durchsetzungsfähiger als die Proteste. Auch Aufstände gegen die Arbeitsmarktreform und unbefristete Bahnstreiks sollen dem Fußballtaumel nicht in die Quere kommen – und mit einiger Verzögerung wurden die Stadien fertiggestellt.

EM-Modus: double

Es gibt einen neuen EM-Modus: Es wird nun in sechs Gruppen á vier Teilnehmer gespielt. Gab es zur ersten EM nur acht und dann `96 sechzehn Länderteams, spielen 2012 vierundzwanzig Mannschaften. Die Gruppenersten und -zweiten qualifizieren sich für das Achtelfinale, ab da gilt das K.O.-System. Statt bisher nur 31 Spiele, können die Zuschauer dieses Jahr bei 51 Spielen bibbern! Das verlängert die Finalphase, es kann also eine Woche länger mitgefiebert werden!

Super Victor

Der Name des Maskottchens wurde in einer Online-Abstimmung entschieden: Super Victor hat sich gegen Koalier und Driblou durchgesetzt. Zu Recht – das schöne Wortspiel aus dem französischen Namen Victor und dem Vokabel für Sieger ist auch international ganz gut verständlich.

Guetta in da House

David Guetta, allseits bekannt durch Hits in den örtlichen Großraumdiskotheken, aber auch mehrfach ausgezeichneter und extrem erfolgreicher House-DJ stellt den offiziellen EM-Song. Macht irgendwie auch Sinn, denn Pierre David Guten ist in Paris geboren und hat sich auch was tolles überlegt: Sein Song soll untermalt sein von einem Chor aus Fußballfans – jeder soll seine Stimme aufnehmen und über eine App einschicken können. Das Lied heiß This One’s For You und wird uns hoffentlich in euphorische Stimmung versetzen – wir werden es schließlich wahrscheinlich täglich drei Mal im Radio/beim Bäcker/am Strand hören müssen. Eine Besonderheit: Guetta stellt den kompletten EM-Soundtrack, die Torhymne und die Einlaufmelodie für die Mannschaften.

Tickets

Wie das bei Turnieren so ist, kann man im Vorhinein nie sicher sagen, wer denn ganz zum Schluss stehen bleibt. Fans können jedoch nicht erst Tickets kaufen, wenn sie wissen, ob ihr Lieblingsteam denn auch überhaupt spielt. Sie müssen das Risiko eingehen, für das Achtelfinale und alle folgenden Spiele die Tickets „blind“ zu erstehen – das ist auch so gewollt von der UEFA. Denn so geht die UEFA niemals leer aus, es gibt genug Leute und Unternehmen, die optimistisch alle Tickets wegkaufen.
Es gab insgesamt 800.000 Karten für 51 Spiele in Frankreich – mit einer ordentlichen Preisspanne. Für die Vorrunde konnte man noch Tickets für 25 Euro ergattern, fürs Finale müssen allerdings stolze 900 Euro locker gemacht werden! Der offizielle Verkauf der UEFA ist schon seit Februar beendet. Wer aber erstmal gucken will, wie weit denn das favorisierte Team kommt oder bei dem regulären Verkauft leer ausgegangen ist, hat noch Chancen: Für Spätzünder ist es seit Mai 2016 möglich, sich auf Tickets auf dem sicheren Online-Zweitmarkt zu bewerben.

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Foto: Yuri Turkov / Shutterstock.com

Stade de France

Das Finale findet in dem Stadion in Saint Denis statt, ein geschichtsträchtiger Ort und auch irgendwie ein Talisman – für Frankreich zumindest. Eröffnet wurde das Stadion `98 bei einem Freundschaftsspiel zwischen Frankreich und Spanien, welches durch Zinèdine Zidane durch das erste Tor in diesem Stadion mit einem 1:0 für Frankreich entschieden wurde. Im Stade de France eroberte die französische Nationalelf im gleichen Jahr auch die Weltmeisterschaft: beim Elfmeter gewann sie gegen Italien, qualifizierte sie sich gegen Kroatien für das Finale und gewannen! Ein 3:0 wurde den Franzosen in diesem Stadion gegen Brasilien möglich, die Fußballnation im Freudenrausch. Ob es dieses Jahr so weitergeht? Bisher ist die Statistik optimistisch: die Nationalmannschaft Frankreichs hat hier von 75 Spielen nur elf Mal verloren…

Oh, Cristiano

Wen hätte es denn wirklich überrascht: Auf dem Topform-Barometer der UEFA wird die Spielerform aller Teilnehmer aufgezeichnet, und Statistiken aus der EM-Qualifikation werden als Basis für eine Einschätzung der Spielform genutzt. Wer zurzeit unangefochten ganz oben ist? Ronaldo für Portugal.

Feiert die Multiethnizität!

Im Vorhinein gibt es ja immer wieder Diskussionen, ob nun am Stammtisch oder bei den Sitznachbarn im Bus. Immer mehr Spieler mit Migrationshintergrund schaffen es durch ihre herausragenden Leistungen in die Nationalmannschaften der Welt. In Deutschland war tatsächlich die WM 1998 das letzte Mal, als eine deutsche Nationalelf auf Spieler ohne Migrationshintergrund war. Mesut Özil, Jèrôme Boateng, Sami Khediras – um nur einige zu nennen – bringen die Mannschaft immer weiter nach vorne. Fun Fact: Ein Spieler mit Migrationshintergrund hat für die Nationalmannschaft im Elfmeterschießen noch nie verschossen. Mehr davon gibt es bei der rp-online.

Sophia
Die Räubertochter

Sophia taumelt zwischen Konzerten, Flohmärkten und Versuchspersonenstunden hin und her und versucht das Leben im Zaum zu halten – oder vielleicht ist es auch andersherum. Wenn sie nicht in Psychologie-Vorlesungen sitzt, treibt sie meist Unfug mit Texten, Musik oder FreundInnen und will Sachen machen. Die überzeugte Vegetarierin und selbsterklärte Ästhetikerin ist auf der Suche nach dem Besonderen im Leben und versucht uns mit Ideen, Tipps und Inspiration bei Laune zu halten.

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