Hybrid Food in Deutschland

Sind wir bereit für den Hype?

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Ob es nun um Geschäftskonzepte für Start-ups oder Essen geht – Amerika dient Deutschland in sämtlichen Belangen als Vorbild. Konzepte werden übernommen und gegebenenfalls an die hiesige Bevölkerung angepasst. Einfaches Kopieren reicht jedoch nicht. Oft sind die Deutschen noch nicht bereit für das, was in den Staaten Hysterie auslöst. Wir ticken eben doch ein wenig anders.

Streetfood gleich Hybrid Food

Wenn du es darauf abgesehen hast, Hybrid Food zu probieren, dann seien dir Streetfoodmärkte ans Herz gelegt. Ein Besuch auf diesen ist fast ein wenig wie Ostern. Stell dir vor, du bist in Mutters Garten und suchst nach Ostereiern, die in diesem Fall Hybrid Food sind.

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© Instagram

Beim Streetfood Tuesday in Berlins Markthalle Neun treffen sich regelmäßig unterschiedlichste Menschen, die eines vereint: ihre Leidenschaft für Essen. Jeder möchte die neuesten Kreationen probieren, von denen nicht wenige nach einem amerikanischen Vorbild zubereitet wurden. So war auch schon der Ramen Burger vertreten – mit Gorgonzola und roter Beete.

Doch so wirklich die Runde haben bislang weder die entsprechenden Veranstaltungen, noch das Hybrid Food an sich gemacht. Allein die Bezeichnung Hybrid Food ist nicht wirklich gebräuchlich – wir fassen einfach sämtliche Kreationen unter dem Begriff Streetfood zusammen. Viele wissen von den Streetfood Events, aber von einem Hype, wie jenen in den Staaten, sind wir noch weit entfernt. Ausschließlich jene, die sich intensiv mit der Essenskultur beschäftigen, wissen was Hybrid Food ist.

Das liegt unter anderem daran, dass Plattformen wie Instagram in Deutschland bei weitem nicht so exzessiv genutzt werden, wie in den Staaten. So fällt ein wichtiges Marketinginstrument weg und die Kreationen verbreiten sich nicht wie von selbst. Bestimmtes Essen spricht sich eher rum – durch Mundpropaganda oder verschiedene Food Blogs. Der Hype bleibt dennoch aus. Einfach deshalb, weil es an der extremen Begeisterung für neues Essen fehlt. Wir sind glücklich mit dem, was wir kennen und lechzen nicht permanent nach Neuem.

Das soll jedoch nicht heißen, dass wir neue Kreationen nicht mit offenen Armen empfangen, wenn sie es schaffen, bis zu uns durchzudringen. Mit der Zeit wird auch Hybrid Food Bekanntheit erlangen und wir alle werden die deutsche Interpretation davon probieren.

Croliner, das Hybrid Food Deutschlands – oder auch nicht

Erfunden wurde es schon, das erste Hybrid Food Deutschlands. Croliner nennt es sich und vereint das Croissant mit dem altbekannten Berliner. Der mdr betitelt Christian Senff, Koch des Jahres 2015, als den Erfinder des Hybrid Foods, und auch er selbst bestätigt dies. 2014 will er den Croliner erfunden haben, genauere Angaben kann er wegen eines Rechtsstreits mit Nestlé Schöller nicht machen. Auch der Hersteller vertreibt Croliner, ein Produkt, das Senff kreiert haben will – unter dem gleichen Namen. Die Ursprünge des Croliners reichen jedoch etwas weiter zurück: Bereits 2013 posteten die Amis eifrig Fotos des Croliners auf Instagram und Co.

Vosen’s Bread Paradise – die Geburtsstätte des Croliners

vosens-bread-paradise-crolinerAls Antwort auf den Cronut kreierte die deutsche Bäckerei Vosen’s Bread Paradise in Salt Lake City bereits ein Jahr vor der angeblichen Erfindung von Senff den Croliner. Dieser erinnert optisch jedoch eher an den Cronut selbst. Lediglich die Füllung unterscheidet ihn von Ansels Hybrid Food – ganz nach deutscher Berliner-Manier kommt Konfitüre hinein.

Senffs Croliner sieht da schon etwas mehr nach Berliner aus – die passende Version für die Deutschen. Leider können wir diesen nicht überall probieren. Aufgrund des mangelnden Marketings fehlt es schlicht an der Nachfrage. Ein Problem, das hoffentlich bald behoben wird.

In unserem ersten Teil geht es um den Cronut und die Entstehung des Hybrid Foods.
In Teil zwei stellen wir die erfolgreichsten Zwittersnacks vor.
Im dritten Teil erklären wir, wie man einen Hype um seine Kreation kreiert.

Claudi
Vielfraß

Essen, Reisen und Sport. Gutes und Gesundes. Regelmäßiges Reisen, möglichst ohne Tourist zu sein. Thaiboxen statt Yoga. Bewusster Konsum. Selbst hämmern und sägen. Und backen. Brutal ehrlich und ein fürchterlicher Klugsche*sser.

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