Seedballs selber machen

„Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja Du bist ’s!
Dich hab’ ich vernommen! “

(Eduard Mörike)

Blumenwiese

Achja, der Eduard, der hätte sich anno Achtzehnhundertirgendwas wohl auch nicht träumen lassen, dass er mit diesem bezaubernden Vers eines der bekanntesten Frühlingsgedichte der Literaturgeschichte raushauen wird.

Und wir, wir Menschenkinder der Gegenwart, wir erfreuen uns daran, dass die Tage langsam aber sicher wieder länger werden. Wir drücken unsere behandschuhten Däumchen und hoffen, dass der Wettergott Erbarmen mit uns haben mag, und uns statt Schnee und Eis bis Ende März einen baldigen Frühlingsanfang beschert, inklusive blauer Bänder, süßer Düfte und Veilchen satt.
Doch halt, Moment mal, Veilchen satt? Whuuut?!? Gibt’s das heutzutage denn noch, blühende Veilchenwiesen und knallrote Klatschmohnfelder und wogende Kornblumenköpfchen bis zum Horizont? Die Dorfkinder, Landeier, Landschaftsgärtner und Floristen unter uns nicken sicherlich gerade mit dem Kopf, allen anderen geht’s da vermutlich wie mir. Wo sind sie nur hin, die Blütenprachten? Nicht nur für die Optik sind Blumenwiesen im Innerstädtischen ein Augenschmaus, für unsere kleinen, honigproduzierenden Freunde sind sie lebensnotwendig und leider viel zu rar gesät, im wahrsten Sinne des Wortes.

Biene und Blume

Also, hurtig, hurtig, und nichts wie ran ans Werk! Der Frühling kommt und mit ihm die perfekte Jahreszeit, um dich, deine Familie und Nachbarn, die fleißigen Bienchen und vermutlich auch den ein oder anderen Passanten mit bunt blühenden Pflänzchen zu beglücken.

Neben Samentütchen aus dem Supermarkt, Blumenzwiebeln vom letzten Hollandurlaub und kleinen Setzlingen aus der Gärtnerei sind Seedballs eine fabelhafte Möglichkeit, Blumen unter die Menschen zu bringen. Einerseits wirst du, dank Matschen mit den bloßen Händen in Erde, Wasser und Lehm, dein inneres Kind sehr glücklich machen, denn das ist doch ein Zeitvertreib, dem wir Großstädter, wenn überhaupt, höchstens noch im Nordseeurlaub frönen. Gleichzeitig bastelst du dir kleine, kugelige Wundertüten – denn welche Samen du verarbeitest und was dabei am Ende keimt und zum Vorschein kommt, liegt dann doch mehr in den Händen von Mutter Natur als in deinen. Und, last but not least, steht Ostern quasi schon wieder vor der Tür, und die kleinen Seedballs eignen sich perfekt als Mitbringsel zum Osterbrunch.

Worauf wartest du noch?

Seedball DIY

seedballs_gerollt

Zutaten:

• 1 Teil Saatgut
• 3 Teile Lehm- oder Tonmehl
• 5 Teile Komposterde
• ca. 1 Teil Wasser
• große Schüssel

Zubereitung:

Alle trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und gleichmäßig vermischen. Vorsichtig, nach und nach, Wasser dazu geben und die Masse gründlich durchkneten. Eventuell noch etwas Wasser hinzu geben, bis eine gut formbare Konsistenz erreicht ist. Kleine Portionen abteilen und zu walnussgroßen Kugeln rollen. Jetzt werden die Seedballs zum Trocknen an einen sonnigen, luftigen Platz gelegt. Nach ungefähr zwei Tagen sind sie „fertig“ und einsatzbereit! Ob im Balkonkasten, Blumentopf, Schrebergarten oder der Verkehrsinsel vor deinem Haus, die kleinen Kugeln freuen sich darauf, zu keimen, Wurzeln zu schlagen und dich mit ihrer Blütenpracht zu verzaubern. Am besten steckst du sie zur Hälfte in die Erde und begießt sie erst einmal mit Wasser, damit sie sich wohl fühlen in ihrer neuen Umgebung.

Sibylle
Rotkäppchen

Hat einen Faible für schöne, unnütze Dinge – und ist somit bei Zitronenzauber zuständig für Deko und Interior, Lifestyle und ästhetisches Allerlei. Ihre andere große Leidenschaft: Essen. Also Essen essen. Und Essen machen. Und drüber schreiben. Yum. Geht immer: Bier, Käse und Schokolade. Flamingos. Überhaupt alles was Rot ist. Reisen. Riesenräder. Geht gar nicht: Bananen. Winter und kalt. Bananen. Und Bananen.

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