Nachbarschafts-Community: sharing is caring

Kauft du noch oder verleihst du schon?

Sharing Communities sind am aufsteigenden Ast – und Carsharing war nur der Anfang. Noch eine Stufe weiter geht das Ganze mit Seiten und Apps, bei denen es um das Stärken der Nachbarschafts-Community geht. Das Kennenlernen und Vernetzen der Nachbarn sowie das Teilen in der Nachbarschaft stehen auf der Agenda. Ob Mixer, Beamer oder Fahrrad, Leihen ist das neue Kaufen.

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Du willst nur einen Nagel in die Wand schlagen, hast aber keinen Hammer? Für den einen Kuchen, den du alle Jubeljahre bäckst, brauchst du einen Mixer? Die Glühbirne ist kaputt und du brauchst eine Leiter? Du merkst, das könnte ewig so weiter gehen. Und genau in diesen Ausnahmesituationen sind Nachbarn die heroischen Retter in der Not. Wenn man sie denn kennt. In Wien wussten meine Nachbarn Dinge über mich, die ich selbst noch nicht wusste. In einer Stadt wie Berlin lebt man die Anonymität. Das Getratsche vermisse ich nicht, den nachbarschaftlichen Zusammenhalt allerdings schon.

Wie das Internet Nachbarn wieder zusammenbringt

Nachdem das nachbarschaftliche Miteinander nicht jedermanns Sache ist, gibt es heute die Möglichkeit, jene zu finden, die Bock darauf haben, während alle anderen weiterhin davon verschont bleiben. Digitalisierung sei Dank, findet dies nicht per Zettelaushang, sondern online statt. Auf Plattformen wie WirNachbarn und nebenan.de findest du gezielt und einfach andere Willige.

Safety first: nur für echte Nachbarn!

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Mitmachen darf nur, wer seinen Account verifiziert.

Du registrierst dich mit deiner Adresse und verifizierst diese mit einem Bild deines Personalausweises, einem Bild eines offiziellen Schriftstücks an dich oder einem Code, der an die angegebene Adresse gesendet wird. So wird sichergestellt, dass nur echte Nachbarn teilnehmen und niemand einem Betrüger auf den Leim geht.

Vom Verleihen & Helfen

Bist du erstmal eingezogen, geht es ans Einrichten. In deinem Profil kannst du alles angeben, was dich interessiert, was du suchst, was du verleihen möchtest und wie du anderen gegebenenfalls helfen könntest.

Während die potentiellen Leihgaben selbsterklärend sind, besteht bei den anderen Punkten vermutlich ein wenig Erklärungsbedarf. Falls du Interesse an gemeinsamen Aktivitäten hast, kannst du jene auswählen, bei denen du dich über Begleitung freuen würdest. Dazu zählen beispielsweise Joggen, Spieleabende oder auch Museumsbesuche. Gleichgesinnte sehen so, dass du ihr Partner in crime sein könntest. Das Helfen bezieht sich auf, wer hätte es gedacht, Hilfsbereitschaft. Das Ganze geht von Blumengießen über Katzensitten und Bewerbungshilfe bis hin zum Einkäufe erledigen. Eine schöne Möglichkeit, anderen Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, was wiederum mit der einen oder anderen spannenden Geschichte belohnt werden könnte.

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Andere Menschen glücklich zu machen ist die schönste Art von Glück.

Der Marktplatz

In Berlin stellt man Möbel, Bücher und anderes, das man nicht mehr benötigt, gerne mal auf die Straße, damit es Interessierte mitnehmen können. Nachdem das nicht Jedermanns Sache ist und in vielen Städten vermutlich nicht gerne gesehen wird, fällt die Wahl oft auf Ebay und Co. Nun gehen diese Inserate dort genauso schnell unter, wie die Gegenstände in der Wohnung verstauben. Bei nebenan.de und WirNachbarn inserieren die Nachbarn fleißig, was sie zu verschenken haben. Dadurch, dass sich die vermeintlichen Objekte der Begierde ja in unmittelbarer Nähe befinden, ist das Abholen mit keinem großen Aufwand verbunden und alle Parteien sind glücklich.

Mit weniger Anonymität zu weniger Kriminalität

Niemand möchte das Klischee der alten Schreckschraube, die am Spion hängt um einen Blick auf das Geschehen im Treppenhaus zu erhaschen, als Nachbarin haben. Interessiert sich jedoch niemand für das, was in der Nachbarschaft vonstattengeht, wird auch niemand Hinweise liefern können, wenn es darum geht, den fiesen Fahrraddieb zu schnappen. In den Netzwerken von nebenan.de und WirNachbarn tauscht man sich auch diesbezüglich aus. Hat jemand gesehen, wer mein Auto zerkratzt hat? Die Straße ist gesperrt, nehmt die Umleitung über die Sesamstraße.

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Nachbarschafts-Community: hui oder pfui?

Netzwerke wie Nebenan.de und WirNachbarn ermöglichen ein gemeinschaftliches Miteinander – dann, wenn man es will und so intensiv, wie man es will.

Bist du neu in der Stadt, findest du schnell Anschluss. Und Möbel, die Andere loswerden wollen. Du hilfst und dir wird geholfen. Durch die Verifizierung wird zudem die Sicherheit der Nachbarschafts-Community sichergestellt. Bleibt nur zu erwähnen, dass die sicheren Netzwerke zu mehr Sicherheit betragen. Also sicherlich ein Hui, diese Nachbarschafts-Community.

Nun seid ihr an der Reihe, tretet der virtuellen und doch realen Nachbarschaft bei! Wir sehen uns im Kiez, liebe Nachbarn!

Claudi
Vielfraß

Essen, Reisen und Sport. Gutes und Gesundes. Regelmäßiges Reisen, möglichst ohne Tourist zu sein. Thaiboxen statt Yoga. Bewusster Konsum. Selbst hämmern und sägen. Und backen. Brutal ehrlich und ein fürchterlicher Klugsche*sser.

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