Foodsharing: Kampf der Lebensmittelverschwendung

Entsorgst du noch oder teilst du schon?

Dass in deutschen Haushalten massig Lebensmittel in die Mülleimer wandern, ist allseits bekannt. Wie hoch der Wert dieser Speisen tatsächlich ist, sollte allerdings selbst den hartgesottensten Verschwender schockieren. Jahr für Jahr füttern wir unsere Mülltonnen mit 22 Milliarden Euro in Form von Nahrungsmitteln. Einen guten Einblick in die Dimension der Verschwendung erhältst du in dem Film Taste The Waste. Der Regisseur, Valentin Thurn, war von den Ergebnissen seiner Recherche dermaßen schockiert, dass er selbst die Initiative ergriff und Foodsharing ins Leben rief – eine Website sowie App, über die Konsumenten jene Nahrungsmittel, die sonst in der Tonne landen würden, zur Abholung zur Verfügung stellen können.

foodsharing

Wie funktioniert Foodsharing?

Ob du nun einfach zu viel eingekauft hast, oder bald in den Urlaub düst: Wenn du Lebensmittel vor der Tonne bewahren willst, kannst du dies dank Foodsharing denkbar einfach machen. Du musst lediglich die Lebensmittel, die du abgeben möchtest, über die App oder auf der Website eintragen, und schon werden sie anderen Usern angezeigt. Dabei wird natürlich der Standort berücksichtig, damit allen Nutzern nur jene Orte angezeigt werden, die sich auch tatsächlich in ihrer Nähe befinden. Über ein elektronisches Ticket können sich Interessenten dann die Abholung der Nahrungsmittel sichern.

Das Spiel funktioniert auch andersrum, indem du selbst die Karte durchforstest und Nahrungsmittel abholst.

Anlaufstelle FairTeiler

Sollte es zeitlich (oder aus anderen Gründen) nicht machbar sein, Nahrungsmittel zu Hause abholen zu lassen, können Foodsharer die überschüssigen Lebensmittel auch zu einem FairTeiler bringen. Die entsprechenden Orte sind mit einem Kühlschrank oder Regal ausgestattet und über die Karte leicht auffindbar. Natürlich kannst auch du Nahrungsmittel von einem der FairTeiler abholen.

Als Foodsaver Lebensmittel retten

Über ein Upgrade kannst du zudem selbst Foodsaver werden und überschüssige Lebensmittel von kooperierenden Betrieben abholen. Von den geretteten Nahrungsmitteln darfst du dir so viel nehmen, wie du benötigst und Teile an Freunde verschenken – der Rest wird bei Foodsharing hochgeladen sowie an Suppenküchen und andere gemeinnützige Organisationen gespendet.

Ehrenamtlich aktiv werden

Alle, denen das noch nicht genug ist, können selbst aktiv werden und sich in den Ausbau von Foodsharing einbringen. Sowohl die Website, als auch die App wurden ehrenamtlich programmiert und designt und selbst die Kosten für Anwälte und Server gehen aufs Haus. Ob Representatives oder Organisatorisches, wer will, findet bei Foodsharing bestimmt eine Aufgabe.

Claudi
Vielfraß

Essen, Reisen und Sport. Gutes und Gesundes. Regelmäßiges Reisen, möglichst ohne Tourist zu sein. Thaiboxen statt Yoga. Bewusster Konsum. Selbst hämmern und sägen. Und backen. Brutal ehrlich und ein fürchterlicher Klugsche*sser.

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