Die besten Fahrradhelme für unter 50€ im Test!

Uvex I-VO CC, Alpina Panoma, Giro Savant etc. unter der Zitronenzauberlupe

Der Testsieger: Der Uvex I-VO CC

Bei den Fahrradhelmen unter 50€ hat uns der Uvex I-VO CC am meisten überzeugt. Er besticht durch starke Zahlen in der Fahrsicherheit, wie auch diverse Publikationen bestätigen. Dazu ist das Produkt aus Fürth kinderleicht anzupassen und zu bedienen, bietet hohen Insektenschutz, gute Belüftungstechnik und sieht dazu wirklich schick aus. Das Leichtgewicht spürt man so gut wie gar nicht auf dem Schädel. So kann der I-VO CC es mit Helmen aufnehmen, die preistechnisch in einer weit höheren Liga spielen, und er ist der Kauftipp im Helmtest des Fachblatts Mountainbike.

Und unserer auch.

Der Test

Und Zack, ehe wir uns versehen, ist wieder Sommer. Die Sonne scheint, sogar der griesgrämige Spätibesitzer von unten an der Ecke lächelt manchmal. Alles macht mehr Spaß, weil wir es draußen machen. Am Liebsten bewegen wir uns auch draußen von A nach B. Mit dem Fahrrad. Und hier kommt der Fahrradhelm zum Tragen. Ein Helm mindert die Verletzungs­risiken bei Fahr­rad­unfällen erheblich. Das bestätigen aktuelle Studien. Das Institut für Rechtsmedizin München und das Universitätsklinikum Münster werteten Unfälle mit 543 verletzten sowie 117 getöteten Radfahrern aus. So ist zwar nur bei 10% der Fahrradunfälle der Kopf beteiligt. Aber bei Helmträger_innen gab es trotz teils erheblicher anderer Verletzungen keine schweren Kopfverletzungen mit bleibenden Schäden.

Leider sind viele Fahrradhelme von minderer Qualität und schützen den oder die Träger_in nicht genügend. Der Helm muss passen und fest auf dem Kopf sitzen. Hierzu sollte der Helm unbedingt im Laden anprobiert werden, selbst wenn er dann später im Internet gekauft wird. Wenn es Druckstellen gibt, nützt der sicherste und schönste Helm nichts.

Eine wichtige Frage ist auch die Bauart des Helmes. Viele Radfahrer tragen momentan Modelle mit großen Flächen und kleinen Lüftungs­öffnungen, die ähnlich wie BMX-Helme aussehen. Helme dieser Bauart haben einen großen Nachteil: Sie belüften den Kopf bestenfalls befriedigend. Gemütlichen Radlern kann das genug sein. Ambitioniertere Fahrer allerdings brauchen eine gute  Belüftung, sonst kommt der Kopf fix ins Schwitzen. Die untersuchten sport­lichen Helme sorgen mit ihren großen Öffnungen fast sämtlich für Fahrt­wind auf dem Schopf.

Wer spät abends mit dem Fahr­rad unterwegs ist, wird sich über zusätzliche Sicht­barkeit freuen. Hier bieten viele der untersuchten Helme sogar Halter für zusätzlich anbringbare LED-Lichter.

Das Testfeld

Wir haben fünf Fahrradhelme unter 50€ für euch getestet. Der Markt ist unheimlich groß, die Auswahl sehr unübersichtlich. Wer will, kann sich einen sehr günstigen Helm von Aldi zulegen, wer möchte, einen Rennradhelm für mehrere hundert Euro. Die von uns getesteten Helme decken eine recht große Preisspanne ab, aber überzeugen kann jeder auf seine eigene Art und Weise. Der Uvex I-VO CC ist ein großartiger Rennklassehelm zum etwas gehobenen Einsteigerpreis. Der Alpina Panoma ebenso. Der Giro Savant überzeugt durch Belüftungstechnik und Aussehen, der Abus Aduro durch die Passform. Der KED Flitzi schließlich bietet viele der geforderten Kriterien in absolut ausreichendem Maße zu einem unschlagbaren Preis.

Hier unser Testfeld im Überblick:

Die Kriterien

Fahrradhelme müssen ein wichtiges Hauptkriterium erfüllen: Sie müssen den Träger schützen. Stirn, Hinterkopf und Schläfenpartien müssen gleichmäßig gesichert sein. Beim Aufprall auf eine harte Fläche darf ein Helm nicht verrutschen oder mit dem Gurtband den Hals strangulieren. Sie müssen bequem auf dem Kopf sitzen, dürfen keine Druckstellen hervorrufen und müssen individuell anpassbar sein. Denn kein Kopf ist wie der andere. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Luftzirkulation, die an warmen Tagen oder während längerer Touren die Kopfhaut kühl hält. Schalenhelme, wie sie beim BMX eingesetzt werden, ziehen hier den Kürzeren. Ein Fliegennetz ist dazu natürlich ein Muss. Zu guter Letzt sollte ein Helm gut aussehen, denn was bringt uns ein Helm, den wir nicht tragen wollen, weil er so hässlich ist? Eben. Nichts.

Hier also die fünf Faktoren, die wir in die Bewertung mit einbezogen haben:

  1. Unfallschutz/Sicherheit
  2. Komfort
  3. Anpassbarkeit
  4. Luftzirkulation
  5. Optik

uvex

Verlässlichkeit, dein Name ist: Uvex I-VO CC

Unser Testsieger kommt aus dem schönen Fürth im Frankenland. Der I-VO CC von Uvex ist bei Amazon ab 47€ (Stand: Mai 2016) erhältlich und landet daher gerade noch im Testfeld. Aber hier weiß er in fast allen Punkten zu überzeugen. Durch Fit-Systeme wie das 3D IAS (Indivual Adapting System) ist er kinderleicht auf fast jede Kopfform anpassbar. So überzeugt er auch im Stifung-Warentest-Test mit fast durchgehenden Bestnoten. Auch das Gurtband mit Raster-Verschluss ist einfach zu bedienen und anzupassen.

Der Uvex-Helm ist der leichteste in unserem Test und fühlt sich mit 225 Gramm wie eine Feder an. Man merkt ihn fast gar nicht auf dem Kopf. Beim Tragen lässt sich der I-VO CC als unspektakulär beschreiben. Unspektakulär — so wie ein Helm eigentlich auch sein sollte. Beim Unfallschutz ist er im Test der Stiftung Warentest auf einem Level mit Helmen, die zum Teil mehr als das Doppelte kosten. Wem das nicht genügt, der kann das separat erhältliche LED-Licht hinten an den Helm anbringen, um des Nachts noch besser zu sehen zu sein. Durch 24 Belüftungslöcher wird auch die werte Kopfhaut angenehm kühl gehalten und durch die Fliegennetze vor ungebetenen Gästen geschützt.

Alles in allem also ein großartiger Helm zu diesem Preis, und nicht nur der Kauftipp des Fachblattes „Mountainbike“, sondern auch unserer. Der fränkische Hersteller Uvex hat es hier geschafft, einen Helm zu entwickeln, der sowohl auf City-Fahrer_innen und Einsteiger_innen ausgerichtet ist, als es auch schafft, ambitioniertere Fahrer_innen zu befriedigen.

 

alpina

Angenehme Sicherheit – Alpina Panoma

Auch der Helm von Alpina, der mit dem klangvollen Namen Panoma daherkommt, vermag uns in fast allen Gesichtspunkten zu überzeugen. Wir haben ihn für um die 46€ bei Amazon gesehen (Stand: Mai 2016), womit er sich auch preislich in unserem Rahmen befindet. Mit 250 Gramm ist der Helm ein absolutes Leichtgewicht, auch wenn er nicht ganz an unseren Testsieger von Uvex herankommt. Und auch sonst passt er sich unserem Kopf gut an. Das Raster-Gurtband ist in langer Skifahrer-Erfahrung entwickelt worden und funktioniert genauso, wie es soll. Auch der Panoma ist individuell an den Kopf anpassbar. Nur wenige Nutzer berichten von Druckstellen. Hier muss der Helm einmal mehr vor dem Kauf im Laden anprobiert werden.

Dafür ist die Schutzwirkung sehr gut, die Keramikhülle sorgt für teilweise sogar bessere Testnoten der Stiftung Warentest als die wesentlich teurere Konkurrenz. Auch sitzt der Helm absolut sicher auf dem Kopf, verrutscht nicht oder lässt sich nicht verschieben, auch wenn es mal über Kopfsteinpflaster geht. Die Reflektoren am Helm sowie das zusätzlich anbringbare Rücklicht sorgen für zusätzliche Sicherheit in der Nacht. Kleine Abwertungen geben wir für den mangelhaften Insektenschutz, durch den sich der eine oder andere Blutsauger am sonst angenehm belüfteten Kopf verfangen hat. Abgesehen davon tragen wir den Panoma wirklich gerne, auch weil er uns von der Optik her beeindruckt. So lässt man sich gerne sehen, sowohl bei der längeren Ausfahrt als auch im Stadtverkehr.

 

giro

Der Hingucker – Giro Savant

Als solider Dritter im Zirtronenzauber-Test kommt der Savant des italienischen Herstellers Giro daher. Ab 42€ bekommt man diesen Helm bei Amazon (Stand: Mai 2016). Und hat man das gute Stück in der Hand, fällt einem zuallererst das Design auf. Kein Wunder, dass dieser Helm in Italien gefertigt wurde, damit würden wir uns auch auf eine High-Society-Gala trauen. Ein echtes Schmuckstück. Wenn wir davon absehen, haben wir einen in allen Punkten immer noch ziemlich ordentlichen Helm in der Hand. 260 Gramm bringt die kleinere Ausgabe auf die Waage, was immer noch sehr leicht, aber doch mehr ist als beim Uvex I-VO CC. Der Helm sitzt nach einigen Anpassungen durch das Roc-Loc-5-System auch sicher auf dem Kopf. Das System ermöglicht, ähnlich wie beim Uvex und dem Alpina, zwei Anpassungsebenen, zunächst oben auf dem Kopf, als auch durch ein Rädchen am Hinterkopf.

Leider kommt der Giro-Helm, wohl aus Stylegründen, komplett ohne Fliegennetze daher, was lästig wird, wenn sich bei einer längeren Fahrt übers Land Insekten nn der Kopfhaut verheddern. Die 25 Luftlöcher schaffen abgesehen davon aber einen angenehm kühlen Kopf durch durchdachte Belüftungstechnik. Eine Halterung für ein LED-Licht fehlt leider. Die einzigen merklichen Abzüge sehen wir beim Giro Savant aber beim Kinnriemen. Der Gurtverschluss ist keiner der sonst handelsüblichen Raster, sondern ein Steckverschluss, der nur eine Größe zulässt. So lässt sich der Gurt nicht während der Fahrt enger oder weiter stellen, sondern muss immer umständlich am Riemen verändert werden. Das Verstellen der Riemen ist leider sowieso ein eher arbeitsreiches Unterfangen, das viel mit Dröseln und Fummeln zu tun hat. Eigentlich merkwürdig, hat der italienische Hersteller doch so viel Erfahrung mit Rennradhelmen im Profibereich. Aber — wer schön sein will muss leiden, sagt man wohl.

 

abus

Teurer Spaß mit schlechten B-Noten – Abus Aduro

Ob der Hersteller Abus, den wir eher als Fabrikanten von Fahrradschlössern kennen, auch Helme kann und ob der Aduro seinem sehr stabil klingenden Namen die Ehre macht, wollen wir hier untersuchen. Den Helm bekommen wir für ca. 44€ bei Amazon, er radelt also ganz im Mittelfeld unseres Tests mit. Sobald wir den Helm in der Hand halten, fällt uns das sportliche Design ins Auge, über das man geteilter Meinung sein kann. Das an der Stirnseite des Helmes angebrachte Visier lässt sich jedenfalls abnehmen. Die 14 Luftlöcher sorgen durch besondere Strömungskanäle für sehr gute Ventilation der Kopfhaut, die auch durch die eingeschäumten Fliegennetze gut vor Insekten geschützt wird. Die großflächigen Reflektoren mit besonders hoher Rückstrahlwirkung sorgen genauso wie die separat erhätliche LED für passive Sicherheit des Nachts.

Mit 275 Gramm befindet sich der Helm massetechnisch leider aber am oberen Ende der Skala. Und das macht sich auch in anderen Punkten bemerkbar. Die Verarbeitung ist eher mäßig, da hatten wir uns bei dem Namen Abus mehr erwartet. Und auch die Schaumstoffstreifen sind nicht gerade das Gelbe vom Ei. Nach vergleichsweise kurzer Zeit gibt es deutliche Abnutzungsspuren auf der Innenseite des Helmes. Dementsprechend leidet der Tragekomfort, der anfangs eigentlich gut ist. Und auch die Einstellung des Helms geht eher mühselig vonstatten. So gibt es mit dem ZoomLite einen klangvollen Namen für das feinjustierbare Verstellsystem mit Rad, aber es scheint leider nicht wirklich durchdacht. Der Verstellknopf hinten ist gummiert und groß, dadurch wird beim Tragen von Jacken mit normalen Kragen der Helm geöffnet. Man muss sich nur kurz zur Seite drehen und schon ist der Helm offen. Schade, da hatten wir etwas mehr erwartet. Wer den Helm aber nur zum Sport machen oder im Sommer nutzt (oder einfach keine Kragen trägt), der kann hier trotzdem zufrieden nach Hause fahren.

 

ked

Die günstige Alternative – KED Flitzi

Mit Abstand der günstigste Helm im Test ist mit schlanken 25€ bei Amazon das Modell Flitzi von KED (Stand: Mai 2016). Was wie ein Auto aus der Bobbycar-Baureihe klingt, ist ein ernstzunehmender, guter Helm, der in allen elementaren Kategorien punkten kann. So liegt er mit 280 Gramm massetechnisch auf einer Linie mit den ebenfalls getesteten teureren Helmen. Und auch in Puncto Sicherheit hat sich der Hersteller aus Freiberg etwas einfallen lassen. Das von KED entwickelte Maxshell-Verfahren bezeichnet eine Bauweise, die den dämpfenden EPS-Schaumkern unlösbar mit der Außenschale zu einem extrem stabilen und belastbaren Helmkörper kaltverschweißt. Eine Leistungssteigerung liegt insbesondere in der höheren Elastizität bei Druckbelastung. Ein weiterer Vorzug dieses Verfahrens liegt in der sauberen Verarbeitung, sichtbar speziell im Bereich der Belüftungslöcher. Durch sechs verschiedene Öffnungen leitet der Flitzi den Fahrtwind, was kühlt, jedoch nicht ganz an ausgetüfteltere Bauweisen anderer Hersteller heranlangt. Die drei Fliegennetze vorne bieten aber guten Schutz vor Gekrieche und Gefleuche.

Das vorne am Helm angebrachte Visier kann man abnehmen, je nachdem, wie schnell oder sonnenschutzbedürftig man sich fühlt. Die verschiedenen Designs des Flitzi begeistern uns jedoch alle nicht wirklich, wirken fast ein bisschen billig. Was allerdings reine Geschmackssache ist und auf die restlichen Qualitäten des Helmes keine Auswirkung hat: Auch das Modell von KED hat ein Drehrad zum feinen Justieren der Helmgröße. Freuen können sich hier vor allem Zopfträger_innen, die Probleme mit der „frisuralen“ Kompatibilität anderer Kopfringsysteme hatten. Auch eine LED-Halterung besitzt der KED Flitzi und zeigt so, dass er sich vor teureren Helmen wahrlich nicht verstecken muss.

Alternativen

Alpina Airtime — Wer sich mal an einem BMX/Skater-Helm versuchen mag, kann hier zugreifen. Auch für die Kinder ist hier styletechnisch etwas dabei.

Bell Arella  — Ein Damenfahrradhelm zu einem guten Preis findet sich im Bell Arella, der etwas mehr in Richtung Mountainbiking ausgelegt ist.

Fazit

Einen Fahrradhelm zu kaufen ist eine delikate Angelegenheit. Zum Glück bieten aber alle hier getesteten Helme einen guten Aufprallschutz. Der Teufel liegt eher im Detail. Bei Komfort, Passgenauigkeit sowie Abstreifsicherheit tun sich größere Unterschiede auf. Hier verliert der Abus Aduro leider an Boden. Wer sich wie der nächste Tour-de-France-Sieger fühlen will, der greift zum äußerst schicken Giro Savant, wer Geld sparen möchte, zum KED Flitzi. Das beste Gesamtpaket fanden wir beim Uvex I-VO CC und dem Alpina Panoma. Hier hat der Helm von Uvex nur in Einzelpunkten, wie dem Gewicht und dem Insektenschutz die Nase vorn. Auch scheint der Uvex im langfristigen Gebrauch etwas besser verarbeitet zu sein. Der fränkische Kopfschutz erhält also von Zitronenzauber die absolute Kaufempfehlung!

Ernst
Barbier, der Sachen stutzt

Ernst nimmt sich ernst und die Welt um ihn herum er(n)st recht. Er befasst sich gerne mit dem Badezimmer, wo er sich näher kommt und in dem er einen geraumen Teil seines Wachtages verbringt. Fasziniert ist er von Tensiden und ist über interessantes Infomaterial oder jegliche Art von Probeartikel zu dem Thema hoch erfreut.

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