Deo selber machen: Drei einfache DIY-Rezepte

Natürlich hergestellte Deodorants - Frei von Aluminium!

Seit einiger Zeit liest und hört man es überall: Bloß kein Deodorant mit Aluminium verwenden! Das vom Körper aufgenommene Aluminium steht im Verdacht, Krebs, Alzheimer und andere Krankheiten zu verursachen. Viele Hersteller haben bereits auf Deos ohne Aluminium gewechselt oder ihr Sortiment erweitert. Doch auch aluminiumfreie Deos werden oft in Aluminium-Flaschen verkauft. Ein Teufelskreis.

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Schädliches Aluminium…

Der Körper ist zwar in der Lage, Aluminium selbst abzubauen, aber wir führen ihm bereits durch bestimmte Lebensmittel und andere Produkte (wie zum Beispiel Alufolie), mit denen wir täglich in Kontakt kommen, genügend zu. Die tägliche Überdosierung durch Deos sollte man also unbedingt vermeiden. Und für diejenigen unter euch, die dachten, ein Deo-Kristall-Stein sei eine tolle Alternative: Leider nein! Im Gegenteil, so ein Deokristall besteht quasi nur aus Aluminium. Deswegen wirkt er auch super gegen Schweiß, weil er die Schweißdrüsen nämlich ganz ordentlich verstopft. Das im Kristall enthaltene Alaun ist ein Aluminiumsalzkristall und die Dosis in dieser Deo-Variante beträgt 20-30% Aluminium. Im Vergleich, herkömmliche Deodorants haben „nur“ 7% Aluminium.

…und schädliche Zusatzstoffe

Außerdem verwenden die meisten Deos (egal ob mit oder ohne Aluminium) noch weitere Zusatzstoffe, die nicht unbedingt gut für den Körper sind. Zum Beispiel findet man recht häufig den Zusatzstoff Triclosan, der die Bakterienverbreitung hemmen soll. Nebenbei trägt er aber dazu bei, dass genau diese Bakterien immer resistenter gegen Bekämpfungen werden, und kann außerdem den Hormonhaushalt des Menschen beeinflussen. Viele der aluminiumfreien Deos werden weiterhin in Aluminium-Flaschen verkauft. Auch hier lösen sich Partikel ab und landen wieder in der Flüssigkeit, die wir uns unter die Achseln und in unseren Kreislauf sprühen.

Deo selber machen

Für alle, die nach anderen Lösungen suchen, habe ich hier drei tolle DIY-Rezepte. Billig und frei von Blödsinn! Ein Deodorant herzustellen ist einfacher, als einen Kuchen zu backen. Man muss es nur wollen.

Folgende Produkte spielen bei der Deoherstellung eine Rolle:

Natron

Natron kennen wir bereits aus der Küche und auch dort kann es neben dem Backen auch helfen, unangenehme Gerüche zu neutralisieren. So auch beim Körpergeruch. Es verhindert nicht, dass man schwitzt, aber es verhindert unangenehmen Geruch. Alternativ zu Natron kann man auch Alkohol verwenden. Der killt ebenfalls Bakterien, die für unangenehmen Geruch verantwortlich sind, ist aber gerade bei sensibler (frisch rasierter) Achselhaut nicht unsere erste Wahl.

Ätherische Öle

Für die Verwendung in Deodorants solltet ihr ausschließlich 100% ätherische Öle verwenden. Zum einen bringen sie einen frischen Duft an euer selbst gemachtes Deo, zum anderen helfen spezielle Öle, wie Citrusöl oder Salbeiöl, zusätzlich auch den Schweißfluss zu regulieren. Allerdings sollte man beachten, dass die Öle hochkonzentriert sind und man bei der Dosierung vorsichtig sein sollte. Besonders unter den Achseln können die Öle brennen oder zu Hautirritationen führen. Lieber sparsam testen und die Dosis nach und nach erhöhen.

Pflegende Öle und Gels

Auch auf Basis pflegender Öle, wie Kokosnussöl oder Mandelöl, lassen sich Deodorants herstellen. Besonders für sensible Haut ist diese Variante empfehlenswert.


Roll-On Deo

Deo-Roll-On

Für die Roll-On-Fans unter euch: Wenn ihr noch alte Deodorants habt, könnt ihr die leeren Roll-Ons wieder verwenden. Ansonsten gibt es die Roller auch zu kaufen. Das Rezept ergibt 200 ml und kostet umgerechnet gerade mal einen Euro. Das nenne ich günstig!

Zutaten

200 ml
Wasser
3 TL
Speisestärke
4 TL
Natron
ca. 8 Tropfen
ätherisches Öl
Roll-Ons zum Befüllen

Zubereitung

Zuerst bringt ihr das Wasser zum Kochen. Bevor es kocht gebt ihr die Speisestärke hinzu. Beim Kochen verändert sich die Konsistenz und wird dickflüssig wie Sirup werden. Falls nicht: Gebt noch etwas Stärke hinzu! Lasst das Ganze dann abkühlen. Während des Abkühlens rührt ihr das Natron unter, bis es sich aufgelöst hat. Dann gebt ihr ein ätherisches Öl eurer Wahl hinzu. Beruhigendes Lavendel-Öl oder antibakterielles Teebaum-Öl bieten sich an.

Zum Schluss füllt ihr euer Deo in die Deoroller. Fertig!

Deo-Spray mit Aloe Vera

Deo-Pumpspray

Manche Menschen mögen lieber ein Deo-Spray. Für nicht rasierte Achseln ist diese Methode einfach geschickter. Aber auch das ist gar kein Problem bei der DIY-Variante. Alles, was ihr außer den Zutaten braucht, ist eine geeignete Sprühflasche. Da das Deo in dieser Variante nicht ganz so hoch konzentriert ist wie der Roll-On, solltet ihr an warmen Tagen (oder wenn ihr wisst, dass ihr ins Schwitzen kommt) ein kleines Fläschchen für unterwegs dabei haben, um gegebenenfalls noch einmal „nachzusprühen“.

Für 200 ml flüssiges Deodorant braucht ihr folgende Zutaten:

 

Zutaten

100 ml
Wasser
100 ml
Aloe Vera Gel
2-3 TL
Natron
einige Tropfen (nach Geschmack)
ätherisches Öl
Sprühflaschen zum Befüllen

Zubereitung

Als erstes wird das Wasser aufgekocht. In der Abkühl-Phase kommen dann das Aloe Vera Gel und das Natron hinzu. Wenn sich das Natron aufgelöst hat, kann man auch die ätherischen Öle hinzugeben. Für einen sportlichen Geruch kann man zum Beispiel Pfefferminz-Öl nehmen. Dann in die Sprühflaschen füllen. Vor der Verwendung immer gut schütteln, damit sich das Natron nicht am Flaschenboden absetzen kann.

Übrigens: Für eine Variante ohne Natron, könnt ihr einfach Alkohol (mind. 40%) und Wasser zu gleichen Teilen mischen, mit ätherischen Ölen versehen und habt so auch eine prima Deo-Variante. Nicht jeder verträgt Alkohol auf der Haut, aber übelriechende Bakterien killt dieses Deo allemal.

Deo-Creme

Deo-Creme-mit-Kokosnuss-Öl

Dieses Rezept ist wunderbar für empfindliche Haut geeignet, da es zur Hälfte aus pflegendem Kokosöl besteht. Eine Creme unter die Achseln zu schmieren scheint vielleicht ungewohnt, doch eine Umstellung lohnt sich. Für 200 Gramm Deo-Creme braucht ihr folgenden Zutaten:

Zutaten

100 Gramm
natives Bio-Kokosöl
100 Gramm
Natron
ein paar Tropfen
ätherisches Öl
Dose zum Befüllen

Zubereitung

Das Kokosöl muss im Glas in einem Wasserbad erhitzt werden, bis es sich aufgelöst hat und keine Klumpen mehr vorhanden sind. Dann könnt ihr es in eine Schüssel füllen und mit dem Natron vermengen. Solange rühren bis das Natron sich schön mit dem Kokosöl verbunden hat. Auch beim Abkühl-Vorgang weiterrühren, da sich das Natron sonst am Boden absetzen kann. Bei Bedarf gerne ein paar Tropfen eines ätherischen Öls dazu geben. Vanille passt sehr gut. Am besten füllt ihr es in ein Glas ab. Dort hält es sich am längsten.

Apropos Haltbarkeit…

Wie lange selbst hergestellte Kosmetika haltbar sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab, und ist nicht ganz klar zu beantworten. Als erstes spielen eure Rohstoffe eine Rolle. Wenn euer Kokosöl nur noch vier Monate haltbar ist, dann kann euer daraus gewonnenes Deodorant nicht länger haltbar sein. Dann kommt noch hinzu, wie steril und sauber ihr gearbeitet habt. Versucht eure Arbeitsmaterialien entweder mit Alkohol zu desinfizieren oder Gefäße und ähnliches abzukochen. Kommen Bakterien oder Keime in eure Produkte, kann das die Haltbarkeit natürlich reduzieren. Wenn ihr keine frischen Produkte, wie Zitrusschalen, Ingwer, Kaffeesatz oder Tee benutzt, halten selbst hergestellte Produkte oft mehrere Monate. Stellt trotzdem lieber regelmäßig Produkte her, wenn ihr euch nicht sicher seid.

 

 

Annika
Die Kleine

Mit einer Körpergröße von gerade einmal 156 cm gehört sie zu den kleinen Menschen unserer Bevölkerungsgruppe. Was ihr an Körpergröße fehlt, macht sie mit ihrer Vielseitigkeit wett. Die kunterbunte Mischung ihrer Interessen ist als Schreiberling eine große Bereicherung. Ob Punk Rock, Sinatra oder Die drei Fragezeichen, Horror- oder Liebesfilm, Steak oder Grünkern – sie kann allem etwas Positives abgewinnen. So richtig entscheiden will sie sich nicht, muss sie ja auch nicht.
Als Schauspielerin und Autorin konnte sie schon einiges von der Welt sehen, viele verschiedene Menschen kennen lernen und fremde Kulturen und Subkulturen erforschen. Kein Wunder also, dass sie jeden Kuchen probieren will!

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