Zeitumstellung – no risk, no fun!

Heute Nacht klaut uns die Zeitumstellung wieder eine Stunde wertvollen Schlaf, doch sie schenkt uns auch viele lange Sommerabende. Lohnt es sich dafür, seine Gesundheit auf's Spiel zu setzen?

„Im Sommer stellen wir die Gartenmöbel vor das Haus, im Winter wieder zurück“ oder „spring forward – fall back“. Diese und andere Merksätze gibt es, um sich einzuprägen, wie zur Sommer- und Winterzeit an der Uhr gedreht wird. Seit 1980 werden an jedem letzten Sonntag im März nachts die Uhren umgestellt. Um Punkt 2 Uhr rückt die Zeit schlagartig um eine Stunde vor – die Zeitumstellung Sommerzeit. Das heißt im Klartext: Eine ganze Stunde weniger Schlaf, 60 Minuten früher aufstehen, 3.600 Sekunden weniger Nightlife und das auch noch von Samstag auf Sonntag! Wer hat sich das ausgedacht?

Sommerzeit

Zeitumstellung Sommerzeit – warum eigentlich?

Schon Benjamin Franklin machte auf verschwendetes Sonnenlicht im Sommer aufmerksam. Doch der US-Gründervater kam lediglich zur Erkenntnis, dass die Menschen einfach früher aufstehen und zu Bett gehen sollten. Als Erfinder der Sommerzeit gilt deshalb der Engländer William Willett, der 1907 in seiner Schrift „The Waste of Daylight“ eine Zeitumstellung fordert, um Energie zu sparen.

In Deutschland gab es die erste Zeitumstellung 1916 während des Ersten Weltkriegs – also vor fast genau 100 Jahren – im damaligen Deutschen Reich. Auch während des Zweiten Weltkriegs wurde die Sommerzeit für einige Jahre eingeführt. Im Zuge der Ölkrise wurde dann die Zeitumstellung ab 1980 per Gesetz ein fester Bestandteil unseres Lebens, und ab 1996 EU-weit festgelegt.

Die Gründe bzw. Vorteile der Zeitumstellung liegen auf der Hand: Es ist abends eine Stunde länger hell und das spart Energie. Die Stunde morgens brauchen wir ja nicht, da die meisten von uns so früh noch tief in ihren Träumen liegen. Soweit, so logisch. Und lange laue Sommerabende sind ja auch nicht schlecht. So kann man seinen Feierabend länger genießen, länger grillen und in der Sonne chillen. Klingt doch gut! Warum wollen dann – einer aktuellen Umfrage zufolge – über 70% der Deutschen, dass die Sommerzeit abgeschafft wird?

Summertime

Was wäre ein Sommer ohne Sommerzeit?

Die meisten Gegner der Zeitumstellung betonen, dass eine Energieersparnis überhaupt nicht eintritt, da man abends zwar weniger künstliches Licht benötigt, morgens aufgrund der fehlenden Sonne jedoch mehr heizt. Dadurch ergeben sich unterm Strich keine Einsparungen, und was bleibt, ist ein gestörter Biorhythmus mit fatalen Folgen für Mensch und Tier! Okay, das klingt jetzt ein wenig dramatisch, aber es gibt tatsächlich Statistiken, die belegen, dass durch die Zeitumstellung ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko besteht. Am Tag danach kommt es aufgrund von Übermüdung verstärkt zu Verkehrsunfällen, und sogar Tiere, wie zum Beispiel Milchkühe, leiden unter dem Jetlag. Die gestohlene Stunde fordert ihren Tribut. Wollen wir unsere Gesundheit aufs Spiel setzen, für täglich nur 60 Minuten mehr Sonne?

Also wenn ich mir diese Frage jetzt in diesem Augenblick stelle, aus dem Fenster auf die sonnigen Straßen Berlins blickend, muss ich sagen: Ja, ich will! Ich will endlich die Sommerzeit, die Sonne und zwar so lang und kräftig wie möglich! Ich will lange warme Grillabende, ich will mit Freunden im Biergarten sitzen, am See entspannen und erst spät den Sonnenuntergang genießen. Das ist es doch schließlich, was den Sommer ausmacht! In diesem Sinne gilt auch für die Zeitumstellung: No risk, no fun!

Moni
Unicorn of Love

Einhorn auf Fahrrad in Berlin gesichtet! Vorsicht, denn es blickt sehr verträumt drein, hört Musik und übersieht gerne mal die Straßenbahn. Man munkelt jedoch, dass es mit schokolierten Erdbeeren zu besänftigen sei!

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