Spinat und die pelzigen Zähne

Ich bin ein sehr großer Spinat-Fan und liebe die grünen Blättchen in allen Formen und Farben (grün, hauptsächlich). Ob in einer Quiche, ob in Pastasauce oder als Beilage – Spinat schmeckt (mit ein bisschen Knofi, Olivenöl und Pfeffer) immer ganz hervorragend. Und ich komm mir immer sehr gesund vor, wenn ich ihn esse. Auch wenn die Geschichte mit dem Eisen bekanntermaßen eine Urban Legend ist. Poor Popeye. Sniff.

spinat-gorgonzola
*dahinschmelz*

Der Zahnbelag stört das Vergnügen

Wo ich mir aber vor Kurzem überhaupt nicht gesund vorkam, war als mein Mitbewohner eine Gorgonzola-Spinat-Sauce an Spaghetti zauberte. Die Sauce war formidabel, wie fast alles, was er kocht, aber nach dem Verzehr spürte ich einen ganz unangenehmen Belag auf den Zähnen, so eine stumpfe Schicht, die mir bei jeder Zungenberührung zwei oder drei Schauer über den Rücken jagte. Ich nahm an, es sei der Spinat gewesen, der schon etwas länger im Kühlschrank abgehangen hatte.

Bis ich gestern eine Spinat-Cherrytomaten-Sahnesauce kreierte (kreativ, ich weiß). Denn wieder hatte ich den pelzigen Belag auf den Zähnen und wieder wurde ich von schauerlichen Schauern geplagt. Ich beschloss, dem Casus auf den Grund zu gehen. Und wurde fündig. Des Rätsels Lösung ist –

Oxalsäure

Diese Säure ist natürlicher Bestandteil von Spinat sowie Rhabarber. Beim Aufeinandertreffen mit calciumhaltigen Lebensmitteln wie Milchprodukten bildet sich im Mundraum das Salz Calciumoxalat, was für die oben beschriebenen (ganz widerlichen) Erscheinungen auf dem Zahnschmelz sorgt.

Verhindern lässt sich das kaum, einzig kann man beim Rhabarber die Haut abziehen, die offenbar oxalsäurehaltiger ist als der Rest, bzw. den Spinat blanchieren und so einiges der Säure austreten lassen. Das Wasser muss danach natürlich entsorgt werden.

Auch von direktem Zähneputzen wird abgeraten, da das Calcium-Salz den Zahnschmelz schnell angreift. Im Endeffekt kann man nur warten. Nichts tun, sich dem Schicksal ergeben. Auch mal ganz schön.

Frisch und schmackhaft
Frisch und schmackhaft

P.S.: Calciumoxalat im Rachenbereich scheint aber immer noch besser zu sein als sonstwo im Körper, da die Oxalsäure spätestens in der Niere mit Calcium reagiert und bei Menschen mit empfindlichen Nieren für Nierenstein sorgen kann. Obacht!

Jonas
Schnittlauchzüchter a.D.

Man muss Jonas nur ein Stichwort geben und gleich faselt er los, von Gott und unserem schönen blauen Globus und Geburtenraten und Gelenkwellenmittellagern, bis er bei unseren Ureltern Adam und Eva angekommen ist. Und keiner ist klüger als zuvor. Aber ihm machts Spaß, also lasst ihn doch, verdammt noch eins!

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