Erschreckende Fakten über Palmöl

Mittlerweile weiß jeder, dass Palmöl nicht besonders gut ist. Schlecht für den Regenwald und einfach irgendwie falsch. Aber warum genau? Und welche Produkte sollte man meiden oder austauschen? Wir erklären euch die wichtigsten Fakten zum Thema Palmöl und geben Ratschläge, wie man mit diesem Rohstoff-Problem umgehen kann.

palmoel-industrie

Was ist Palmöl?

Palmöl ist ein Pflanzenfett, das in fast jedem zweiten alltäglichen Produkt steckt. Im Essen genauso wie in Kosmetika, in Kerzen oder im Tank unseres Autos.
Der niedrige Weltmarktpreis des praktischen Fetts hat dazu geführt, dass es mittlerweile fast überall zum Einsatz kommt. Dabei ist die Gewinnung alles andere als umweltschonend. Denn die Regenwald-Palme, aus der das Palmöl gewonnen wird, ist – wie der Name bereits verrät – im Regenwald beheimatet. Und dieser wird für die Gewinnung gnadenlos abgeholzt…

Der Regenwald stirbt und die Tiere in ihm gleich mit!

palmoel-orang-utan
Bild: regenwald.org

Auf einer Fläche von über 27 Millionen Hektar wurde der Regenwald für die Palmöl-Gewinnung bereits abgeholzt. Tiere und Menschen mussten zwangsläufig weichen. Die Fläche entspricht ungefähr der Größe Großbritanniens und wurde unwiederbringlich zerstört. Und es ist kein Ende in Sicht. In Südostasien, Afrika und Lateinamerika werden jeden Tag große Gebiete abgebrannt, um so Platz für den Anbau der Regenwald-Palme zu schaffen. Dabei werden heimische Tiere nicht nur vertrieben, sondern auch getötet. Einige Tierarten, wie der Sumatra-Tiger oder der Orang-Utan, sind bereits vom Aussterben bedroht.

Treibhaus-Effekt

palmoel-rodung
Bild: regenwald.org

Durch die Rodung gelangen außerdem extrem viele schädliche Gase in unsere Atmosphäre, die den Treibhaus-Effekt vorantreiben. Indonesien gilt als Hauptproduzent von Palmöl und schaffte es zeitweise, im Jahr 2015 einen höheren Wert zu erreichen, als die kompletten USA.
Der CO²-Wert und die Methanemissionen, die der aus Palmöl gewonnene Bio-Sprit verursacht, sind dreimal so hoch wie die des Treibstoffs aus Erdöl.

Kinderarbeit

Auf den Palmölplantagen sind arbeitende Kinder kein seltener Anblick. Anstatt in der Schule etwas zu lernen, müssen Kinder im Alter von acht bis vierzehn Jahren harte körperliche Arbeit verrichten. Und die Abnehmer – Großkonzerne wie Nestlé, Palmolive und Kellogg´s – scheinen nichts dagegen zu unternehmen und freuen sich über den billigen Rohstoff. Sie sind es ja auch, die daran viel Geld verdienen, nicht die Kleinbauern auf den Plantagen oder gar die Kinder.
Und als wenn dies nicht genug wäre, werden Menschen- und Arbeitsrechte auf diesen Plantagen nahezu immer verletzt. Zwangsarbeit, Diskriminierung und gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen sind keine Seltenheit.
Und wir? Ja, wir unterstützen das Ganze, in dem wir die Produkte dieser Großkonzerne kaufen und konsumieren.

Kann man das Palmöl nicht einfach ersetzen?

Nein. Kann man nicht. Der WWF hat eine Studie angelegt, in der berechnet wurde, welche ökologischen Konsequenzen das Austauschen von Palmöl gegen einen Alternativstoff haben würde. Das Ergebnis zeigt, dass kein Palmöl auch keine Lösung ist. Denn keine andere Pflanze bringt soviel gewonnenes Fett pro Hektar wie die Regenwald-Palme. Das heißt, würden wir eine andere Pflanze zur Gewinnung des Fettes anpflanzen, würden wir sogar noch mehr Platz brauchen und so auch noch mehr Treibhausgasemissionen generieren.
Insbesondere wenn wir statt Palmöl zum Beispiel Soja- oder Kokosfett produzieren wollten. Ein Austausch mit heimischen Pflanzen wie Raps- oder Sonnenblumenöl wäre zwar gut, aber auch dafür gibt es nicht unbegrenzt Platz. Denn leider ist keine andere Pflanze so ergiebig wie die Regenwald-Palme.

RSPO-zertifiziertes Palmöl

Das sogenannte RSPO-zertifizierte Palmöl soll Nachhaltigkeit suggerieren. In der Tat soll Palmöl, dass RSPO-zertifiziert ist, Rodungen eindämmen. RSPO ist immerhin die einzige Organisation, die wenigstens versucht, den Palmöl-Anbau nachhaltiger zu gestalten. Allerdings ist es kein Freifahrtschein für den weiteren Palmöl-Konsum ohne Gewissensbisse, denn der gesetzte Standard der RSPO hat viele Schwächen. Oftmals werden die veranschlagten Anordnungen nicht eingehalten und es gibt trotzdem illegale Rodungen und den Einsatz von gefährlichen Pestiziden.

Was wir tun können

Palmöl ist schlecht. Aber komplett darauf verzichten funktioniert auch nicht, da ein Austausch durch ein anderes Fett nicht helfen würde, sondern die Situation nur weiter  verschlimmert. Was wir aber wirklich tun können ist: REDUZIEREN!

Produkte mit Palmöl

palmoel-produktauswahl
Bild: greenpeace-muenchen.de

Die Liste an Produkten, die Palmöl enthalten, ist lang. In Deutschland werden pro Jahr ungefähr 1,8 Millionen Tonnen des Fettes konsumiert. Knapp die Hälfte davon – 41 Prozent – wird dabei durch Biodiesel verbraucht. Weitere 40 Prozent landen in Nahrungs- und Futtermitteln. Der Rest wird in Kosmetika, pharmazeutische Produkte, Wasch- und Reinigungsmitteln verarbeitet.
Vor allem in weiterverarbeiteten Nahrungsmitteln wie Schokolade, Fertiggerichten und Knabberwaren findet man Palmöl. Seit 2014 muss Palmöl explizit auf Lebensmittelverpackungen ausgewiesen sein.

Fünf Tipps zur Vermeidung von Produkten mit Palmöl

  1. Selber Kochen – Vermeidet man Fertiggerichte und auch Süßigkeiten, schont man nicht nur die Umwelt, man tut sich auch noch selbst etwas Gutes. Denn nichts geht über frisch zubereitetes Essen! Du bist, was du isst!
  2. Bewusstsein schärfen – Nehmt euch einfach mal die Zeit und schaut, ob ihr nicht alternative Nahrungs-, Reinigungs- und Waschmittel, wie beispielsweise das Ecoegg, sowie Natur-Kosmetika finden könnt, die kein Palmöl beinhalten.
    Alte Gewohnheiten lassen sich schnell ändern, wenn man will. Und ein besseres Gewissen hat man allemal.
    Außerdem sollte man nicht alles glauben, was Medien und Politiker uns glauben machen wollen,  denn es gibt keine nachhaltigen Palmöl-Plantagen und Bio-Sprit ist auch nicht umweltschonend. Wer wirklich Interesse an der Wahrheit hat, sollte sich bei Organisationen wie dem WWF oder Greenpeace direkt informieren.
  3. Öffentlicher Druck – Wenn wir uns nicht beschweren, werden wir auch nichts ändern.
    Fragt in Läden nach palmölfreien Produkten und „nervt“ ruhig die Angestellten und Firmen mit explizitem Nachfragen. Das erhöht den Druck auf die Konzerne, etwas zu ändern und zeigt ihnen, dass die Produkte nicht mehr einfach so akzeptiert werden.
  4. Öffentliche Verkehrsmittel benutzen – Man kann es nicht oft genug sagen: Lasst das Auto auch mal stehen! Benutzt öffentliche Verkehrsmittel, geht auch mal zu Fuß oder fahrt mit dem Fahrrad. Car-Sharing, Blablablacar, Fernbusse wie Flixbus,  Online-Meetings statt Geschäftsreisen – Es gibt viele Möglichkeiten, die schädlichen Emissionen einzugrenzen.
  5. Petitionen und Demonstrationen – Stagniert nicht in einer Beobachtungshaltung – werdet aktiv! Unterschreibt Petitionen, teilt diese in den öffentlichen Medien und sozialen Netzwerken, geht demonstrieren oder, besser noch, organisiert Demonstrationen. Jeder kann etwas für unsere Erde und ihren Erhalt tun.
Annika
Die Kleine

Mit einer Körpergröße von gerade einmal 156 cm gehört sie zu den kleinen Menschen unserer Bevölkerungsgruppe. Was ihr an Körpergröße fehlt, macht sie mit ihrer Vielseitigkeit wett. Die kunterbunte Mischung ihrer Interessen ist als Schreiberling eine große Bereicherung. Ob Punk Rock, Sinatra oder Die drei Fragezeichen, Horror- oder Liebesfilm, Steak oder Grünkern – sie kann allem etwas Positives abgewinnen. So richtig entscheiden will sie sich nicht, muss sie ja auch nicht.
Als Schauspielerin und Autorin konnte sie schon einiges von der Welt sehen, viele verschiedene Menschen kennen lernen und fremde Kulturen und Subkulturen erforschen. Kein Wunder also, dass sie jeden Kuchen probieren will!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.