Mangroven in Gefahr: Wie die Garnelenzucht ein Ökosystem zerstört

Weg mit den Garnelen und Bäume retten!

Fast jeder liebt Garnelen. Mit Knoblauch und Butter angebraten. Im Curry. Als Fingerfood. Im Garnelen-Cocktail. Paniert und frittiert als Streetfood. Kein Wunder, die Meeresbewohner sind ja auch wahre Leckerbissen, die uns mit ihrem süßlichen und dezenten Meeresgeschmack in den Sommer versetzen, und uns einen Hauch von Luxus und Joie de Vivre suggerieren. Dabei vergisst man nur leicht und zu gern, woher die kleinen Schmankerln kommen: Viele Garnelenarten, unter anderem auch die beliebten Black Tiger Garnelen, werden nämlich in den Mangroven gezüchtet – und das mit fatalen Folgen. Die Garnelenzucht geht nämlich voll auf Kosten des Ökosystems und zerstört damit den Lebensraum der dort lebenden Menschen und Tiere sowie unsere Umwelt.

Was sind die Mangroven eigentlich?

Mangroven-

Die Mangroven sind Wälder aus Mangrovenbäumen, die salzwasserresistent sind und in tropischen Küstenregionen vorkommen, wie zum Beispiel an den Küsten West- und Ostafrikas, Südamerikas, Madagaskars oder Indiens. Die Mangroven sind deshalb von so großer Bedeutung für Natur, Umwelt und Klima, weil sie ein eigenes Ökosystem darstellen, das einer Vielzahl an Arten einen Lebensraum gibt. Dazu gehören zum Beispiel auch wir Menschen und die meisten der noch lebenden Bengalischen Tiger. Dabei fungieren die Mangroven als natürlicher Schutz der angrenzenden Siedlungen vor Naturgewalten wie Hurricanes und Tsunamis, denen diese sonst völlig ausgeliefert wären. Außerdem sind die Mangroven in der Lage, Kohlenstoff effektiv und in sehr großer Menge zu binden, sogar mehr noch als die Regenwälder!

 

Tatort Mangroven

Mangroven

Dieses wertvolle Ökosystem ist allerdings in großer Gefahr: Die Mangroven werden nämlich in riesigen Zahlen abgeholzt, um Platz zu schaffen für gigantische Garnelenfarmen. In den Mangroven haben viele Garnelenarten ihre Kinderstube, weshalb es sich anbietet, sie auch direkt hier zu züchten.
Garnelen werden in immer größerer Menge in Aquakultur gezüchtet, um die stetig wachsende Nachfrage nach den leckeren Meerestierchen zu erfüllen. Und genau das ist das Todesurteil für die verbleibenden Mangrovenwälder auf unserer Erde, sowie die Lebensräume, die sie Menschen und Tieren bieten.
Bis heute sind schon geschätzt drei Millionen Hektar an wertvollem Marschland vor den Küsten zerstört worden, darunter auch Mangroven, um Platz zu schaffen für mehr und mehr künstliche Garnelenfarmen. Überraschend ist das nicht: Zum Teil haben solche Aquakultur-Farmen eine Größe von über 1000 Hektar! In den letzten 30 Jahren sind diese Farmen in ihrer Anzahl und Größe immer weiter gewachsen und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung und Zerstörung.

Die Auswirkungen der Garnelenfarmen auf die Mangroven

Mangroven

Dabei ist nicht nur die Abholzung der Mangrovenbäume das Problem. Dazu kommt noch, dass die Garnelen in ihren Teichen reichlich mit Antibiotika versorgt werden, damit sie auf so engem Raum keine Infektionen bekommen. Und weil man ja nicht möchte, dass irgendetwas anderes in den Teichen wächst als Garnelen, mischt man zusätzlich Pestizide in das Wasser. Das heißt, die Garnelen, die wir anschließend konsumieren, sind immens belastet.
Nach nur drei Jahren derartigen Vorgehens sind dann die Teiche so vergiftet, dass sie aufgegeben werden müssen. Die Folge: Noch mehr Mangroven werden abgeholzt und immer neue Teiche und Farmen entstehen, die wieder zerstörtes Land hinterlassen. Und so werden immer größere Teile der Mangroven in Südamerika, Afrika und der Pazifik für den Garnelenmarkt “erschlossen”, wie es euphemistisch so schön heißt.
Der Gewinn, den die Garnelenfarmen erzielen, ist nur von kurzer Dauer im Vergleich zur nachhaltigen Zerstörung der Umwelt und des Lebensraumes von Tieren und Menschen in den betreffenden Regionen.

Die Nachfrage bestimmt den Markt

Tja, und was können wir jetzt dagegen tun, dass irgendwo am anderen Ende der Welt die Mangroven sterben? Ganz einfach: Wir können unseren Konsum verändern! Die Hauptkonsumenten von Garnelen sind die Vereinigten Staaten, Kanada, Japan und Europa. Und genau in den Händen dieser wohlhabenden Länder, die Garnelen als Luxusprodukt importieren, liegt das Schicksal der Mangroven. Da der schnell wachsende und geldbringende Markt die treibende Kraft hinter der gesamten Garnelenindustrie ist, muss die Nachfrage nach Garnelen weltweit stark reduziert werden, damit auch das Angebot sinkt. Sprich: Ab und zu könnte man die Surf ‘n’ Turf Pizza ja vielleicht mal weglassen und damit die Mangroven retten.

Birgit
Ute Unentschieden

Ist notorisch unentschlossen. Die Frage, ob man heute lieber den blauen oder grauen Pulli anziehen soll, kann einen aber auch aus der Bahn werfen. Deswegen geht Einkaufen auch gar nicht, da stehen zu viele Entscheidungen an. Außer wenn es um Bücher geht. Und Essen für den Sonntagsbrunch. Und Tee. Der hilft auch immer, wenn die Vergesslichkeit mal wieder zuschlägt: Wo ist eigentlich mein Schlüssel? Ach, das war heute?! Puh, erstmal durchatmen und zur Ruhe kommen mit dem Lieblingstee im passenden Kännchen. Versteht sich von selbst. Und Schokolade. Viel. Schokolade.

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