Kokoswasser: Wundermittel oder überteuerter Mythos?

Kalorienarm, isotonisch und ganz natürlich: Kokoswasser als neues In-Getränk für gesundheitsbewusste Konsument*innen?

In den Großstädten kann man Kokoswasser kaum noch aus dem Weg gehen – und auch wer ab und zu mal in ein Klatschheft schaut oder auf Fitness-Seiten surft, stolpert immer wieder über das Trendgetränk. Promis wie Madonna oder Rihanna schwören auf den Drink: Er soll den Körper beim Sport mit Nährstoffen versorgen und kann beim Abnehmen helfen. Doch was ist dran am Kokos-Hype?

Zuallererst müssen wir zwischen Kokoswasser und Kokosmilch unterscheiden – das Wasser ist die trübe, süße Flüssigkeit aus dem Inneren unreifer Kokosnüsse. Kokosmilch hingegen besteht aus fetthaltigem Fruchtfleisch, welches mit etwas warmem Wasser zu einer Milch vermixt und oft in der karibischen oder asiatischen Küche verwendet wird. Und Kokosöl ist sowieso eine ganze andere Nummer. Gerade kalorientechnisch gibt es da einen riesigen Unterschied!

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Was ist das Gute an Kokoswasser?

Es gibt einige Gründe, das leckere Wasser aus der harten Frucht trinken zu wollen:

Kokoswasser wirkt isotonisch, denn neben Wasser und  gerade mal 4 Gramm Zucker pro 100 Gramm Kokoswasser  besteht selbiges aus Mineralien wie Kalium, Magnesium und Natrium.
Eine Studie der Indiana University Southeast untersuchte das Wasser und stellte fest, dass es durch den sehr hohen Kaliumgehalt durchaus als Sportgetränk geeignet ist. Natrium und Magnesium sind jedoch, wie auch Kalzium zu gering dosiert, um Ausdauersportler ausreichend zu versorgen und ähneln eher Mineralwasser. Für den kurzen Sport und zum Durstlöschen lohnt sich der Griff zum Kokos-Tetrapack auf jeden Fall, und verglichen mit Saftschorlen ist es auf definitiv die bessere Wahl.

Bio-Varianten sind, wie so oft, den herkömmlichen Produkten vorzuziehen. Es gibt inzwischen sehr viele verschiedene, natürliche Kokoswasser von Marken wie Aquaverde, Morgenland oder The Elements, die ohne zugesetzte Stoffe auskommen.

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Vor dem Hype: kurz durchatmen!

Kokoswasser ist trendy, es versorgt dich bei schweißtreibenden Aktivitäten mit Kalium und macht deine Getränke etwas exotischer – wie zum Beispiel dem Gin-Rosé-Kokoswasser-Cocktail.

Du solltest aber einige Dinge wissen, bevor du zu dem teuren Wasser greifst:

  • Der Geschmack: Kokoswasser schmeckt nussig und süßlich, hat aber nichts mit dem typischen Kokosnuss-Geschmack zu tun.
  • Kokoswasser macht nicht schlank: Beim Sport macht das Getränk Sinn, jedoch taugt es kaum als Wellness-Getränk oder Wasserersatz. Bei rund 20 Kalorien pro 100 Millilitern kann man zwar nicht von einer Kalorienbombe sprechen, doch ein „Schlankmacher“ sieht anders aus.
  • Es fehlen die Beweise: Die Anbieter werben mit den irrsten Versprechungen, und auch im Internet liest man immer wieder von positiven Auswirkungen auf Herzerkrankungen, Zellerneuerung und Detox-Qualitäten. Dafür fehlen aber explizite Studien – der wissenschaftliche Beweis ist also noch nicht erbracht, kann natürlich aber trotzdem vorhanden sein…
  • Umweltbewusst ist anders: Kokoswasser wird meist in Brasilien oder Thailand abgefüllt und muss weite Wege nach Deutschland zurücklegen. Die Ökobilanz schreibt also keine grünen Zahlen, und das Wasser ist ein richtiger Klimakiller. Das passt nicht so wirklich zum Yoga-Bio-Image des Trendgetränks. Die vielen Plastikflaschen und Tetrapacks für oft nur 300 Milliliter lassen die Müllberge weiter wachsen.

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Was lohnt sich?

Kokoswasser ist ein Luxusprodukt, das nicht so richtig weiß, was es eigentlich will. Ab und zu mag es mal Spaß bringen, doch so wirklich Grund für den Hype gibt es nicht. Wer hin und wieder trotzdem ein bisschen Tropenfeeling bei sich haben will, sollte wenigstens Bio kaufen und auch versuchen, eine gut recyclebare Verpackung zu besorgen. Auch auf Zusatzstoffe wie Aromen sollte verzichtet werden.

In verschiedenen Tests wurden einige Produkte probiert und bewertet. Dabei fällt auf, dass auch schon die großen (bösen) Konzerne mitspielen – so hat zum Beispiel Coca Cola ein Kokoswasser namens Zico herausgebracht, das übrigens durchweg eher schlechte Noten bekommt.

Gute Bewertungen bekam hingegen Real Coconut Water, das süßer schmeckt als herkömmliches Kokoswasser – und dabei trotzdem frei bleibt von Zusatzstoffen und Zuckerzusätzen. Positiv fällt den Tester*innen auch das Dr. Goerg Kokoswasser durch seinen ausgewogenen Kokosgeschmack auf. Produkte von dmBio und Alnatura schwächeln leider etwas im Aroma durch ihre leichte Säure – aber das ist schließlich dann doch alles Geschmackssache.

Sophia
Die Räubertochter

Sophia taumelt zwischen Konzerten, Flohmärkten und Versuchspersonenstunden hin und her und versucht das Leben im Zaum zu halten – oder vielleicht ist es auch andersherum. Wenn sie nicht in Psychologie-Vorlesungen sitzt, treibt sie meist Unfug mit Texten, Musik oder FreundInnen und will Sachen machen. Die überzeugte Vegetarierin und selbsterklärte Ästhetikerin ist auf der Suche nach dem Besonderen im Leben und versucht uns mit Ideen, Tipps und Inspiration bei Laune zu halten.

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