Was dein Kaffeebecher über dich verrät!

Ein Kaffeebecher ist robust. Ein Kaffeebecher ist treu. Tief gestapelt hinter Schranktüren, ein Anker am Morgen, dann vergessen auf Küchentischen und Schreibtischen, gezeichnet durch braunen Ablagerungen am Boden oder durch Schlieren an den Seiten, manchmal sogar halbvoll zwischen Autositzen: Becher sind Wegbegleiter unseres Lebens. Sie machen alles mit.

Kaffeetassen im Regal

Manche von uns kaufen in jeder Stadt einen. Andere haben sie lieber im Disney oder Star Wars-Look, auch wenn sie selbst schon erwachsen sind. Wieder anderen ist die Form der Henkel am wichtigsten. Aber eins ist uns allen gemeinsam: Unsere Kaffeetassen sind uns Wegbegleiter und Verbündete, und wir hängen an ihnen.

Obwohl ich sonst bunten Schnörkeln und abgestandenen Mottos eher abgeneigt gegenüberstehe, finde ich es mehr als nur in Ordnung, wenn Tee- oder Kaffeebecher derart dekoriert sind. Mehr noch, ich finde einen Haushalt, in dem es nur unbefleckte, schneeweiße Tassen oder Becher gibt, zu steril und höchst suspekt.

Warum ist das wohl so? Warum erhalten diese skurrilen Trinkgefäße einen Ehrenplatz in unserem Schrank und in unserem Leben? Ich schreibe bewusst im Plural, denn ich habe mich umgehört, und ich bin nicht allein. Fast jeder hat seinen Lieblingsbecher, fast jeder tut sich schwer damit, ein angeknackstes Exemplar dieser Gattung zu entsorgen.

Elvis-Kaffeetasse
Ein normales Trinkglas mit einem Slogan wäre eine Geschmacklosigkeit, aber warum ist ein Becher mit einer Aussage salonfähig?

Kaffeebecher markieren Phasen in unserem Leben. Mit ihnen teilen wir uns mit, durch sie geben wir etwas von uns preis – unsere Identität(en), unseren Humor, unsere Wünsche, oder die Dinge, die wir am meisten fürchten. Ein Kaffeebecher zeigt, wer wir sind. Er erzählt eine Geschichte. Genau wie wir bekommt auch der Becher mit der Zeit seine Risse und Flecken, und es bröckelt etwas ab durch den aufreibenden täglichen Gebrauch.

Mein Freund, der Kaffeebecher

In unserer ersten Bude essen wir aus Bechern und trinken Wein aus Bechern und machen Becher zu Aschenbechern. Wir werden erwachsen und bewegen uns weiter – oftmals mit unserer Nostalgie und unseren Tassen. Die dickwandige Keramik hält unsere Unzulänglichkeiten und manchmal auch unsere Gesichter gut versteckt, an ihren Henkeln halten wir uns fest, wenn wir Kummer haben, müde oder krank sind. All das könnte ein aalglattes, transparentes Glas nie leisten.

 

Was für ein Kaffeebecher-Typ bist du?

 

star-wars-becher
© GGS bei Amazon

#1 Für Verspielte

Dieser Becher ist für ewige Kinder… die Kaffee trinken. Während sie das tun, haben Sie wahrscheinlich eine große Comic-Sammlung und (immer noch) viel Spielzeug zu Hause. Vielleicht gießen sie auch Sahne in ihren Kaffee und erklären danach mit Genugtuung, dass „die galaktische weiße Schmiere erfolgreich ins schwarze Kaffee-Universum eingedrungen ist“.

 

 

 

Barcode-becher
© Teeshell bei Amazon

#2 Für Idialisten

Dieser Becher sagt: „Ich protestiere gegen die Kommodifizierung und Kommerzialisierung unserer Gesellschaft, und ich bin mir sehr wohl bewusst, dass ich mit dem Kauf dieses unlauter gehandelten Produktes ein System mittrage, das Barcodes über Menschen stellt … aber ich brauche trotzdem meinen Schuss am Morgen!“

 

 

 

 

© Ikea
© Ikea

#3 Für Ästheten

Mit diesem Becher bezeugst du deinen Sinn für schöne Dinge, und du weißt genau, was dir gefällt. Du brauchst keinen Henkel zum Festhalten, und praktisch veranlagt bist du auch noch: Deine Becher lassen sich platzsparend stapeln und im Schrank verstauen.

 

 

Zauberwürfel-becher
© Dolce & Gabbana bei Amazon

 

#4 Für Genies

Dies ist ein Becher für jemanden, der ein Genie zu sein vorgibt. Aber nur mal zur Erinnerung: Ein Becher, der wie ein Zauberwürfel geformt ist, ist noch lange kein echter Zauberwürfel. Obwohl vielleicht nur Genies aus diesem Becher trinken können, ohne sich zu bekleckern…

 

 

 

#5 Für Mundfaule

Als Morgenmuffel kriegst du am Frühstückstisch den Mund nicht auf – Was wäre, wenn dein Becher für dich sprechen könnte? Oder vielleicht kannst du selbst aufmunternde Worte gebrauchen, um aus der Hüfte zu kommen? Dann ist die sprechende Tasse genau das Richtige für dich! Dank dem Mikrophon im Tassenboden kannst du für wen auch immer eine Sprachnachricht aufzeichnen. Sobald du die Tasse hebst, wird die Nachricht abgespielt.

(Video: © Coolstuff)

 

 

 

 

Tina
Zauberfee im Wörterland

Tina hat viel gesehen von der Welt, und sie hat nicht nur ein Zuhause. Am liebsten isst sie Süßes, deswegen sind ihre Zähne so schlecht, aber Lachen tut sie trotzdem gerne, denn „wir haben doch verdammt nochmal ein Schweineglück, hier und jetzt zu leben“. Und Tina liebt Wörter, viele Wörter, besonders Schwarz auf Weiß. Oder auf Gelb, wie bei Zitronenzauber.

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