Zeitreisen – zu Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt… | Jetlag

Der Jetlag ist anstrengend und kann uns die Reise vermiesen. Woher er kommt und wie du ihn vermeiden kannst:

Schon Wahnsinn – wenn du wolltest, könntest du jetzt ein paar Stunden in die Zukunft oder in die Vergangenheit reisen. Wenn du nach Osten fliegst, bewegst du dich mit der Erdumdrehung und musst auf ein paar Stunden deines Lebens verzichten – die sind dann einfach so weg. Einholen kannst du sie aber, wenn du wieder zurückfliegst, denn ein Flug nach Westen geht in die Vergangenheit. Diese Zeitverschiebung wirkt sich allerdings auf den Körper aus. Wer schon einmal in die USA, nach Asien oder Australien geflogen ist, kennt das: Morgens schon um vier hellwach im Bett liegen, nachmittags in den Sekundenschlaf abrutschen und sich wie gerädert fühlen.

Was ist Jetlag?

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Unser innerer Rhythmus wird durch eine innere Uhr gesteuert. Diese sogenannte biologische Uhr wird durch Zeitgeber kontrolliert. Das können verschiedene Dinge sein, der stärkste Zeitgeber ist jedoch das Licht. SCN-Zellen in unserem Gehirn synchronisieren sich mit dem Licht. Bei tagaktiven Lebewesen wird die körperliche Aktivität mit den ersten Lichtstrahlen aktiviert, und bei Dunkelheit wird der Körper heruntergefahren.

Bei Flügen nach Osten gibt es eine Phasenvorverlagerung, bei Flügen nach Westen wird die Phase nach hinten verschoben. Wenn ich jetzt einfach so in eine andere Zeitzone fliege, bin ich meinem inneren Rhythmus einige Schritte in der Anpassung voraus, die Zellen sind ganz durcheinander und können sich nicht so schnell mit der neuen Umgebung synchronisieren. Die Folge: Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schlafprobleme. Denn Umstellung ist nicht gleich Umstellung: Im Kopf mag es etwas schneller gehen, der Darm zum Beispiel braucht aber seine Zeit. Generell verträgt aber unser Körper ein Flug nach Westen besser als einen Flug nach Osten.

Ein Grund, in der Jugend viel zu reisen: Der Jetlag wird mit zunehmendem Alter immer schlimmer, da sich psychische und physische Veränderungen immer stärker auf den Körper auswirken.

Wie kann man Jetlag vermeiden?

Biologisch gilt: Für jede Stunde, die man sich entgegen der eigenen Zeitzone bewegt, braucht der Körper einen Tag, um sich anzupassen. Wenn du also ein Ziel ansteuerst, an dem die Uhr um zehn Stunden verschoben ist, musst du dich auf zehn Tage Jetlag einstellen.
Wenn du die Auswirkungen deines Langstreckenfluges minimieren möchtest, haben wir hier einige Tipps für dich.

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Vor der Reise

Versuche, allmählich deinen Schlaf- und Essrhythmus an die zukünftige Zeitzone anzupassen. Wenn du also nach Westen fliegst, solltest du jeden Tag eine Stunde später Abendbrot essen und schlafen gehen. Bei einer geplanten Asienreise macht es Sinn, jeden Tag eine Stunde früher aufzustehen. 
Ein guter Tipp: ausgeruht und entspannt in den Flieger steigen – die oft niedrigen Temperaturen und Flugstrapazen an sich können den Körper stark schwächen und zu Erkältungen führen. Und die kann ja nun wirklich keiner gebrauchen, wenn er frisch im Urlaubsresort angekommen ist.

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Während des Fluges

Während des Fluges solltest du dich ab und zu bewegen, auch um Thrombose entgegen zu wirken. Trinken ist, wie eigentlich immer und überall, das A und O, denn es verhindert unnötige Kopfschmerzen oder Kraftlosigkeit, die den Jetlag noch verschlimmern. Wenn der Flug langweilig ist und alle Filme schon geguckt sind, solltest du dich trotzdem etwas an das Licht draußen anpassen. Wenn es dunkel wird im Flugzeug, solltest auch du versuchen zu schlafen.

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Nach dem Flug

Knallhart, aber hilfreich: intensives Licht oder intensive körperliche Betätigung früh am nächsten Morgen nach dem Flug unterstützen die Anpassung. Und bloß nicht direkt ins Bett hüpfen, wenn du angekommen bist – auch wenn du fix und fertig bist. Mal kurz ausruhen oder ein halbstündiger Power-Nap sind allerdings okay. Das hilft dir, dich schneller an den neuen Schlafrhythmus anzupassen. Drogen, Alkohol und Koffein sollten während der Jetlag Phase vermieden werden: Die Zigarette danach und der rettende Kaffee mögen vielleicht die Strapazen des Fluges kurzfristig angenehmer machen, helfen aber dem Organismus nicht wirklich bei der Umstellung.

Sophia
Die Räubertochter

Sophia taumelt zwischen Konzerten, Flohmärkten und Versuchspersonenstunden hin und her und versucht das Leben im Zaum zu halten – oder vielleicht ist es auch andersherum. Wenn sie nicht in Psychologie-Vorlesungen sitzt, treibt sie meist Unfug mit Texten, Musik oder FreundInnen und will Sachen machen. Die überzeugte Vegetarierin und selbsterklärte Ästhetikerin ist auf der Suche nach dem Besonderen im Leben und versucht uns mit Ideen, Tipps und Inspiration bei Laune zu halten.

Eine Antwort zu "Zeitreisen – zu Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt… | Jetlag"

  1. Hi !
    Ich bin sehr viel in Asien, oft jeden Monat für 10-14 Tage.
    Mein Rezept nach knapp 18 Jahren Asientrips:
    – Falls möglich einen Flug nehmen, bei dem man spätestens um 16 Uhr am Zielort ist.
    – Am Ankunftstag versuchen den Rest des Tages normal zu gestalten, vom Ablauf her wie auch vom Essen.
    – Nicht deutlich vor Mitternacht schlafen gehen, dann schläft man locker 6 Stunden durch und wird nicht nach wenigen Stunden wieder wach und kann dann nicht mehr einschlafen.
    – Das sollte man die ersten 2-3 Nächte durchhalten und schon ist man im lokalen Zeitrythmus.

    Gruß,
    -rednose-

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