Home Office Teil I

Tina sagt: Es gibt mindestens 5 gute Gründe, Home Office zu machen.

Seien wir mal ehrlich: Büros sind tatsächlich schreckliche Orte fürs Arbeiten. Sie sind laut, schlecht gelüftet, unpersönlich, und machen uns anfällig für ständige Unterbrechungen. Die tollen und komfortabelsten Büros sind in der Regel nur dem Senior Management der Großkonzerne vorbehalten, aber muss das wirklich so sein? Wenn du dein Zuhause zu deinem Home Office machst, dann lässt das eventuell sogar den Arbeitsplatz eines Fortune 500-Geschäftsführers blass aussehen. Wer kann schon von sich behaupten, in seinem Büro einen Fernseher, ein eigenes Bad mit Dusche, einen gefüllten Kühlschrank sowie echte Privatsphäre zu haben?

glückliche Frau auf Fußboden

Es gibt viele gute Gründe fürs Home Office, und einige habe ich für euch einmal hier aufgelistet:

1. Weil es gut für dich ist

Wir verbringen unser modernes Leben zunehmend sitzend, und unser Arbeitsplatz macht da keine Ausnahme. Immer mehr Forschungsergebnisse zeigen, dass diejenigen, die mehr als drei Stunden am Tag sitzen,  eine nachweislich kürzere Lebenserwartung haben, was selbst diejenigen einschließt, die regelmäßig Sport treiben. Wer zu viel sitzt, ist einem erhöhten Risiko für Herz-Erkrankungen, Diabetes und Krebs ausgesetzt.

Für viele Manager scheint das Sitzfleisch immer noch das Maß aller Dinge zu sein, obwohl man ja in der Zwischenzeit weiß, dass das die Produktivität nicht unbedingt steigert. Auch ohne ADHS nimmt bei einem normalen Erwachsenen die Konzentrationsfähigkeit schon nach einer Stunde ab und ein Päuschen wäre angebracht. Trotzdem stehen wir deshalb nicht gleich auf, denn wir müssen ja beschäftigt und fleißig aussehen. So schauen wir doch lieber einmal ins Facebook rein, das fällt weniger auf. Und was soll man im Büro auch schon machen, außer noch einen Kaffee?

Zu Hause kannst du je nach Job (fast) immer aufstehen, wann es dir beliebt, und noch dazu etwas Sinnvolles tun: einen kleinen Abwasch, die Waschmaschine in Gang setzen, einmal kurz die Katze streicheln, oder sogar eine gesunde Runde um den Block drehen.

Yoga mit Laptop

2. Weil es der Umwelt gut tut

Man kennt die Bilder: Überfüllte Autobahnen schon am Morgen, in jedem Wagen sitzt meist nur eine Person. Das hinterlässt vor allem stinkende Luft und Laune. Untersuchungen haben gezeigt, dass Mitarbeiter, die aus dem Home Office arbeiten, im Durchschnitt 1,5 Stunden pro Tag an Fahrtzeiten vermeiden können, bei ca. 50 Kilometer Fahrtstrecke. Das entspricht bei 200.000 Personen – also einem Prozent der potentiellen Nutzer von Home Offices in Deutschland – 1.705 Tonnen CO2-Reduktion oder 10,7 Mio. Kilometer Laufleistung eines Mittelklasse-PKW. Oder 266 Erdumrundungen pro Tag.

3. Weil du Zeit und Nerven sparst

Auch wenn du nicht den gesamten Erdball umrunden musst, um zur Arbeit zu kommen, jeder braucht seine Zeit, bis er endlich geschniegelt und gestriegelt an seinen Schreibtisch sitzt. Selbst wenn es sich nur um eine halbe Stunde Fahrtzeit handelt, hin und zurück wäre das schon ein vierundzwanzigstel deines Tages! Die Zeit kannst du besser nutzen, und weniger gehetzt wirst du auch sein. Das Frühstück, die Körperpflege, das Schuhe putzen – alles kann über den Tag verteilt werden, was besonders denjenigen zugutekommt, die lieber und besser jenseits des „nine-to-five“-Schemas leben.

Jeder kann nur für sich selbst entscheiden, wie die so oft beschwörte Work-Life-Balance zu erreichen wäre, aber eigentlich ist selbst der Begriff schon längt veraltet. Denn er beinhaltet ja, dass Leben und Arbeiten sich diametral gegenüberstehen. Aber Arbeiten ist ein Teil unseres Lebens, und ganz sicher nicht der schlechteste. Vielen von uns macht die Arbeit sogar Spaß, und damit das so bleibt, brauchen wir oft nur dieses Quäntchen Flexibilität!

4. Weil du produktiver bist

Kann das stimmen? Eine Langzeitstudie der Standford University um Professor Nicholas Bloom sagt ja. Die hat zwischen 2005 und 2013 herausgefunden, dass Home-Office-Mitarbeiter eines Call Centers durchschnittlich 13% mehr Anrufe bearbeiteten als ihre Kollegen im Büro. Das macht fast einen zusätzlichen Tag in der Woche aus.

I love my job

Wer weitestgehend selbstbestimmt arbeiten darf, ist produktiver und motivierter. Home Office ist Vertrauenssache, und wer zu Hause arbeiten darf, wird eben eher an seinen Resultaten gemessen, und nicht an abgesessener Zeit. Und das ist ein gutes Gefühl – besonders mit dem Lieblingsgetränk in der Hand und den Wohlfühlklamotten am Leib.

5. Weil auch die Firma davon profitiert

Die Industriegesellschaft hat die Präsenzkultur mit sich gebracht, und die lässt sich nicht so leicht ändern – vor allem nicht in unseren Köpfen. Daher denken bei Home Office viele Chefs immer noch an Ausschlafen, im Pyjama am Laptop sitzen und drei Stunden Mittagspause machen. Hier umzudenken kommt allerdings auch den Unternehmen zugute, denn wer mit seinen Mitarbeitern Home Office-Zeiten vereinbart, kann auch flexiblere Arbeitszeiten festlegen. So verbessern zum Beispiel Spätaufsteher, die dafür bis 21 Uhr arbeiten, die Erreichbarkeit für Kunden und andere Unternehmensstandorte gleichermaßen. Denn im Zeitalter der Globalisierung kommt es immer mehr darauf an, verschiedene Zeitzonen abzudecken.

Jetzt bin ich gespannt, was Sibylle dazu sagt.

Und was meinst du? Sag uns mal die Meinung!

Tina
Zauberfee im Wörterland

Tina hat viel gesehen von der Welt, und sie hat nicht nur ein Zuhause. Am liebsten isst sie Süßes, deswegen sind ihre Zähne so schlecht, aber Lachen tut sie trotzdem gerne, denn „wir haben doch verdammt nochmal ein Schweineglück, hier und jetzt zu leben“. Und Tina liebt Wörter, viele Wörter, besonders Schwarz auf Weiß. Oder auf Gelb, wie bei Zitronenzauber.

Eine Antwort zu "Home Office Teil I"

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.