Fuck Perfection!

Der Zwang perfekt zu sein

Der Zwang zur Selbstoptimierung war noch nie so hoch wie heute. Wir sollten am besten alles sein und alles können: super fit, schlank und sexy, wir sollten Super-Ehefrau/ Super-Ehemann sein, tolle Eltern, Granaten im Bett, natürlich extrem erfolgreich in unseren Jobs, ach ja, und eine gesunde und ökologische Ernährung ist natürlich selbstverständlich. Das alles sollten wir dann unseren, hoffentlich zahlreichen, Followern auf den diversen Social Media Plattformen in regelmäßigen und gelungenen Posts mitteilen. Like-generierend eben – schließlich müssen alle sehen, was für tolle und perfekte Übermenschen wir doch sind.

Fuck-Perfection

Aber wofür machen wir das eigentlich? Macht uns das alles wirklich glücklicher? Und was spricht dagegen, sich ab und zu mal fettige und salzige Chips auf dem Sofa in einer Gammel-Jogginghose reinzuziehen? Und warum machen wir nicht davon ein Foto und feiern uns selbst?

Wer ist schuld?

Wenn wir ganz ehrlich sind, sind eben besonders die Social Medias für diesen Trend verantwortlich. Wenn wir ständig sehen (egal, ob es der Wahrheit entspricht oder nicht), wie unsere Bekannten, Freunde oder auch völlig fremde Menschen, Bilder aus ihrem Urlaub posten oder was sie heute wieder für ein Gourmet Gericht gezaubert haben, setzt uns das unweigerlich unter Druck. Wir fragen uns dann, ob wir unser Leben eigentlich ausreichend gestalten oder ob wir gesund genug leben. Wir müssen beweisen, dass wir genauso toll sind und genauso so viel können und erleben wie die anderen. Durch diese ewige (Neid-) Spirale kommen wir unweigerlich zu diesem erdrückenden Gefühl der Selbstoptimierung. Aber wann ist das Perfektsein zu viel? Spätestens, wenn wir uns unglücklich und einfach nur gestresst fühlen, ist es an der Zeit etwas zu ändern und die Perfektions-Bremse zu ziehen.

Lieber unperfekt glücklich als perfekt unglücklich!

Fuck-Perfection
Bildquelle: flickr.com

Der Autor Patrick Batarilo hat zu diesem Thema ein hilfreiches Buch geschrieben, in dem er Selbstversuche gestartet und sich dabei auch mal gezwungen hat, überhaupt nichts zu tun. Oder stundenlang einfach nur eine Wand anzustarren. Wie schwer das war, erzählt er auf amüsante und interessante Art in seinem Buch „Fuck Perfection – Lieber unperfekt glücklich als perfekt unglücklich.“

Dabei kommt das Buch keineswegs als schlauer Ratgeber um die Ecke. Das Buch ist unkonventionell, witzig und tut dem Leser einfach nur gut. Man kann quasi zeitgleich die Selbstversuche des Autors ausprobieren und verändert somit bereits während des Lesens etwas an seiner eigenen Einstellung: sich selbst wieder entschleunigen und Platz im Kopf schaffen.

Ein bisschen Perfektionismus schadet nicht

Fuck-Perfection-ein-bisschen-Perfektionismus-schadet-nicht

Natürlich sollt ihr euch auch nicht völlig gehen lassen, und ein bisschen Anpassung an die Gesellschaft schadet ebenfalls nicht. Aber: Ihr müsst euch treu bleiben! Wenn ihr vegane Ernährung zwar sinnvoll findet, euch dann aber heimlich einen Burger reinzieht, bringt das auch nichts. Ihr müsst niemandem etwas beweisen.

Keine Angst vor Bewertungen

Wenn ihr eure selbst gesetzten hohen Standards, euer Streben nach Vollkommenheit und die Angst vor Bewertung ändern wollt, müsst ihr unbedingt anfangen, nicht so streng zu euch selbst zu sein. Lasst los, konsumiert weniger von dem Leben anderer und lebt wieder euer eigenes Leben – und zwar so, wie es euch gefällt. Als kleine Stütze und witzigen Support könnt ihr gerne mal in das tolle Buch von Patrick Batarilo schauen. Anregungen zur Veränderung findet ihr dort auf jeden Fall.

Und mal ganz ehrlich – wer steht eigentlich wirklich auf perfekte Menschen??? Und wir sind sicher nicht perfekt, nur weil wir jedem Trend hinterher rennen. Trends kommen und gehen, wir bleiben und zwar so, wie wir sein wollen und nicht, wie andere uns gerne hätten.

Annika
Die Kleine

Mit einer Körpergröße von gerade einmal 156 cm gehört sie zu den kleinen Menschen unserer Bevölkerungsgruppe. Was ihr an Körpergröße fehlt, macht sie mit ihrer Vielseitigkeit wett. Die kunterbunte Mischung ihrer Interessen ist als Schreiberling eine große Bereicherung. Ob Punk Rock, Sinatra oder Die drei Fragezeichen, Horror- oder Liebesfilm, Steak oder Grünkern – sie kann allem etwas Positives abgewinnen. So richtig entscheiden will sie sich nicht, muss sie ja auch nicht.
Als Schauspielerin und Autorin konnte sie schon einiges von der Welt sehen, viele verschiedene Menschen kennen lernen und fremde Kulturen und Subkulturen erforschen. Kein Wunder also, dass sie jeden Kuchen probieren will!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.