Fotobearbeitung: Keiner will deine Handyfotos sehen? Hier ein paar Tipps…

Als Erstes muss ich zugeben: wahrscheinlich wollen ganz viele Leute die Fotos auf meinem Handy oder meinen Instagramstream auch nicht sehen – obwohl ich bei vielen Fotos schon verschiedene Sachen bedenke und sie gerne hab. Aber viel wichtiger ist ja auch eigentlich, dass jeder selbst die eigenen Fotos angucken möchte. Und ich finde es unheimlich schön, meine Reisefotos, Erinnerungen oder Schnappschüsse von FreundInnen immer wieder anzugucken.
Fotobearbeitung ist generell auch Geschmackssache. Sie hilft aber, deine Fotos aufzuwerten und deinen Spaß (und den des Publikums) zu vergrößern, indem du ein minimales qualitatives Niveau hast.

Denn beim Fotografieren muss man ziemlich viel beachten (sagen zumindest die Profis) und es gibt unheimlich viele Regeln – ich finde allerdings, alles was gefällt ist gut. Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit des Gefallens höher, wenn du versuchst, einige der Dinge zu beachten, die ich dir gleich aufzählen werde. Denn das menschliche Auge und die entsprechenden Gehirnareale haben bestimmte Präferenzen in der Verarbeitung von Reizen, und das kann man sich ja auch mal zu Nutze machen.

Halte dein Handy gerade

Was mich oft ziemlich aufregt, ist, wenn die FotografInnen ihre Handys schief halten und so das ganze Bild sehr unordentlich und ungeometrisch wirkt. Es macht meiner Meinung nach schon einen Unterschied, ob die stehende Person vom linken unteren Bildrand in den rechten oberen Rand wächst oder einfach ganz normal und gerade steht. Das Bild ist ruhiger, wenn du realitätsgetreue Verhältnisse hast – also z.B. der Horizont auch auf dem Foto wirklich horizontal ist, und nicht ein Gefälle von 30 % aufweist. Künstlerische Freiheiten natürlich ausgenommen. Gerade Linien finde ich generell sehr wichtig, es sieht gut aus, wenn es eine klare horizontale oder vertikale Linie gibt – ob eine Hauskante, die Kondensstreifen am Himmel oder die Wäscheleine im Garten.

Achte auf Details

Ich habe mir schon so einige Fotos versaut, indem ich nicht auf Kleinigkeiten im Hintergrund geachtet habe. Beim Fotografieren bemerkt man oft nicht die Strähne, die bei dem oder der Gegenüber ganz seltsam absteht oder die zerknitterten Gardinen im Hintergrund. (Mein Highlight sind auch immer noch Spiegelselfies in Spiegeln, die vor Spritzern und Staub fast blind sind!). Wenn du also ein Foto machen willst, schaue durch die Linse und prüfe, ob ungewollter Krempel im Hintergrund liegt, Schilder von Klamotten rausgucken oder Leute zu sehen sind, die da nicht sein sollten. Das Ganze ist natürlich wenig auf Schnappschüsse übertragbar (deswegen sind die ja auch immer so besonders, wenn schön), aber ein grober Hinweis für dich. Denn da ein Foto nunmal stehen bleibt, fallen Details viel mehr auf als in der reizüberfluteten Realität.

Es werde Licht

Womit das Foto meistens steht oder fällt, ist das Licht. An jedem Ort gibt es anderes Licht. Kunstlicht ist sowieso immer verschieden und die verschiedenen Qualitäten der Kameras machen es unmöglich, ein generelles Urteil zu sprechen. Morgensonne und das Licht so eine Stunde vor Sonnenuntergang finde ich aber besonders schön – nicht so grell und trotzdem ausreichend hell (ha, ein Reim).

Hört auf mit dem Posieren

Ja, das ist schwer, und keiner mag es. Man könnte ja blöd aussehen. Aber eigentlich ist es doch noch viel unangenehmer, wenn jemand zu dir kommt und sagt: So, jetzt guck mal nett, ich mache ein Foto! Zumindest bei mir breitet sich dann eine Ganzkörperstarre aus und mein Blick kann meist töten. Leute zu fotografieren, ohne dass sie es wissen, finde ich bei FreundInnen okay, aber mancher ist da sehr eigen. Wenn deine Lieben kein Problem damit haben, ohne Vorwarnung abgelichtet zu werden, nutze das auf jeden Fall aus. Natürlichkeit bringt eine unnachahmliche Authentizität auf dein Foto und ist auch einfach viel sympathischer. Wenn du mitkriegst, dass deine FreundInnen das stört, lass es sein – und auch Fremde ohne ihr Wissen zu fotografieren ist riskant. Das kann rechtliche Folgen haben, und gerade wenn es darum geht, dass ihr das Foto eventuell irgendwo posten wollt, finde ich es unfair die Leute unwissentlich im Internet zu präsentieren.

Bloß nicht zoomen

Generell solltest du in der höchsten Qualität und Auflösung fotografieren, die dein Handy hergibt. Prüfe mal in deinen Einstellungen, was voreingestellt ist. Und dann ruiniere dein scharfes, schönes Foto nicht durch zoomen. Das beeinträchtigt die Qualität ungemein, wird meist verwackelt und ist total unnötig: Heutzutage kannst du deine Fotos völlig individuell zurechtschneiden.

Fotobearbeitung: Apps!

Du kannst selbst Fotos, die auf den ersten Anhieb nichts geworden sind, noch gut retten, indem du Apps benutzt. Dann kannst du schiefe Horizonte ausrichten, Licht bearbeiten, Farben intensivieren und alle möglichen Filter benutzen. Hier gilt für mich: weniger ist meistens mehr – wenn dein Foto aussieht, als hätte es 3 Kilogramm Make-up drauf, ist es halt nicht mehr so schön. Versuche als AnfängerIn, eine natürliche Grundtönung der Fotos zu erreichen – damit kann man meistens nicht so viel falsch machen.

Hier sind einige Apps, die ich gerne benutze:

Snapseed
Kostenlos. Mit verschiedenen Filtern, vielen Möglichkeiten Helligkeit, Kontrast, Struktur und Farben individuell zu verändern.

snapseed-screenshot-fotobearbeitung
© Google, Inc.

 

VSCO Cam
Kostenlos, mit vielen Filtern und Möglichkeiten, Feinheiten individuell abzustimmen.

vsco-cam-screenshot-fotobearbeitung
© Visual Supply Company

 

Afterlight
Kostet 0,99 €, mit vielen auswählbaren Voreinstellungen, Filtern, Möglichkeit zu manueller Anpassung und verschiedenen ‚analogen‘ Filtern.

afterlight-screenshot-fotobearbeitung
© Afterlight Collective, Inc.

 

und der Standard: Instagram
Kostenlos und inzwischen mit relativ vielen Optionen, das Foto aufzuwerten. Hier gibt es auch eine große Community, mit welcher du dich vernetzen kannst.

instagram-screenshot-fotobearbeitung
© Instagram, Inc.
Sophia
Die Räubertochter

Sophia taumelt zwischen Konzerten, Flohmärkten und Versuchspersonenstunden hin und her und versucht das Leben im Zaum zu halten – oder vielleicht ist es auch andersherum. Wenn sie nicht in Psychologie-Vorlesungen sitzt, treibt sie meist Unfug mit Texten, Musik oder FreundInnen und will Sachen machen. Die überzeugte Vegetarierin und selbsterklärte Ästhetikerin ist auf der Suche nach dem Besonderen im Leben und versucht uns mit Ideen, Tipps und Inspiration bei Laune zu halten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.