Leinöl Richie

Gute Fette, schlechte Fette - Welche Fettsäuren sind gesund?

Fett macht fett – so hieß es zumindest lange. Dann kam der weltübergreifende Low-Carb-Hype, und plötzlich dürfen wir beim Fett wieder nach Herzenslust reinhauen, sollen aber Kohlenhydrate einsparen. Dass es gesunde und ungesunde Fettsäuren gibt, ist auch vor dieser kollektiven Ernährungsumstellung bekannt gewesen, allerdings fällt es schwer, in dem ganzen Dschungel aus Omega-3, -6, -9, und Transfettsäuren den Überblick zu bewahren.

©http://www.tyrosize-blog.de/
©http://www.tyrosize-blog.de/

Ohne Fett kommt unser Körper nicht aus, es gibt fettlösliche Vitamine, die unser Körper ohne eben jenes nicht verwerten kann; Haut, Haare und sogar Zell- und Nervenwände brauchen Fett. Allerdings ist es auch nicht von der Hand zu weisen, dass es auf unseren Hüften landen kann, was wiederum sowohl von der verzehrten Menge, als auch von der Art des Fettes abhängt.

Fett ist nicht gleich Fett

Dem aktuellen Stand der Wissenschaft zufolge sollten etwa 30 Prozent der täglich aufgenommenen Energie durch Fett zugeführt werden, was bei normalem Essverhalten etwa 100g Butter (80g Fett) entspricht. Davon sollte wiederum nur etwa ein Drittel aus gesättigten Fettsäuren bestehen, 10 Prozent aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren und bis zu 60 Prozent aus einfach ungesättigten.

Das Alpha und das Omega

Zusätzlich werden die mehrfach ungesättigen Fettsäuren in Omega-3 und Omega-6 unterteilt. Diese beiden Varianten konkurrieren im Körper um die gleichen Stoffwechselwege und wirken in vielerlei Hinsicht antagonistisch:  Erstere wirken entzündungshemmend, verdünnen das Blut und machen Zellwände und Hirnmembranen geschmeidiger, während zweitere das Gegenteil bewirken. Ein günstiges Verhältnis ist also entscheidend, um einen optimalen Ablauf der Körperfunktionen zu gewährleisten und unter anderem sogar Depressionen entgegenzuwirken: Wir sollten höchstens die fünffache Menge an Omega-6 zu uns nehmen, in den meisten Teilen Europas entspricht das Verhältnis aber eher ungünstigen 10:1. Was wir dagegen tun können? Beim Salat öfter mal zu Lein- oder Rapsöl statt zum gewohnten Olivenöl greifen. Leinöl ist abgesehen von speziellen, in der Apotheke erhältlichen, Algenölen die beste pflanzliche Quelle für die wertvollen Fettsäuren. Weitere gute Lieferanten sind Hanföl und Walnüsse. Zurückhalten solltet ihr euch dagegen bei gesättigten Fettsäuren wie in Wurst, Fleisch, Sahne oder Käse.
Fettsäuren-Olivenöl

Hitzeempfindliche Fettsäuren

Gerade die wertvollsten Fettsäuren sind die hitzeempfindlichsten und können beim Braten gesundheitsschädliche Stoffe entwickeln. Raps-, Soja- oder Sonnenblumenöl sind gerade noch so zum schonenden Kochen oder Dünsten geeignet, Leinöl verträgt nicht mal Licht und Wärme, ohne an Wert zu verlieren. Bei Olivenöl scheiden sich die Geister, wer allerdings auf Nummer Sicher gehen will, sollte zu Kokosfett oder sogenannten „High Oleic“-Ölen greifen, die Temperaturen bis zu 210 Grad vertragen, da sie aus speziellen Sonnenblumenkernen gepresst werden.

Transfettsäuren sind besser als ihr Ruf

Neuerdings wurden sogar die stark in Verruf geratenen Transfettsäuren rehabilitiert. Wie Wissenschaftler der Universität Mannheim herausfanden, schützen hohe Konzentrationen der natürlichen Form dieser Fettsäuren sogar vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, statt das Risiko dafür zu erhöhen, wie die Transfettsäuren aus künstlicher Herstellung.

Daniel
Der Professor

Daniel leidet unter chronischem Fernweh, weil er seiner Reiseleidenschaft aus finanziellen Gründen viel zu selten nachkommen kann. Seinen überdurchschnittlich gesunden Lebensstil versucht er an Wochenenden durch die ein oder andere Party zu kompensieren. Er ist, seit er denken kann, Vegetarier und kann mehr über Antioxidantien und Aminosäuren erzählen, als über das aktuelle Weltgeschehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.