Heute schon Biberpoposchleim gegessen?

9 eklige Zutaten in alltäglichen Lebensmitteln

Während bei einem Haar in der Suppe von allen Seiten hysterische Schreie zu vernehmen sind und wir in der Gastronomie immer akribische Hygienemaßnahmen erwarten, ist fast niemandem bewusst, dass mindestens genauso eklige Zutaten des öfteren direkt in den Lebensmitteln landen. Besagtes Haar wird einfach gemahlenerweise direkt ins Brot gebacken, und auch in vielen anderen alltäglichen Lieblingsspeisen ist von Schleim aus Biberpopos bis zu  hin zu Flugzeugtreibstoff und Insektenbekämpfungsmittel für jeden etwas dabei. Bon Appetit!

Quelle: procy/shutterstock
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1. Bibergeil

Castoreum ist eine schleimig – braune Substanz, die der Biber in seinem Anus produziert, um durch den intensiven Geruch sein Revier zu markieren. Zumindest in den USA ist der leckere Aromastoff auch in Nahrungsmitteln zu finden, vorzugsweise als Himbeer-, Vanille-, oder Erdbeergeschmack. Allerdings gilt trotz der fehlenden Zulassung in Deutschland für Lebensmittel noch längst keine Entwarnung, denn Biberpopo ist international mindestens genauso beliebt in der Duftindustrie, weshalb es häufiger Bestandteil von Parfüms und Lufterfrischern ist.

 

2. Menschliches Haar

„Bäh, ein Haar in der Suppe!“ Kein Stress, eine neue ist schnell bestellt, und endlich kann der frischgeröstete Brotkanten den Tauchgang im heißen Nass starten. Denkste! Zur Auflockerung der Konsistenz des Teiges dient der Stoff L-Cystein, der zwar industriell hergestellt werden kann, allerdings auf konventionelle Art aus proteinhaltigen Produkten, wie menschlichem Haar oder Geflügelfedern, gewonnen wird. Wenn ihr Glück habt, wurden aber stattdessen Kuhhörner oder Pferdehufe benutzt. Da backen wir unser Brot doch lieber selber!

3. Teerfarbstoffe und Erdöl: Eklige Zutaten

Gefärbt werden Lebensmittel seit gut 120 Jahren, allerdings haben sich die Verfahren seitdem geändert und statt Teer wird heute Erdöl zur Herstellung der Farben verwendet. Da sind wir aber erleichtert!

4. Frostschutzmittel

Aus Propylene Glycol, was auch als Frostschutzmittel verwendet wird, lassen sich leckere Dressings, Desserts und Backwaren zaubern. Es dient bei Lebensmitteln als Zutat von Kunstharzen und zur Konservierung.

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Quelle: c12/Shutterstock

5. Schildläuse

Zur Herstellung der roten Farbe vieler Lebensmittel wie Marmelade, Süßigkeiten, Fruchtweine oder Spirituosen werden die Weibchen der Cochenille-Schildläuse getrocknet und das sogenannte Karmin anschließend extrahiert. Prost!

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Quelle: shutterstock

6. Biodiesel-Inhaltsstoff

Bei der chemikalischen Delikatesse Tertiär-Butylhydrochinon (TBHQ) ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr sie unlängst zu euch genommen habt, besonders hoch. Fünf Gramm der hochgefährlichen Substanz könnten einen Menschen theoretisch schon umbringen, und trotzdem ist er fast überall in kleinen Mengen zu finden, vom Kaugummi über Käsecracker bis zu Chicken Nuggets.

7. Sand

Das extragründliche Waschen eures Salates könnt ihr euch nächstes Mal sparen, weil der entfernte Sand anschließend sowieso wieder aus dem Salzstreuer in eure Mahlzeit rieselt –  in Form von Siliziumdioxid, was ein gängiges Mittel gegen Verklumpung von Salz oder Suppen ist.

 

8. Flugzeugtreibstoff-Zusatzstoff

Ihr habt sicher schon gehört, dass wir viele Antioxidantien zu uns nehmen sollen, weil sie so gut gegen die bösen freien Radikale sind und uns für immer jung halten. Um Oxidation in Lebensmitteln zu vermeiden, wird hier teilweise zu richtig harten Maßnahmen gegriffen, und es werden eklige Zutaten verwendet wie Butylhydroxytoluol (BHT)“, ein chemisches Gemisch, das in Petrolium-Produkten wie Flugzeugtreibstoff Verwendung findet. Jetzt wisst ihr endlich, wieso eure Cornflakes auch nach wochenlanger Aufbewahrung erst in der Milch weich werden!

Quelle: travellight/shutterstock
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9. Borax

Entdeckt wurde Borax vor über 4000 Jahren. Es ist auch unter den Namen Birax, Sodium Borat, Tinkal, Natriumborat oder unter seiner chemischen Bezeichnung Dinatriumtetraborat-Decahydrat bekannt und ist ein beliebtes altes Hausmittel zum Fernhalten von Mäusen, Käfern, Ameisen und Schimmel. Und ein Zusatz des Luxuslebensmittels Kaviar. Die Gesundheitsschädlichkeit von Borax ist gut erforscht, es beeinträchtigt die Fruchtbarkeit und reizt Augen, Atmungsorgane und Haut. Fällt ja aber bei dem ganzen Ammoniak im Koks des typischen Kaviar-Klientels wahrscheinlich gar nicht weiter ins Gewicht…

Daniel
Der Professor

Daniel leidet unter chronischem Fernweh, weil er seiner Reiseleidenschaft aus finanziellen Gründen viel zu selten nachkommen kann. Seinen überdurchschnittlich gesunden Lebensstil versucht er an Wochenenden durch die ein oder andere Party zu kompensieren. Er ist, seit er denken kann, Vegetarier und kann mehr über Antioxidantien und Aminosäuren erzählen, als über das aktuelle Weltgeschehen.

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