Avocadobaum pflanzen – So wird aus dem Kern ein Baum!

Die Avocado war zweifelsohne die meist gehypte und beliebteste Frucht des Jahres 2016 – und auch im neuen Jahr können wir von der grünen, cremigen Krönung aller Nacho-Chips, Green Smoothies und Sourdough-Toasts einfach nicht genug kriegen!

avocadobaum-pflanzen
Yummy, Yummy, Yummy. I got avocado in my tummy… und Ei. Und Lachs. Noms! Foto: Fooddeco

Ein weiterer Trend, der uns, neben der Avocado, auch noch in 2017 begleiten wird: Nachhaltigkeit und Upcycling.
Warum also nicht einfach mal zwei Fliegen, äh, Avocados mit einer Klappe schlagen und aus dem stiefkindlich behandelten Kern der grünen Glückskugel ein kleines (bis großes) Bäumchen fürs Wohnzimmer oder den Balkon ziehen? So hat man einerseits den Biomüll recycelt (ein Punkt fürs Klima-Karma-Konto) und andererseits schon das erste Interior-It-Piece in der Farbe des Jahres 2017, Greenery (also avocadoblattfarben), klargemacht!

DIY your Zimmerpflanze, sag ich da nur!

Mir geht’s  ja wie vielen anderen auch – ich weiß zwar, dass die Avocado-Mafia sich ein goldenes Näslein mit meiner Sucht nach grüner Mantsche auf dem Frühstsücksbrot verdient, und auch der CO2-Abdruck des mexikanischen Superfoods sollte uns aufgeklärten Firstworldlern zu denken geben… trotzdem kann ich’s einfach nicht lassen und würde mir die Guacamole auch noch als Ganzkörper-Wellness-Packung auf- und einverleiben, würde man mich denn lassen.
Ich gebe es zu, es ist Liebe, und zwar die ganz große.

Somit hinterlasse ich logischerweise auch recht große Mengen an Avocadokernen – auf die Idee, einen davon einzupflanzen, kam ich das letzte Mal aber eher so Mitte der 90er.
Damals wucherte das „Bäumchen“ in schwindelerregende Höhe und verlieh dem elterlichen Esszimmer Dschungelcharakter.
Und heute frage ich mich: Wieso eigentlich nicht mal wieder einen Avocadobaum pflanzen? Wie ging das nochmal? Und trägt der eigentlich auch irgendwann Früchte? Bei der Menge an weggesnackten Avocados könnte ich mir direkt eine eigene Plantage anlegen und hätte somit das mafiöse, ebenso wie das klimatöse, Avocado-Problem gelöst.

How to… Avocadobaum pflanzen

Fragen über Fragen, also besinne ich mich mal auf meinen grünen Daumen und meine Avocado-Wurzeln und erkläre euch heute Schritt für Schritt, wie ihr fehlerfrei vom Kern zum erfolgreichen Avocadobaum kommt.

avocadobaum-pflanzen-früchte

Entkernen

Schneide deine Avocado vorsichtig der Länge nach auf – der Kern darf vom Messer nicht verletzt werden. Wasche ihn nun vorsichtig unter lauwarmem Wasser, bis das Fruchtfleisch entfernt ist, und achte darauf, die zarte, hellbraune Haut, die den Kern umgibt, nicht zu beschädigen.

avocadobaum-pflanzen-kern-wasser

Wässern

Nimm dir vier Zahnstocher und stecke  sie in die Seiten deines Avocadokerns. Die Spitze des selbigen zeigt nach oben, und die Zahnstocher piekst du ungefähr 5 mm tief rein.
Nun setzt du den Avocadokern mit seiner Halterung auf ein Glas, das mit Wasser gefüllt ist. Die untere Hälfte des Kerns sollte im Wasser stecken, die obere rausgucken, und die super Zahnstocher-Konstruktion verhindern, dass der Kern ganz ins Wasser plumpst.

avocadobaum-pflanzen

Warten

Nun heißt es geduldig warten, bis du endlich deinen Avocadobaum pflanzen kannst. Stelle das Glas mit deinem Avocado-Baby an einen hellen, warmen Ort und warte, bis der Kern aufspringt, kleine Wurzeln bekommt und zu Keimen beginnt. Das kann gut und gerne vier Wochen dauern, also Geduld, Geduld, liebe Hobbygärtner.
Zwischendurch das Wasser immer weder auffüllen und alle zwei Tage ganz auswechseln, dabei sehr zärtlich zu dem kleinen Kern sein, damit die jungen Triebe nicht verletzt werden.

Wenn deine kleine Avocadopflanze dann ungefähr so groß ist wie auf dem Foto oben, ist es an der Zeit, sie in einen Topf mit Erde umzusetzen. Nimm am besten einen etwas größeren Blumentopf, dann musst du dein Bäumchen nicht schon nach wenigen Monaten wieder umtopfen.

avocadobaum-pflanzen-horti.jp
Foto: horti.jp

Erden

Du kannst für dein Bäumchen ganz normale Blumenerde verwenden. Lege den Boden des Topfes mit Steinen aus, damit überschüssiges Wasser besser abfließen kann.

Im ersten Jahr musst du den Baum nicht düngen, danach sporadisch alle paar Wochen.
Alle paar Tage kannst du das Bäumchen mit lauwarmem Wasser besprühen. Da Avocados aus tropischen Gebieten stammen, mögen sie eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Wenn dein Babybaum 20 bis 30 cm hoch ist, musst du ihn das erste Mal beschneiden, damit sich die Zweige teilen und er in die Breite wächst. Ansonsten wirst du einfach nur einen langen, dünnen Trieb bekommen.

avocadobaum-pflanzen-frucht

Übrigens…

Da die Avocadopflanze nicht winterfest ist, wird sie in unseren Gefilden wohl eher Zimmer- denn Balkonbäumchen sein. Temperaturen unter 10°C verträgt sie einfach nicht – sehr sympathisch, finde ich, denn mir geht’s genauso.
Im Sommer darf sie also gerne raus Richtung Balkonien, zu Herbstbeginn muss sie aber leider wieder ins Haus ziehen.
Im Winterhalbjahr darf die Pflanze innerhalb der Wohnung an einen kühleren Platz umziehen und wird weniger gegossen und gedüngt als im Sommer.

Wann trägt der Avocadobaum Früchte?

Die schlechte Nachricht: So ein Wohnungs-Avocadobaum kann locker bis zu zwei Meter hoch werden – trägt aber leider weder Blüten noch Früchte. Dafür muss er raus an die frische Luft, und nach gut 5 Jahren darf man dann bei einer Outdoor-Avocado mit der ersten Ernte rechnen.
Wieder einmal macht mir also der Berliner Winter einen Strich durch die Rechnung – der Traum von der eigenen Avocado-Plantage zerplatzt gerade wie eine Seifenblase.
Naja, dann werde ich die Lieblinsgfrüchte eben doch weiter im Biomarkt kaufen müssen – die Kerne pflanz ich trotzdem ein, denn ein bisschen Grünzeug in der Wohnung hat noch keinem geschadet!

Happy Gardening, liebe Zitrönchen!

Sibylle
Rotkäppchen

Hat einen Faible für schöne, unnütze Dinge – und ist somit bei Zitronenzauber zuständig für Deko und Interior, Lifestyle und ästhetisches Allerlei. Ihre andere große Leidenschaft: Essen. Also Essen essen. Und Essen machen. Und drüber schreiben. Yum. Geht immer: Bier, Käse und Schokolade. Flamingos. Überhaupt alles was Rot ist. Reisen. Riesenräder. Geht gar nicht: Bananen. Winter und kalt. Bananen. Und Bananen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.