10 Dinge, die du diesen Sommer auf jeden Fall tun solltest

Die letzten Sommer hast du vertan, aber dieser Sommer wird genutzt!

Jedes Jahr ist es soweit, nach Ostern steht pünktlich der erste Sommer vor der Tür. Kurze Hosen werden ausgemottet, verstaubte Gefühle vom Speicher geholt und prophylaktisch bei 14°C die erste 50-er Sonnenlotion aufgetragen. Aber was dann? Wie nutzen wir den Sommer wirklich? Wie umgehen wir das herbstliche Gefühl, die warmen Monate schludrig liegen gelassen zu haben? Zitronenzauber hat zehn einfache Sommertipps für euch, wie dieser Sommer ein guter Sommer wird.

1. Garten anlegen

Also ich weiß ja nicht, wie es bei euch ist, aber ich wohne in Berlin und hier ist es ausgesprochen schwer, Gärtnergelüsten nachzugehen. Ich halte mir einen kleinen Kräutergarten auf dem Fensterbrett und in meinem Zimmer steht ein etwas trauriges grünes Etwas, von dem ich nicht mal den Namen weiß, das aber regelmäßig Blätter verliert. Unser Hinterhof ist eine Müllkippe und bei dem Grad der Kontamination würde es nicht verwundern, wenn Tulpen anfingen zu beißen, wenn man sie hier pflanzte.
Aber zum Glück gibt es ja noch die Straßen. Und die kleinen Karrees, da wo die Bäume wachsen. Deswegen sollten wir alle daran arbeiten, unser Viertel ein bisschen schöner zu machen. Blumen kaufen, Hundescheiße entfernen, Erde auflockern, einen kleinen Zaun bauen und zwei Quadratmeter zum Strahlen bringen. Selbst der nervige Sommerregen wird dann zum guten Kumpel, weil die Stiefmütterchen endlich wieder was zu trinken bekommen. (Sogar hip seid ihr: „Guerilla Gardening“ heißt das Prinzip.)

guerilla gardening
gesehen bei flickr.com – Bowhaus

2. Tischtenniscrew aufbauen

Sucht euch die nächste Tischtennisplatte im Quartier oder in der Schule um die Ecke, und hängt dort ein bisschen ab. Für den Anfang ist es sicherlich ratsam, einen Kumpanen mitzubringen, aber auf Dauer werdet ihr so viele Tischtenniskumpels kennenlernen, dass ihr den ganzen Sommer an der Platte verbringen wollt. Tischtennis ist einfach und erfordert nicht viel Energie. Wer will, schafft es auch noch nach der Arbeit.
Während ihr also an eurem Rückhandtopspin arbeitet, schließt ihr Freundschaften, mit denen ihr einige der weiteren hier aufgeführten Punkte exzellent in die Tat umsetzen könnt. Mit Glück sogar Nummer 10.

3. Sonnenbrillentrend setten

Es ist gar nicht so einfach, bei den Sonnenbrillen noch am Zahn der Zeit zu bleiben. Sind Wayfarer jetzt so out, dass sie schon wieder in sind, oder sind sie einfach zeitlos? Sind Aviators mittlerweile wieder pilotencool oder immer noch sangriasonnenbrandpeinlich? Sind Clubmaster noch tragbar oder trägt sie jetzt jeder, der Hipster sein will, aber eigentlich mit Muskelshirt und Käppi falschrum auf Open-Airs rumturnt? Ist die Erika cool oder einfach overrated? Es ist nicht einfach.
Einfacher ist es, sich aus dem Sortiment eines Herstellers ein geiles Modell auszusuchen und so avantgarde zu sein, dass die anderen alle darauf abfahren. Und dabei auch noch verdammt gut auszusehen. Und sich wie ein Hipster zu fühlen. Und vor UV-Strahlen geschützt zu sein.
Wir machen mal den Anfang. Wir tragen die hier.

Doppelherz dem Sommer
Doppelherz dem Sommer

4. Schlüssel verlieren, die Nacht lang draußen bleiben, Leute kennen lernen und den Sonnenaufgang feiern

Ein Hausschlüssel kann so leicht verloren sein. Er fällt beim Radfahren aus der Tasche, bleibt auf der Arbeit liegen, wird einem zusammen mit der Tasche geklaut, oder oder oder. Man kann sich auch einfach aussperren. Ups.
Dann muss wohl ein Bier an der Ecke gekauft, sich in den Park gelegt und geschaut werden, was der Abend sonst noch so bringt. Leute müssen leicht angedüdelt angesprochen und spontane Frisbeerunden auserkoren werden. Die Kneipen dürfen nicht mehr sicher sein und die Stammgäste und Altalkoholiker einen ausgegeben bekommen. Sturzbetrunken muss gegen vier oder fünf aus der Kneipe getorkelt und überrascht getan werden, dass um diese Uhrzeit schon die Sonne aufgeht. Ein nettes Plätzchen sollte umgehend gefunden, ein letztes Bier aufgemacht und sich in den Armen gelegen werden.
Und ihr solltet glücklich sein, dass es so tolle Menschen gibt und dass der Sommer so eine geile Jahreszeit ist.

Mit ein bisschen Glück landet man am Ende auch auf einem Hügelchen
Mit ein bisschen Glück landet man am Ende auch auf einem Hügelchen

5. Personalisierte Postkarten verschicken

Egal, ob ihr in den Urlaub fahrt oder nicht, Postkarten sollte jeder Mensch verschicken. (Das schreibe ich nur, weil ich jedes Jahr viel zu wenige bekomme, falls das ein Bekannter von mir liest.) Aber was gibt es Langweiligeres, als die hundertste Strandansicht von Korfu, den Papst oder die selbstironische „Ick bleib in Balin“-Karte zu verschicken. Nichts.
Deswegen: Macht euch eure eigenen Postkarten! Schießt Fotos von euch und druckt sie aus! Das geht doch mittlerweile im letzten portugiesischen Strandkaff. Verschickt nicht den Eiffelturm, sondern EUCH auf dem Eiffelturm! Nicht das Empire State Building, sondern EUCH auf dem Empire State Building. Nicht den Papst, sondern—
You get the idea. Ihr werdet die coolsten Freunde im ganzen Freundeskreis sein, selbst wenn ihr Sommer auf Balkonien feiert.

Langweilig.
Langweilig.

6. Persönliche Sommerplaylist anlegen

Jedes Jahr wird der offizielle Sommerhit gekürt, das wusste auch ich bis vor Kurzem nicht. Ein Marktforschungsinstitut bewertet die Tracks, die extrem gut „gechartet“ sind, nach ziemlich intransparenten Kritierien. Lassen sich wahrscheinlich bezahlen dafür, die Schweine. Jedenfalls steht am Ende dieses Prozesses der Sommerhit. Letztes Jahr war das „Ain’t Nobody (Loves Me Better)“ von Felix Jaehn, das ich in Rücksichtnahme auf eure Ohren nicht verlinken werde.
Weil wir aber selbst nachdenken können und keinen Sommerhit vorgesetzt bekommen wollen, legen wir uns einfach in iTunes unsere eigene Sommerplaylist an. Bei mir heißt die zum Beispiel dieses Jahr „16. Sommer“. Und da kommt mit der Zeit einfach alles rein, was einem so in den Sinn kommt und gute Laune macht. Ob alt, ob jung, welchen Genres auch immer.
Zack, Bluetoothlautsprecher einpacken, Decke auslegen und Sommerparty feiern. Hervorragend.

7. Viel Bier trinken und das Pfand Bedürftigen überlassen

Dass man im Sommer viel Bier trinken sollte, sollte eigentlich zur Allgemeinbildung gehören. (Ich entschuldige mir vorsorglich bei allen trockenen Alkoholikern, für die gilt das natürlich nicht.) Muss ich nicht begründen, gibt’s auch keine Gründe für, das gehört sich so. Ein kühles Flens ploppen und die Sonne genießen ist ein Grundrecht. Warum aber nicht dabei auch noch was Gutes tun? Nicht den Regenwald retten oder multinationale Konzerne unterstützen, nein.
Ihr könnt so einfach die Menschen, die euch am nächsten sind, unterstützen. Die Pfandsammler von euch um die Ecke. Bier trinken und Pfand stehen lassen. Die brauchen das nämlich zum Überleben. In Ausnahmen darf man daher auch Plastikflaschenbier trinken (25 statt 8 Cent Pfand!), und sollte so oft es geht zu Dosen greifen (ebenfalls 25 Cent), auch aus Coolnessgründen. Dann einfach neben dem Mülleimer abstellen und mit einem guten Gewissen durch den Sommer gehen.

8. Mit dem Fahrrad losfahren, ohne Ziel

Macht euer Rad fit, und fahrt genau dahin, wo ihr wollt. An jeder Straßenkreuzung wird nach dem Bauchgefühl entschieden, und ihr lasst euch tragen und entdeckt langsam eure Stadt. Seht Ecken, die ihr noch nie gesehen habt, trefft Menschen, die ihr sonst nicht treffen würdet, und verbringt sowieso den ganzen Tag draußen. Macht Rast dort, wo ihr die Speisen nicht kennt und probiert das Gericht aus, zu dem ihr euch noch nie getraut habt.
Verliert langsam aber sicher die Orientierung und merkt, wenn es dunkel wird, dass euer Smartphone aus ist und ihr keine Ahnung habt wo ihr seid, geschweige denn wo die nächste Bahnstation ist. Befolgt dann bitte Tipp Nummer 4.

"Wo sind wir denn hier gelandet, Schatz?" - "Sieht mir nach einer europäischen Metropole aus"
„Wo sind wir denn hier gelandet, Schatz?“ – „Da, wo unser Herz liegt, Babe.“

9. Screenshots von der Wetter-App machen und sie an die Freunde verschicken, bei denen es nicht so warm ist

Man müsste jetzt natürlich eine Definition darüber entwickeln, was genau Schadenfreude eigentlich bedeutet, aber ist sie nicht eigentlich sehr menschlich? Sagt man nicht, dass Schadenfreude die schönste Freude ist? Ist nicht Schadenfreude so positiv konnotiert, dass selbst die Amis den Begriff benutzen? Und die sind doch immer positiv.
Ich verrenne mich, ich merk das schon. Egal. Ihr solltet auf jeden Fall abchecken, bei welchem eurer Freunde es gerade nicht so warm ist wie bei euch, und diesen Freunden dann die Erinnerung zukommen lassen, wie gut es euch geht. Wenn es sehr gut läuft, kommen die euch sogar besuchen. Zum Auffrischen: Screenshots machen wir bei iOS, indem wir Sleep- und Homebutton gleichzeitig kurz drücken, bei Android scheint das herstellerabhängig zu sein, und bei Windows-Phone geht es durch gleichzeitiges Drücken von Ein/Aus- und Lautstärke-lauter-Button.

Ich so letztes Jahr
Ich so letztes Jahr

10. Gefühle zeigen

Der Sommer ist die Jahreszeit, in der nicht nur die Hüllen fallen. Im Sommer schütten wir durch Sonnenstrahlen tonnenweise mehr Happiness-Hormone aus, wir bewegen uns mehr, und durch die Wärme ist sowieso alles geiler. Warum deswegen nicht auch einfach emotional ein paar Hüllen fallen lassen? Egal, ob ihr jetzt in einer Beziehung seid oder nicht, andere Menschen sehen, hören und fühlen immer gerne, wenn ihr eure Gemütsverfassung äußert. Natürlich ist das am coolsten, wenn ihr positive Gefühle an eure Mitmenschen herantragt.
Öffnet euch, lasst die Wärme in euer Herz und tragt sie weiter. Lasst vielleicht sogar noch ein bisschen für euch selbst über, um damit über die dunklen Monate zu kommen. Aber haut ruhig auch alles raus, denn mit Gefühlen sollte man nicht sparsam sein. Es ist wirklich krass, wieviel davon zurückkommt.

Jonas
Schnittlauchzüchter a.D.

Man muss Jonas nur ein Stichwort geben und gleich faselt er los, von Gott und unserem schönen blauen Globus und Geburtenraten und Gelenkwellenmittellagern, bis er bei unseren Ureltern Adam und Eva angekommen ist. Und keiner ist klüger als zuvor. Aber ihm machts Spaß, also lasst ihn doch, verdammt noch eins!

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