Die 12 gängigsten Tattoo-Mythen

Folgendes Szenario: Du hast gefühlt jahrelang hin und her überlegt. Hast dir den Kopf zermartert. Hast dich scheinbar entschieden und dann doch wieder gezweifelt. Und endlich – endlich! – weißt du ganz genau, was du willst und wie du es willst. Dein. erstes. Tattoo. Diese Erlösung nach langer Sucher erleichtert und elektrisiert dich gleichermaßen. Du teilst deine Entscheidung mit deinen Mitmenschen und da passierts – die wohlgemeinten Aber-du-weißt-schon-dass-Ratschläge prasseln nur so auf dich ein und deine wohlüberlegte Entscheidung steht wieder auf wackligen Beinen. Damit dir das nicht passiert, haben wir für dich die häufigsten Tattoo-Mythen untersucht.

Mit einem Tattoo darfst du nie wieder Blut spenden.

Falsch. Laut dem Deutschen Roten Kreuz darfst du vier Monate, nachdem du tätowiert wurdest, wieder spenden.

Mit einem Tattoo darfst du wegen des Chlors im Wasser nie wieder ins Schwimmbad.

Falsch. Chlor kann dein Tattoo nicht verblassen lassen, weil es nicht unter die erste Hautschicht dringen kann. Mit einem frisch gestochenen Tattoo solltest du allerdings tatsächlich nicht schwimmen gehen, sondern erst, wenn es vollständig abgeheilt ist.

Tattoo-Mythen
Foto: Shutterstock / Pio3

Nimm keine rote Farbe, weil sie schneller verblasst und allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Falsch. Mittlerweile wurden die Farben insgesamt optimiert, sodass sie besser verträglich sind. Jedes Tattoo kann aus verschiedenen Gründen mit der Zeit an Form und Intensität verlieren.

Da musst du doch jetzt nicht extra so weit wegfahren, jeder Tattookünstler kann jedes Tattoo stechen.

Ganz falsch! Zwar kann ein Tätowierer oft mehrere Stile bedienen, die meisten aber haben sich auf den ein oder anderen Stil spezialisiert, den sie richtig beherrschen, während das bei anderen Stilen vielleicht nicht der Fall ist. Deswegen solltest du auf jeden Fall nach jemandem Ausschau halten, der sich auf deinen ausgewählten Stil spezialisiert hat!

Lass dir besser nur ein schwarzes Tattoo stechen, farbige Tattoos kann man nicht weglasern.

Falsch. Farben wie Gelb, Pink und Weiß lassen sich zwar etwas schwerer weglasern, aber entfernen lassen kann man sie allemal.

Tattoo-Mythen
Foto: Shutterstock / Damian Gretka

Dir ein Tattoo stechen zu lassen bedeutet Höllenqualen! Du trinkst vorher lieber einen gegen den Schmerz oder nimmst Schmerzmittel.

Falsch. Sowohl Alkohol als auch Schmerzmittel wirken blutverdünnend. Das kann dazu führen, dass du mehr blutest, was wiederum die Heilung und die Aufnahme der Farbe durch deine Haut beeinträchtigen kann. Da erträgt man doch lieber die Schmerzen oder drückt sie weg. Sie sind ungefähr damit zu vergleichen, wie wenn man an einem starken Sonnenbrand kratzt – unangenehm, aber erträglich.

Tattoos über einem Knochen tun mehr weh!

Richtig. Zwar kommt das Schmerzempfinden sehr auf den jeweiligen Körper an, aber tendenziell ist es schmerzhafter, je dünner die Haut an der Stelle ist, die tätowiert werden soll.

Völlig egal, welche Farben du wählst, Tattoos verfärben sich mit der Zeit sowieso zu Blau.

Falsch. Das ist oft nur der Fall, wenn Tattoos schlecht gestochen wurden oder wenn sie älter als 50 Jahre sind. Seitdem wurden die Farben allerdings konstant weiterentwickelt und verbessert, sodass sie länger strahlend und haltbar sind.

Tattoo-Mythen
Foto: Shutterstock / Itakdalee

Leute haben sich durch die Tätowiernadeln schon mit HIV infiziert.

Falsch. Ein solcher Fall ist bislang unbekannt. Nichts desto trotz ist es ratsam, sich genau über die Hygienemaßnahmen im Studio zu informieren und auf sein eigenes Bauchgefühl zu hören. Sich an Straßenecken, in Hinterhöfen oder auf Parties tätowieren zu lassen, ist keine gute Idee.

Du als Veganer darfst dich doch gar nicht tätowieren lassen!

Falsch. Oftmals wird Tattoo-Tinte aus Tierknochen hergestellt, doch es gibt auch Tattoostudios, die Tinte verwenden, die weder tierische Inhaltsstoffe haben noch an Tieren getestet wurden. Die vegane Tinte ist für viele verträglicher als die nicht-vegane.

Mit einem Tattoo findest du niemals einen Job.

Falsch. Je nach Größe und Sichtbarkeit deiner Tattoos kann es vielleicht schwieriger werden, bestimmte Jobs zu bekommen, das heißt aber nicht, dass du automatisch bis zum Ende deines Lebens ohne Job bleiben wirst. Dein Tattoo ist ein Teil von dir und es gibt sehr viele Menschen in den unterschiedlichsten Sparten, wie Medizin, Justiz, Wirtschaft oder Einzelhandel, die ebenfalls tätowiert sind und einen Job haben. Wenn du aber auf Nummer Sicher gehen möchtest, dann wähle in Absprache mit deinem Tätowierer eine Stelle für dein Tattoo, die du leicht bedecken kannst.

Tattoo-Mythen
Foto: Shutterstock / Luna Vandoorne

Wenn du alt bist, wird dir dein Tattoo nicht mehr gefallen, weil alte Leute nun mal keine Tattoos haben!

Faaaalsch! Dieser Einwurf ist völlig haltlos und unbegründet – es gibt sehr viele Leute in höherem Alter, die ihre Tattoos damals wie heute rocken! Also steh zu deinem Körper und deinem Körperschmuck und rock on!

Birgit
Ute Unentschieden

Ist notorisch unentschlossen. Die Frage, ob man heute lieber den blauen oder grauen Pulli anziehen soll, kann einen aber auch aus der Bahn werfen. Deswegen geht Einkaufen auch gar nicht, da stehen zu viele Entscheidungen an. Außer wenn es um Bücher geht. Und Essen für den Sonntagsbrunch. Und Tee. Der hilft auch immer, wenn die Vergesslichkeit mal wieder zuschlägt: Wo ist eigentlich mein Schlüssel? Ach, das war heute?! Puh, erstmal durchatmen und zur Ruhe kommen mit dem Lieblingstee im passenden Kännchen. Versteht sich von selbst. Und Schokolade. Viel. Schokolade.

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