Wenn Piloten fliegen lernen, Vol. III: Love

Ein Pilot ist die erste Folge einer Fernsehserie. Er soll den Mund wässrig machen und alle wichtigen Themen bespielen. Er ist die Serie im Miniformat.

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Liebenswürdiger Trottel – dein Name ist Gus.
© Netflix

Love (Netflix)

„Love“ ist der Name der momentan intensiv beworbenen neuen Netflix-Serie, die Judd Apatow geschrieben hat, seines Zeichens verantwortlich für „Jungfrau, 40, männlich sucht…“, „Superbad“ und einige andere amerikanische Erfolgskomödien. Grund genug für euren Lieblingsblog, sich ins Getümmel zu schmeißen und euch die Entscheidung abzunehmen, ob ihr die Serie auf euch nehmen solltet oder nicht.

Im Piloten begleiten wir zwei Mittdreißiger aus L.A. zunächst einmal getrennt voneinander, die typische Mittdreißiger-Probleme haben: Sie wissen nicht, wer sie sind und was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Gus, der Typ, ist ein Vorzeigenerd in dazu passendem Schlabberoutfit und hässlicher Brille. Mickey, das Mädchen, ist eine Nihilistin, die nichts mehr vom Leben erwartet, dabei aber auf ihre ganz eigene Art irgendwie auch sexy ist und eigentlich auf nichts als die Liebe hofft. Gus ist Tutor eines verzogenen Hollywood-Kindes, das sich statt mit seinen Aufgaben lieber mit seinem Smartphone auseinandersetzt, aber, viel wichtiger, der Ex seiner Ex, der er nachtrauert, obwohl sie ihn betrogen hat.

So leben sie beide ihre augenzwinkernden Leben ohne Richtung vor sich hin, bis sie sich in der letzten Szene des Piloten im Tankstellenshop treffen. Mickey hat kein Geld für ihren Kaffee dabei, und Gus legt ihr die Kohle aus. „Don’t be a hero“, sagt sie noch.

Sie ist doch irgendwie niedlich, oder?
Irgendwie niedlich, oder? © Netflix

Fazit

Wer von „Love“ Neues erwartet, wird enttäuscht werden. Wir begleiten stark klischierte Figuren, die Probleme mit sich herumtragen, die ich schon in mindestens drei Filmen besser bebildert gesehen habe. Vielleicht bin ich aber auch nicht die Zielgruppe für diese Serie, und einer oder einem Mitte-Dreißigjährigen erschließt sie sich wie von Zauberhand. Bis dieser Sesam sich mir öffnet (was zum Glück noch rund zehn Jahre dauern sollte) finde ich sie einfach nicht witzig, weder interessant noch unterhaltsam.

1 von 5 sarkastisch hochgezogenen Stewardessenaugenbrauen auf eine anzügliche Pilotenbemerkung.

Jonas
Schnittlauchzüchter a.D.

Man muss Jonas nur ein Stichwort geben und gleich faselt er los, von Gott und unserem schönen blauen Globus und Geburtenraten und Gelenkwellenmittellagern, bis er bei unseren Ureltern Adam und Eva angekommen ist. Und keiner ist klüger als zuvor. Aber ihm machts Spaß, also lasst ihn doch, verdammt noch eins!

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