Cinema Palettes

Die besten Filme aller Zeiten, farblich sortiert
MoonriseKingdom-2012-WesAnderson
Moonrise Kingdom von Wes Anderson, aus dem Jahre 2012. Zufälligerweise auch einer der liebsten Lieblingsfilme der Autorin, was zu großen Teilen an Wes Anderson, aber auch den warmen, maritimen Farben liegt.

Liebe, treue ZitronenleserInnen,

ihr erinnert euch doch sicherlich noch an meinen Artikel über die umwerfende Mrs. Colaluca und ihre bildgewaltigen, stimmungsvollen Farbpaletten?

Ja? Wundervollst!
Nein? Na dann, hurtig hurtig, schließt die ästhetische Wissenslücke und lasst euch von den prächtigen Design Seeds verzaubern!

Nachdem ihr euch nun also gebildet habt, werte Leserschaft, wisst ihr, was für ein großer Fan der Design Seeds im Speziellen, und hübsch harmonischer Farbkombinationen im Allgemeinen, ich bin. Farben spielen in meinem Leben eine große Rolle, auch wenn ich zugegebenermaßen recht parteiisch bin: Rottöne, von Korall bis Bordeaux über Cognac und Zuckerwattenrosa lassen mein Herz schneller schlagen, Grüntöne hingegen kommen mir weder ins Haus geschweige denn gar in den Kleiderschrank. That’s life.

Über den Sinn und Zweck, den Spaßfaktor und die kleinen Alltagsfluchten, die stimmige Farbpaletten dem visuell interessierten Betrachter bieten, wisst ihr nach der Lektüre von Design Seeds auch Bescheid – fabelhaft, dann wenden wir uns jetzt dem Thema der heutigen Farblehr-Stunde zu:

Cinema Palettes

Fear and Loathing in Las Vegas (1998), Terry Gilliam
Fear and Loathing in Las Vegas (1998), Terry Gilliam

Das geübte Auge erkennt bereits auf den ersten Blick: Das Prinzip der Cinema Palettes ist genau das gleiche wie das der Design Seeds. 
Schöne Fotos (Ok, manche schön, manche auch eher, ähm, naja, Schönheit ist ja relativ…), die jeweils eine ganz eigene Farbsprache besitzen, dienen als Vorlage für eine passende Farbpalette. Die einzelnen Töne und Nuancen werden dem Gesamtbild entnommen und bilden zusammen eine ausgeglichene Sammlung, die die Stimmung des Bildes gekonnt wieder gibt.

Allerdings handelt es sich hier nicht um Naturaufnahmen, Social Media Fundstücke, Stilleben, Blumen oder Essen, sondern um Filmszenen. Von Moonrise Kingdom über Fargo ist alles mit dabei – die besten Filme aller Zeiten, farblich sortiert.

Wer oder was dahinter steckt, lässt sich schwer sagen. Aktuell gibt es nur einen Twitteraccount, der hat es aber in sich. Jeden Tag gibt es eine neue cineastische Farbpalette, also nicht zu viel Spam im eigenen Feed, sondern genau die richtige Dosis tägliches Eyecandy für unsere alltagsgrau geplagten Augen.

Doch bei Cinema Palettes dienen die fertigen Farbpaletten, anders als bei Design Seeds, nicht nur als Inspiration für den User. Sie gewähren auch einen einmaligen Einblick in die Arbeitswelt der Filmschaffenden.
Noch bevor ein einziger Schauspieler die Szene betritt, haben Farben und Musik uns in ihrem Bann und versetzen uns in eine andere Welt.
Die Farben dienen den Regisseuren und Szenenbildner als Zeitmaschine und visueller Gefühlsträger.
Während in romantischen Schmonzetten alles unter einem pastellfarbenen Schleier versinkt, in warmes Beige getaucht wohlige Gefühle in uns aufsteigen, sind Science-Fiction-Filme oftmals in kühlen Blau- und Grüntönen gehalten. Uma Thurman, aka die Braut, wirkte durch den gelben Filter, den Quentin Tarantino konsequent über seine Kill Bill Filme legte, noch verrückter und rachsüchtiger. Die Coen Brüder sind bekannt für ihre unbunte Bildästhetik, bei Wes Anderson ist dafür jeder Film bonbonfarben coloriert. James Bobin hat in seiner Alice im Wunderland Verfilmung gewaltig die Sättigung aufgedreht, bei Spike Jones wirken die Farben hingegen oft blass, wie durch einen milchigen Schleier betrachtet.

Cinema Palettes geben mit ihrem Twitteraccount all diesen grandiosen Künstlern und ihren wundervollen Filmen eine Plattform. Und uns Usern nicht nur die Chance, hübsche Bilder zu sehen, sondern auch die Möglichkeit, die Farben unseres Lieblingsfilms ins eigene Leben zu übertragen – wie wär’s denn mal mit einem Wohnzimmer-Make-over in Grand-Budapest-Hotel-Farben?

Life of Pi, (2012), Ang Lee
Life of Pi, (2012), Ang Lee
Romeo und Julia (1996), Baz Luhrmann
Romeo und Julia (1996), Baz Luhrmann
Pulp Fiction (1994), Quentin Tarantino
Pulp Fiction (1994), Quentin Tarantino
The Blues Brothers (1980), John Landis
The Blues Brothers (1980), John Landis
TheRevenant-2015-AlejandroGonzalezInarritu
The Revenant (2015), Alejandro Gonzalo Inarritu
The Big Lebowski (1998), Joel & Ethan Coen
The Big Lebowski (1998), Joel & Ethan Coen
Peter Pan (1953), Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Hamilton Luske
Peter Pan (1953), Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Hamilton Luske
Mary Poppins (1964), Robert Stevenson
Mary Poppins (1964), Robert Stevenson
Star Wars Episode IV - A New Hope (1977), George Lucas
Star Wars Episode IV – A New Hope (1977), George Lucas
Alice Through The Looking Glass (2016), James Bobin
Alice Through The Looking Glass (2016), James Bobin
The Royal Tenenbaums (2001), Wes Anderson
The Royal Tenenbaums (2001), Wes Anderson
Kids-1995-LarryClarke
Kids (1995), Larry Clarke
Melancholia (2011), Lars von Trier
Melancholia (2011), Lars von Trier
The Shining (1980), Stanley Kubrick
The Shining (1980), Stanley Kubrick
Trainspotting (1996), Danny Boyle
Trainspotting (1996), Danny Boyle
Her (2013), Spike Jones
Her (2013), Spike Jones
Kevin - Allein zu Haus (1990), Chris Columbus
Kevin – Allein zu Haus (1990), Chris Columbus
Sibylle
Rotkäppchen

Hat einen Faible für schöne, unnütze Dinge – und ist somit bei Zitronenzauber zuständig für Deko und Interior, Lifestyle und ästhetisches Allerlei. Ihre andere große Leidenschaft: Essen. Also Essen essen. Und Essen machen. Und drüber schreiben. Yum. Geht immer: Bier, Käse und Schokolade. Flamingos. Überhaupt alles was Rot ist. Reisen. Riesenräder. Geht gar nicht: Bananen. Winter und kalt. Bananen. Und Bananen.

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