Superfood – ist es wirklich so gesund?

Verkaufsmasche oder Wunderwaffe?

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Das stetig steigende Interesse an einem gesunden Lebensstil bietet den idealen Nährboden für Superfood – jene Nahrungsmittel, denen Superkräfte nachgesagt werden.

Doch was ist dran am Trend? Halten Chia-Samen, Spirulina und Matcha tatsächlich, was die Lebensmittelindustrie verspricht, oder ist das Erwerben von Superfood nur eine weitere Möglichkeit, das hart verdiente Geld sinnlos aus dem Fenster zu werfen?

Was ist Superfood?

Um die Bezeichnung Superfood zu erlangen, müssen Nahrungsmittel über einen überdurchschnittlich hohen Nährstoffgehalt verfügen. Zudem sind die vermeintlichen Wundermittel möglichst naturbelassen und stammen aus Bio-Erzeugung oder Wildwuchs.

Derzeit sind vor allem exotische Superfoods aus weit entfernten Ländern in aller Munde. Bestimmt hast auch du schon von Chia-Samen, Matcha Tee, der Acai oder Goji Beere gehört. Aufgrund des weiten Weges, den die Nahrungsmittel zurück legen müssen, kommen sie selten frisch auf den Tisch. Getrocknete Beeren zu einem gesalzenen Preis. Dabei gibt es auch viele regionale Lebensmittel, die kostspieliges Superfood von Übersee in Punkto Nährstoffgehalt mit Leichtigkeit übertrumpfen.

Ist Superfood das Geld wert?

Es soll Krebs vorbeugen, ein wahrer Jungbrunnen sein und sowieso Superkräfte besitzen. Ja, die Nahrungsmittel verfügen über einen hohen Gehalt an Antioxidantien und wirken entzündungshemmend. Dennoch sollte man nicht allem glauben schenken, was die Werbeindustrie so von sich gibt.

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Vom Vogelfutter zum Superfood

Eine gesunde Portion Skepsis ist durchaus berechtigt. Schließlich enthalten Leinsamen, die für rund einen Euro erhältlich sind, einen höheren Ballaststoffgehalt als die hochgelobten, teuren Chia-Samen aus Südamerika. Der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer erklärt, dass der positive Nutzen von Chia-Samen nicht wissenschaftlich belegt sei. Ganz im Gegenteil: Tierversuche sollen darauf hindeuten, dass Chia-Samen Allergien und Entzündungen fördern. Auch wenn das einstige Vogelfutter reich an Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren ist, rechtfertigt dies nicht den Preis. Der Bedarf an den Nährstoffen lässt sich ebenso gut (und günstiger) mit regionalen Lebensmitteln decken.

Nur weil etwas gehypt ist, muss es nicht automatisch besser sein. Auch Löwenzahn, Grünkohl und Brennessel, die du hierzulande für vergleichsweise wenig Geld erhältst, trumpfen mit einem beachtlichen Nährstoffgehalt. Vor dem Kauf von verschiedenstem Superfood solltest du also erstmal recherchieren, anstatt blind Unsummen zu investieren. Während so manch weit gereiste Frucht ihr Geld wert ist, kannst du auf andere gut und gerne verzichten.

Dennoch kommt Superfood gut an – auch bei jenen, die wissen, dass andere, regionale Lebensmittel einen höheren Nährstoffgehalt haben. Einfach deshalb, weil wir uns nach Abwechslung sehnen. Selbst unsere liebste Frucht wollen wir nicht täglich essen.

Die Mischung macht’s. Wenn du herkömmliche, vollwertige Speisen mit Superfood aufwertest, werden selbst die einfachsten Gerichte zum Gaumenschmaus. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Oprah und die Acai Beere

Das beste Beispiel für den Hype von Superfood liefert Oprah ab. Seit in ihrer Talkshow die Acai Beere vorgestellt wurde, wird sie als Diät-Wunderwaffe gehandhabt. Auch bei Stars wie Reese Witherspoon und Renée Zellweger sollen dank des Genusses von Keksen mit der Wunderfrucht eifrig die Kilos gepurzelt sein. Siehe da, Acai Pulver geht in den Staaten weg wie warme Semmeln. Erstaunlich, wie viele Menschen sich von solchen Aussagen blenden lassen.

Ausgewogene Ernährung ist Trumpf

Nur weil du dir ab und an mal einen Matcha Tee gönnst, heißt das nicht, dass du ohne Bedenken Burger on mass verschlingen kannst. Auch Superfood neutralisiert Ungesundes nicht. Genießen heißt das Zauberwort, wenn es um Fett und Zucker geht – und zwar in Maßen.

Es sind nicht die einzelnen Inhaltsstoffe, die deinen Körper gesund halten sollen, sondern die Kombination von allen nötigen Vitaminen, Mineralstoffen und Co. – auch bekannt als ausgewogene Ernährung.

Claudi
Vielfraß

Essen, Reisen und Sport. Gutes und Gesundes. Regelmäßiges Reisen, möglichst ohne Tourist zu sein. Thaiboxen statt Yoga. Bewusster Konsum. Selbst hämmern und sägen. Und backen. Brutal ehrlich und ein fürchterlicher Klugsche*sser.

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