Weichspüler: Warum du auf ihn verzichten kannst

Weichspüler – hübsch verpackte Chemiekeule

Wir alle lieben weiche, frisch duftende Wäsche. Doch nehmen wir dabei in Kauf, die Umwelt zu belasten und sogar unsere Gesundheit auf’s Spiel zu setzen? Dass Weichspüler umweltschädlich sind, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Das liegt u. a. an folgenden bedenklichen Inhaltsstoffen:

Kationische Tenside: Sie sorgen dafür, dass die Wäsche weich und geschmeidig wird. Bis in die 90er Jahre galten die in Weichspülern enthaltenen Tenside jedoch als große Umweltbelastung und pures Gift für Wasserlebewesen. Seit 2006 ist es EU-weit Gesetz, dass alle Tenside vollkommen biologisch abbaubar sein müssen. Das Umwelt-Bundesamt gibt jedoch zu bedenken: Für alle anderen in Weichspülern enthaltenen Chemikalien gibt es noch keine weiteren Restriktionen.

weichspueler-regal

Duftstoffe: Sie sind dafür verantwortlich, dass die Kleidung nach dem Waschen angenehm riecht. Da vielen Menschen dieser Aspekt fast am wichtigsten ist, tummeln sich mittlerweile unzählige verschiedene Duft-Sorten in den Regalen der Drogerie-Märkte. Von „Aprilfrische“ bis hin zu „Luxuriös“: Ähnlich der Auswahl in einer Parfümerie ist auch bei Weichspülern für jeden Geschmack – bzw. jede Nase – etwas dabei. Unbedenklich sind die eingesetzten Duftstoffe aber leider nicht. Sie können Allergien, Hautreizungen und Kopfschmerzen verursachen. Besonders Babys sowie Kinder sind gefährdet, da ihre Haut dünner und ihr Immunsystem noch noch nicht ausreichend entwickelt ist, um solche Schadstoffe abzuwehren.

Konservierungsmittel: Weichspüler enthalten Formaldehyd, eine Chemikalie, die unter dem Verdacht steht, das Krebsrisiko zu steigern. Außerdem sind allergische Reaktionen, gereizte Schleimhäute sowie Hautirritationen ebenfalls nicht auszuschließen.

Braucht unsere Wäsche überhaupt Weichspüler?

Ungeachtet der Tatsache, dass Weichspüler nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Menschen nachweislich schaden, sollte man sich heutzutage die Frage stellen, ob es nicht völlig ausreicht, einfach ein modernes Waschmittel zu verwenden. Schließlich kochen auch nur noch die wenigsten von uns ihre Wäsche, was zu Omas Zeiten noch Gang und Gäbe war. Viele Produkte sind mittlerweile so weit entwickelt, dass die Wäsche nicht mehr hart wie Stein aus der Maschine kommt. Einen frischen Duft kann man ebenfalls erwarten, wenn auch nicht ganz so intensiv-blumig wie durch einen Weichspüler.

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Befinden sich Kinder oder sensible Menschen im Haushalt, sollte auf den Einsatz von Weichspülern verzichtet werden. Zu groß ist die Gefahr vor Allergien, Asthma oder Hautreizungen.

Bedenke außerdem, dass chemische Weichspüler sich wie ein Film über deine Wäsche legen und sie dadurch Wasser nicht mehr so gut aufsaugen kann. Das ist vor allem bei Frottee-Textilien, wie z. B. Bademänteln, Handtüchern oder Bettwäsche durchaus einen Nachteil.

Wer einen Trockner besitzt, sollte sich den Weichspüler sparen. Fast alle Trockner heutzutage können dafür sorgen, dass die Wäsche angenehm weich und flauschig bleibt. Die befürchtete Trockenstarre tritt also nicht ein.

Welche Weichspüler-Alternativen gibt es?

Wer keinen Trockner besitzt, kann auf folgende Alternativen zurückgreifen:

Essig: Vermische 2-4 cl Essig-Essenz (1-2 Schnapsgläser) mit der gleichen Menge Wasser, füge nach Belieben ein paar Tropfen ätherisches Öl (z. B. Lavendel) für den Duft hinzu und gib dieses Gemisch ins Weichspüler-Fach deiner Waschmaschine. Der Essig-Geruch verfliegt beim Trocknen und deine Wäsche ist natürlich weich.

Zitronensäure (Granulat): Löse 3-5 Esslöffel in einem Liter Wasser auf. Du kannst dafür z. B. eine leere Weichspüler-Flasche nehmen. Von diesem Gemisch reichen 1-2 Dosierkappen für eine Waschladung. Auch hier sorgen ein paar Tropfen ätherisches Öl für angenehmen Duft.

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Fazit: Weichspüler ja oder nein?

Wer nicht komplett auf Weichspüler verzichten will, sollte zumindest sehr sparsam damit umgehen. Nicht alle Textilien müssen zwangsläufig damit behandelt werden. Für normale Shirts, Unterwäsche oder Alltagsklamotten würde ich zu Alternativen greifen. Damit der Lieblings-Woll-Pulli weiterhin super-flauschig bleibt, kann ab und zu Bio-Weichspüler verwendet werden.

Moni
Unicorn of Love

Einhorn auf Fahrrad in Berlin gesichtet! Vorsicht, denn es blickt sehr verträumt drein, hört Musik und übersieht gerne mal die Straßenbahn. Man munkelt jedoch, dass es mit schokolierten Erdbeeren zu besänftigen sei!

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