Waschmittel selbst herstellen – mit Kastanien!

 

Waschen-mit-Kastanien

Wenn der Herbst kommt, dann findet man sie wieder überall – Kastanien. Die rot-braunen Nüsse liegen meist unbeachtet am Wegesrand und werden höchstens zu dekorativen Zwecken ab und zu eingesammelt. Dabei kann man noch so viel mehr aus dem Buchengewächs machen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem selbst gemachten Kastanienwaschmittel für die Waschmaschine?
Kastanien enthalten so genannte Saponine, die in Verbindung mit Wasser eine seifenartige Konsistenz bilden. Somit kann man aus Kastanien ganz leicht ein biologisches UND kostengünstiges Waschmittel herstellen. Waschnüsse oder teure Bio-Produkte sind überflüssig.
Ein bisschen Vorbereitung braucht dein selbstgemachtes Waschpulver allerdings:

Anleitung:

Für eine normale Waschladung Buntwäsche sammelst du ungefähr 8 trockene und saubere Rosskastanien (das sind die, die überall herumliegen). Dann musst du sie zerkleinern, am besten vierteln. Solange sie noch etwas feucht und nicht vertrocknet sind, lassen sie sich relativ mühelos zerkleinern. Dann nimmst du am besten ein Glas, das du mit einem Deckel verschließen kannst (wie zum Beispiel Einmachgläser) und füllst es mit Wasser (ca. 300 bis 350 ml). In das Wasser gibst du nun die zerkleinerten Kastanien, und lässt es acht bis zehn Stunden ziehen. Am besten lässt du dein Gemisch über Nacht stehen.

Zum Waschen schüttest du nun einfach das Seifenwasser (ohne die Kastanien) in das Waschmittelfach der Waschmaschine. Falls dein Wasserhärtegrad sehr hoch ist, kannst du noch Wasch-Soda hinzugeben. Dann wählst du dein Waschprogramm wie gewohnt aus.

Wenn die Wäsche gewaschen ist, wirst du feststellen, dass sie genauso sauber ist, wie mit herkömmlichem Waschpulver. Riechen sollte sie eigentlich nach gar nichts. Wenn dich das stört, kannst du auch selbst ein ätherisches Öl, wie Lavendel, Pfefferminz oder Citronella in dein Kastanienwasser geben. Flecken solltest du bei dieser Methode des Waschens mit Gall- oder Kernseife vorbehandeln.

Kastanien

Kastanien haltbar machen

Da man Kastanien leider nur im Herbst sammeln kann und sie leicht schimmeln, muss man einige Dinge beachten, um sich einen kleinen Waschmittelvorrat anlegen zu können.
Um das Waschmittel auch in den anderen Jahreszeiten verwenden zu können, solltest du dir die Mühe machen und ein Pulver aus Kastanien herstellen.

Als erstes brauchst du einen Tag Zeit, um gute, saubere und frische Kastanien zu sammeln, und diese dann auch direkt zu verarbeiten. Wenn du Waschmittel für weiße Wäsche herstellen möchtest, kannst du einen Teil der Kastanien schälen. Die braune Schale könnte eventuell einen dunkleren Schleier auf weiße Wäsche legen. Du solltest alle Kastanien zuerst gründlich waschen. Danach werden sie zerkleinert. Ob du dafür eine Küchenmaschine oder einen Hammer verwendest ist dir überlassen. Danach breitest du die Kastanien auf einem Tuch oder Backblech aus, und lässt sie entweder gut an der Sonne, oder bei einer niedrigen Temperatur bei Umluft im Backofen trocknen. Bevor du das Pulver dann in geeignete Behälter abfüllst, musst du sicher gehen, dass alles gut getrocknet ist und auch danach keine Feuchtigkeit mehr ans Pulver kommen kann.

So kannst du dein selbst hergestelltes Waschpulver lange lagern und dir portionsweise vorbereiten. Falls es einmal schneller gehen muss und du keine Zeit hast, das Pulver acht bis zehn Stunden im Wasser ziehen zu lassen, kannst du es auch einfach kurz aufkochen und eine Viertelstunde köcheln lassen.

Haltet also eure Augen beim nächsten Herbst Spaziergang offen und sichert euch die rot-braunen Supernüsse! Ökologisch, günstig und frei von Zusatzstoffen zu sauberer Wäsche! Was will man mehr?

Habt ihr schon Erfahrungen mit selbst hergestellten Waschmitteln gemacht?

 

Annika
Die Kleine

Mit einer Körpergröße von gerade einmal 156 cm gehört sie zu den kleinen Menschen unserer Bevölkerungsgruppe. Was ihr an Körpergröße fehlt, macht sie mit ihrer Vielseitigkeit wett. Die kunterbunte Mischung ihrer Interessen ist als Schreiberling eine große Bereicherung. Ob Punk Rock, Sinatra oder Die drei Fragezeichen, Horror- oder Liebesfilm, Steak oder Grünkern – sie kann allem etwas Positives abgewinnen. So richtig entscheiden will sie sich nicht, muss sie ja auch nicht.
Als Schauspielerin und Autorin konnte sie schon einiges von der Welt sehen, viele verschiedene Menschen kennen lernen und fremde Kulturen und Subkulturen erforschen. Kein Wunder also, dass sie jeden Kuchen probieren will!

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