Was ich jetzt machen muss: To-Do-Listen schreiben

Für viele der Schlüssel zum Erfolg - To-Do-Listen scheinen das Geheimnis erfolgreicher Menschen zu sein. Was du beachten musst, und warum sie funktionieren.

Aufgabenlisten erinnern irgendwie an Mama. Diese Richtlinien aus der Zeit, als sie für ein Wochenende weg fuhr und dich mit deinen kleinen Geschwistern und einer Menge Aufgaben alleine gelassen hat. Oder an die erste Woche auf der neuen Arbeit, wenn man total glänzen will und auf gar keinen Fall das A oder O, oder alles dazwischen, vergessen möchte. Also irgendwie negativ behaftet, das Ganze.
Dabei ist eine To-Do-Liste unglaublich hilfreich – auch aus psychologischer Sicht. Sie hilft dir, deine Gedanken zu ordnen und den Kopf frei zu bekommen. Und kaum sind sie alle auf dem Papier, kannst du sie nach Prioritäten ordnen. Was mir persönlich am besten gefällt: Es ist plötzlich gar nicht mehr so viel. Die ganzen Dinge, die durch meinen Kopf schwirrten, reduzieren sich auf ein paar wenige Stichpunkte. Die kann man schnell abarbeiten und zack, schon ist alles erledigt.

 

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Das Erfolgsmodell To-Do-Liste

Es funktioniert, weil es nicht einfach nur dokumentiert, was gemacht werden muss. Durch abhaken, durchstreichen oder markieren gebe ich mir selbst ein Feedback: Was habe ich geschafft, wie gut konnte ich meine Aufgaben erledigen. Ich erkenne eigene Muster und sehe, welche Aufgaben ich immer weiter vor mir her schiebe. Das lässt eine Analyse zu, bzw. zwinge ich mich dann einfach, das meistgehasste Pünktchen auf der Liste zu erledigen. Wenn ich es dann abhaken kann: Belohnung! Mein Hirn schüttet Dopamin aus und ich fühle mich gut, weil mein Körper mich durch diese Neurotransmitter-Ausschüttung durchdreht. Das sorgt dafür, dass ich weitermache: Ich will diese Belohnung wieder und wieder und wieder. So arbeitet sich nach und nach die Liste ab.

Psychologisch wertvoll

Wenn ich einen Haken hinter einer Aufgabe mache, kann ich sie vergessen. Es ist erledigt, aus dem Gedächtnis gestrichen. Dieser Zeigarnik-Effekt ist ein spannender psychologischer Effekt:
to-do-liste-too-muchDinge, die erledigt sind, verpuffen und belasten meinen Kopf nicht mehr.
Wenn ich es jedoch nicht schaffe, eine Aufgabe zu erledigen, bleibt das länger in meinen Gedanken hängen. Sie kreisen um die unerledigte Pflicht und belasten so nicht nur mein Gewissen, sondern auch meine Leistungsfähigkeit. Denn je mehr Dinge in meinem Kopf vor sich hin brodeln, desto schlechter kann ich mich konzentrieren – das ist ja ganz logisch. Wer kann schon wirklich gut bei der Arbeit nachdenken oder einem Vortrag folgen, wenn er oder sie gerade Liebeskummer hat, oder noch die Geburtstagsparty für morgen planen muss. Das Gehirn ist belegt, die Kapazität begrenzt: Daraus folgt, dass in anderen Teilbereichen des Lebens die Leistung einbricht.

To-Do-Listen können das verhindern: Ich erreiche eine bessere Planung und Übersicht über das, was ich schon geschafft habe sowie einen Blick dafür, was realistisch noch gemacht werden muss. Somit muss ich mich nicht damit beschäftigen, was, in welcher Reihenfolge, wie – sondern ich arbeite ganz stumpfsinnig meine Liste ab. Das mag sich schlecht anhören, für die Konzentration ist es aber ein wahres Glück.

Was ist wichtig bei einer To-Do-Liste

Es gibt sie in verschiedenen Formen und mit unterschiedlichen Herangehensweisen: gekritzelt auf einem Briefumschlag, eingetippt ins Handy oder halb verschmiert auf die Hand geschrieben. Einkaufszettel, Aufgabenblätter oder Packlisten. Allen sollte eins gemein sein, nämlich dass sie nicht über das Ziel hinausschießen.  Was zuerst gut gemeint ist, kann schnell zum Nachteil werden:
to-do-liste-wecandoitDenn wenn eine Aufgabenliste zu perfektionistisch ist und unrealistische Maßstäbe hat, kann das Ganze schnell ins Negative kippen. Wenn ich von vornherein keine Möglichkeit habe, die Aufgaben zu erfüllen, werde ich sie auch nicht schaffen – oft kann man das schon beim Erstellen der To-Do-Liste einschätzen. Mir wird also vor Augen gehalten, was ich nicht geschafft habe, auch wenn das genau genommen gar nicht so schlimm ist. Unsere Wahrnehmung kann das leider nicht unterscheiden und wir bleiben zurück mit schlechter Laune, Schuldgefühl und diesem unangenehmen Kribbeln, welches immer auftritt, wenn man ins Bett geht, ohne produktiv gewesen zu sein. Schwierig ist auch die Länge – entweder die Liste ist relativ kurz, damit auch motivierend und mehr oder weniger schnell abgearbeitet. Dadurch kann es aber auch dazu kommen, dass Punkte zu allgemein gehalten sind, wie zum Beispiel „Wohnung entrümpeln„. Das ist ein grober Begriff und definitiv eine Aufgabe für mehrere Tage. Solch große Berge können geschrumpft werden, indem man einige Unterpunkte findet: Küche, Flur, Schlafzimmer. Dadurch wird die Liste dann aber wieder länger und man hat das Gefühl, es geht nicht voran.

 

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Um eine To-Do-Liste zu machen, die dich voranbringt und glücklich macht, beachte Folgendes:

  • Sei realistisch! Was kannst du schaffen, was würdest du nur gerne schaffen wollen? Dieser feine Unterschied ist wichtig. Versuche nicht, aus Müll runterbringen ein die Welt retten zu machen.
  • Sichtbarkeit! Die Liste sollte gut sichtbar auf deinem Schreibtisch liegen oder an die Wohnungstür geklebt sein. Nur dann wirst du daran erinnert, was du machen musst und kannst auch wirklich was schaffen. Im Handy hast du sie zwar immer dabei, die Liste geht allerdings auch schnell unter.
  • Schreibe keinen Roman! Wenn die Liste zu lang wird, bist du von vornherein demotiviert. Versuche dich wirklich auf das Wichtigste zu konzentrieren und eventuelle Anweisungen kurz und knackig zu halten. Falls einige Punkte stark nach Himalaya aussehen, solltest du sie jedoch in Unterpunkte teilen, um den Überblick zu behalten und zwischendurch ein paar mehr Belohnungspunkte zu bekommen.
  • Kontinuität! Es ist viel hilfreicher, regelmäßig eine kurze To-Do-Liste zu erstellen und abzuarbeiten, anstatt sich alle paar Wochen aus einem Berg aus Aufgaben zu kämpfen.
  • Timing! Morgens ist man motiviert und die meisten Menschen nutzen das, um eine Liste zu erstellen. Dabei wäre es viel sinnvoller, abends die Aufgaben für den nächsten Tag festzulegen. Denn dann ist in meinem Kopf die Erinnerung an meine Pflichten frisch, und ich weiß, was priorisiert werden sollte. Und mit einem Plan für den nächsten Tag ins Bett zu steigen senkt den Druck, am nächsten Morgen etwas zu vergessen.
  • Priorisieren! Die wichtigsten Aufgaben sollten priorisiert werden, dadurch habe ich in der ersten Tageshälfte schon das erledigt, was mich am wenigsten zur Ruhe kommen lässt.

 

Und damit du nun direkt loslegen kannst mit deinen guten Vorsetzen und dem strukturierten Leben, habe ich noch einige super praktische To-Do-Listen als Vorlage zum Ausdrucken für dich!

 

Sophia
Die Räubertochter

Sophia taumelt zwischen Konzerten, Flohmärkten und Versuchspersonenstunden hin und her und versucht das Leben im Zaum zu halten – oder vielleicht ist es auch andersherum. Wenn sie nicht in Psychologie-Vorlesungen sitzt, treibt sie meist Unfug mit Texten, Musik oder FreundInnen und will Sachen machen. Die überzeugte Vegetarierin und selbsterklärte Ästhetikerin ist auf der Suche nach dem Besonderen im Leben und versucht uns mit Ideen, Tipps und Inspiration bei Laune zu halten.

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