Mülltrennung – unser Kryptonit

Ich bin eine große Verfechterin des Recyclings und versuche mich in umweltschonendem Verhalten. Manchmal bin ich da sehr erfolgreich, z.B. wenn ich alte Gläser wiederverwende. Manchmal aber auch eher nicht. Besonders nicht, wenn es um Mülltrennung geht – wohin schmeiße ich die Kronkorken? Kommt der Kaffeefilter jetzt in den Restmüll oder in den Papierabfall? Ich bin da oft sehr ratlos und habe daher beschlossen, mich mal wirklich mit dem Thema zu beschäftigen. Wenn man Mülltrennung bei Google sucht, findet man so einige Artikel – es scheinen sich also ziemlich viele Menschen mit dem Thema irgendwie schwer zu tun.

Die Mülltrennung in Deutschland ist eine Wissenschaft für sich: Die Frage, was in die schwarze, grüne, gelbe, blaue und orangene Tonne gehört, überfordert viele. Schreibt die Welt (18.5.2015).

Können die meine Gedanken lesen?

Mülltrennung kann doch nicht so schwer sein!

Ist es auch nicht. Und genau deshalb habe ich hier eine kleine Übersicht für euch, was in welche Tonne gehört. Am Ende des Artikels habe ich euch eine kleine Tabelle erstellt, die alles nochmal gut zusammenfasst. Außerdem habe ich speziell für die Diven unter dem Abfall mal herausgesucht, wo ihr sie guten Gewissens loswerden könnt. Denn vieles landet immer noch unnötig auf der Müllverbrennungsanlage. Dabei hat Deutschland doch zumindest den Ruf des Landes der Super-Recycler!

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Papiertonne

Das ist ja eigentlich ziemlich einfach. So gut wie alles aus Papier, Pappe und Karton kommt ins Altpapier. Ausnahmen sind imprägnierte oder beschichtete Papiere, Plakate oder Styropor. Auch Faxpapier ist oft nicht zum Recyclen geeignet und bei Briefumschlägen müsst ihr eigentlich die Klarsichtfolie getrennt in den Restmüll werfen. Das Verpackungspapier vom Metzgerstand ist auch gewachst, gehört deshalb in den Restmüll. Papier- und Rauhfasertapete könnt ihr in die blaue Tonne werfen, andere Tapetenreste müssen ebenfalls in den Restmüll. Zeitungen und normales Papier sind gut wiederverwendbar, aber sehr stark verschmutztes Küchenpapier oder Servietten sollen lieber in die Biotonne oder den Restmüll.

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Glas

Wenn du Glas nicht wiederverwenden willst, kannst du es in die speziellen Container werfen. Bunte Flaschen gehören generell ins Grünglas, Weiß- und Braunglas in ihre eigenen Behälter. Papier darf an den Flaschen bleiben, aber die Verschlüsse (z.B. Kronkorken!) sollten separiert entsorgt werden: im gelben Sack.

Trinkgläser bitte nicht in das Altglas werfen! Genauso wie Porzellangeschirr oder Steingut müssen sie in den Restmüll, da ihre eigene Glasart das Altglas-Material stark verunreinigt, und ihre Scherben bei einer anderen Temperatur als das ‚richtige‘ Altglas schmelzen – das behindert die Verarbeitung.

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Der gelbe Sack

Hierhin gehört Verpackungsmüll mit dem grünen Punkt: Tetra Paks, Dosen und sämtliche Plastikteile. Becher von Joghurt oder Quark, etc. sollen nicht ausgespült werden (das schadet gleich wieder der Energiebilanz), sondern löffelrein und nicht ineinander gestapelt in den gelben Sack geworfen werden. Die Becher müssen einzeln durch die Wertstoff-Anlage und können so besser sortiert werden. Ganz genau nimmst du es, wenn du die Pappe um den Becher im Altpapier entfernst. Werfe auch Kunststoffhüllen deiner Online-Bestellungen in den gelben Sack, um sie wiederverwendbar zu machen.
Wichtig ist, darauf zu achten, dass der Abfall Verpackungsplastik ist! Dazu zählen z.B. Farb- und Spraydosen, nicht darunter fallen logischerweise Plastikspielzeug oder -wäscheklammern: Die wandern auf auf den Wertstoffhof. Zahnbürsten oder Kugelschreiber landen im Restmüll. Die Plastikschalen vom Markthändler, in denen leckere Frischkäsesorten verkauft werden, müssen in den Restmüll – sie haben keinen grünen Punkt.

Landen oft in der falschen Tonne: CD’s und DVD’s nicht in den Restmüll, sondern in den gelben Sack werfen, oder noch besser: auf einem Wertstoffhof abgeben!

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Biomüll

Nicht bei allen Küchenabfällen ist sofort klar, wie sie entsorgt werden sollten. Generell kannst du Lebensmittelreste und Pflanzen auf den Kompost werfen – auch Fisch, Fleisch und Knochen. Auch andere sich zersetzende Dinge wie Teereste und -beutel, Kaffeesatz, gekochte Essensreste, Eierschalen und Brot (auch schon verschimmelt, aber ohne die Verpackung) sowie Backwaren gehören auf den Biomüll. Auch Käse ohne Plastikrinde, Joghurt und Quark sind in der Biotonne erlaubt, doch keine Milch an sich. Allgemein gilt auch die sehr einfache und logische Regel: keine Verpackungen, aber Küchenkrepp, Zeitungen oder Servietten sind erlaubt. Wichtig ist, dass jedes Teil im Biomüll abbaubar ist – das trifft z.B. auch auf Gartenabfälle wie Blumenerde oder Pflanzen zu.

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Der Restmüll

Der schwarze Peter unter den Mülleimern ist der Restmüll – hier landet meist alles, von dem man nicht so recht weiß, wohin es sonst gehört. Abfälle, die nicht mehr verwertbar sind wären zum Beispiel Windeln, kleine Kunststoffprodukte, Kleintierstreu, Porzellan & Spiegel, Glühbirnen, Spritzen oder Pflaster. Zigarettenkippen oder etwa Briefumschläge mit Klarsichtstreifen gehören nicht ins Altpapier, sondern müssen auch in den Restmüll. Für Sondermüll muss sich der oder die VerbraucherIn beim Schadstoffmobil melden, denn z.B. Energiesparlampen dürfen nicht in den Restmüll. Töpfe in sämtlichen Größen müssen beim Wertstoffhof abgegeben werden!

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Generell solltest du dir merken:

Verpackungen können oft noch sortiert werden: Bei der Brötchentüte kann das Papier ins Altpapier, der Klarsichtstreifen in den Restmüll, und das harte Brötchen von vorvorgestern kommt auf den Biomüll. Bei Glasware muss unterschieden werden, Gartenabfälle können alle in die Biotonne. Nur Verpackungen mit dem grünen Punkt gehören in den gelben Sack, kleine Plastikteile und Kosmetika landen im Restmüll.

Mülltrennung – eine Übersicht

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Sophia
Die Räubertochter

Sophia taumelt zwischen Konzerten, Flohmärkten und Versuchspersonenstunden hin und her und versucht das Leben im Zaum zu halten – oder vielleicht ist es auch andersherum. Wenn sie nicht in Psychologie-Vorlesungen sitzt, treibt sie meist Unfug mit Texten, Musik oder FreundInnen und will Sachen machen. Die überzeugte Vegetarierin und selbsterklärte Ästhetikerin ist auf der Suche nach dem Besonderen im Leben und versucht uns mit Ideen, Tipps und Inspiration bei Laune zu halten.

Eine Antwort zu "Mülltrennung – unser Kryptonit"

  1. Glühbirnen gehören generell nicht in die Restmülltonne, nicht nur die Sparbirnen. Wenn man keine Zeit hat zum Werkstoffhof zu fahren: Mittlerweile hat jeder Baumarkt nicht nur einen Sammelkarton für Altbaterien, sondern auch für Glühbirnen und andere Lichtstoffe. Sogar kleine Elektrogeräte werden zurück genommen.

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