Warum ihr Alufolie meiden solltet

Falls ihr heute vorhabt, Fisch zu backen, Gemüse zu rösten oder ein Stück Fleisch fürs Abendessen vorzubereiten, werdet ihr dazu vermutlich Alufolie benutzen. Eventuell solltet ihr eure Vorgehensweise aber nochmals überdenken, da winzige Teilchen der Alufolie in eurem Essen landen werden und eurer Gesundheit schaden können.

In Entwicklungsländern hat Aluminium Kupfer als das am meisten verbreitete Material für Kochgeschirr ersetzt, weil es billiger zu produzieren und leichter zu reinigen ist. Das viel größere gesundheitliche Problem stellt allerdings die Verwendung von Alufolie im Backofen dar, vor allem wenn säurehaltige Lebensmittel stark erhitzt werden.

Alufolie

Aluminium und die Gesundheit

Der menschliche Körper besitzt die Fähigkeit, kleine Mengen an Aluminium auszuscheiden, weshalb eine geringe Belastung kein Problem darstellt: Die WHo hat eine maximale wöchentliche Zufuhr von 1 mg pro Kilogramm Körpergewicht als unbedenklichen Wert festgelegt. Entsprechend dürfte eine 60 kg schwere Person in dieser Zeit  60 mg Aluminium zu sich nehmen. Allerdings sind wir meistens weit höheren Werten ausgesetzt, als dieser empfohlenen, sicheren Höchstgrenze. Aluminium kommt in Mais, gelbem Käse, Salz, Kräutern, Gewürzen und Tee vor. Es wird, wie schon erwähnt, in Kochutensilien verwendet, sowie in Pharmaprodukten wie Deodorants oder Magensäurebindern. Und Aluminiumsulfat wird als Gerinnungsmittel bei der Klärung von Trinkwasser verwendet.

Alzheimer durch Alufolie

Wissenschaftler untersuchen derzeit, ob eine übermäßige Zufuhr von Aluminium gesundheitsschädlich ist. Beispielsweise wurden hohe Konzentrationen von Aluminium im Hirngewebe von Alzheimer-Patienten gefunden. Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Zahl der Alzheimer-Patienten mit dem Fortschritt der Industrialisierung gestiegen ist, ein Zusammenhang wäre also denkbar. Auch bei Nierenversagen und Osteoporose soll sich Aluminium negativ auswirken und generell das Wachstum von Gehirnzellen hemmen, wie Versuche zeigen.

Schützt Eure Töpfe

In Anbetracht all dieser Risiken wird klar, dass es sinnvoll ist, beim Kochen einen hohen Aluminiumanteil der Lebensmittel zu vermeiden. Töpfe erhalten bei der Herstellung meistens eine Schutzschicht durch Oxidation, die allerdings durch regelmäßiges Schrubben verschwindet. Hier könnt ihr mit einem einfachen Trick Abhilfe schaffen: Wenn ihr euch neue Töpfe zulegt, kocht sie mehrmals mit Wasser aus, bis der Boden matt wird. So erzeugt ihr eine natürliche Schutzschicht und macht sie unempfindlich gegen Kratzer. Auch wenn sie glänzend schöner aussehen, ist eine matte Fläche am Boden besser für euer Essen und eure Gesundheit.

Alufolie-Pellkartoffel

Folie beim Kochen vermeiden

Bei Alufolie entfällt die Möglichkeit einer Schutzschicht natürlich, weshalb wesentlich mehr Aluminium in die Nahrung gelangt. Besonders säurehaltige Lebensmittel setzen einen aggressiven Prozess in Gange, der ganze Schichten der Alufolie in eure Mahlzeit wandern lässt. Kommen noch Gewürze dazu, klettert die Menge der diffundierenden Teilchen in schwindelerregende Höhen. Um all diese Risiken zu vermeiden, empfehlen wir, nur Glas oder Porzellan zu verwenden, wenn es ums Backen geht. Falls es doch mal Grillfisch mit Zitrone sein soll, könnt ihr auch kreativ werden und ihn in Bananenblätter wickeln.

Aluminium in Deos

Wie schon erwähnt, stellen auch aluminiumhaltige Kosmetika ein Problem dar, da im befallenen Gewebe von Brustkrebspatienten eine höhere Konzentration des Leichtmetalls gefunden wurde, als in gesunden Teilen des Körpers. Auch wenn es bisher noch unklar ist, ob dies nur eine Begleiterscheinung der Krebserkrankung ist, oder die über die Achselhöhle aufgenommen Aluminiumsalze die Ursache dafür sind, solltet Ihr, wenn möglich zu Varianten ohne den gefährlichen Zusatz greifen. Wie ihr eventuell entstehende Flecken loswerdet, verraten wir euch hier. Genau genommen enthalten auch nur sogenannte Antitranspirantien Aluminiumchlorid-Hexahydrat, die die Poren verstopfen und die Schweißbildung hemmen sollen. Reine Deos wirken nur gegen Bakterien. Bei geschädigter Haut ist die Eindring-Rate des Metalls deutlich höher, weshalb Experten dazu raten, die Achselhaare abends zu rasieren und erst morgens – wenn es schon sein muss- ein Antitranspirant aufzutragen.

Falls ihr euch die ganze Zeit schon fragt, wie man dieses verflixte Wort Aluminium überhaupt ausspricht, leistet euch das folgende Youtube-Video Hilfe:

Daniel
Der Professor

Daniel leidet unter chronischem Fernweh, weil er seiner Reiseleidenschaft aus finanziellen Gründen viel zu selten nachkommen kann. Seinen überdurchschnittlich gesunden Lebensstil versucht er an Wochenenden durch die ein oder andere Party zu kompensieren. Er ist, seit er denken kann, Vegetarier und kann mehr über Antioxidantien und Aminosäuren erzählen, als über das aktuelle Weltgeschehen.

Eine Antwort zu "Warum ihr Alufolie meiden solltet"

  1. Hallo!

    “ Die WHO hat eine maximale Zufuhr von 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht als unbedenklichen Wert festgelegt. Entsprechend dürfte eine 60 kg schwere Person täglich 2400 mg Aluminium zu sich nehmen.“
    2400mg = 2,4g! – entspricht 1 Getränkedose pro Woche zum Knabbern…
    Wenn ich mich in einem anderen Artikel nicht verlesen habe, soll man nicht mehr als 1mg pro kg Körpergewicht pro Woche zu sich nehmen.

    LG, Martin

  2. Hallo Daniel,
    Zitat: „Laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) überschreitet die ernäh-
    rungsbedingte Aufnahme von Aluminium 1 bei einem Teil der Bevölkerung den
    tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmewert (TWI) von 1 mg pro kg Körpergewicht
    und Woche.“ aus https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/buch/codex/beschluesse/GG_Empfehlung_Einsatz_von_Aluminium.pdf?59nzn7
    Die Angaben in dem, von dir zitierten Bericht sind sicher falsch.

    LG, Martin

    1. Lieber Martin,
      falsch natürlich nicht, allerdings veranschlagt die EFSA offensichtlich deutlich niedrigere Grenzen als die WHO. Danke für die tolle Recherche, ich werde mich dann auf deine Quelle berufen. Trägt meiner Argumentation ja nur bei.

      Schönen aluminiumarmen Abend dir,

      Daniel

  3. Lieber Daniel,
    Ich gehe Dir jetzt zum letzten Mal auf die Nerven.
    Die Frau Professorin Ghada Bassioni hat schon in ihrer wissenschaftlichen Arbeit auf der ersten Seite in der Einleitung den Wert falsch angegeben.
    http://www.electrochemsci.org/papers/vol7/7054498.pdf
    Angabe nach WHO: „The Committee established a PTWI of 1 mg Al/kg bw, which applies to all aluminium compounds in food, including additives.“
    (PTWI: provisional tolerable weekly intake)
    Nachzulesen auf Seite 197:
    http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/43645/1/9789241660587_eng.pdf
    Also: 1mg Al pro kg Körpergewicht pro Woche (nicht pro Tag!)

    LG aus Wien, Martin

    1. Hallo Martin,

      du gehst mir nicht auf die Nerven. Das ist natürlich doof, dass das falsch in ihrer Arbeit steht, da das ganze doch zunächst sehr fachkundig wirkt und sich viele große internationale Publikationen auf sie berufen. Jetzt müsste es dann wenigstens bei uns stimmen.

      Viele Grüße

      Daniel

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