Drei der Besten: Whisky aus Deutschland

Früher undenkbar, heute en vogue: Whisky, destilliert in Deutschland. Wir haben uns auf die Suche nach den Besten gemacht. Und die möchte ich euch hier vorstellen.

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Nachdem wir uns vor kurzem bereits angeschaut haben, was Deutschland in Sachen Gin zu bieten hat, widmen wir uns heute dem heimischen Whisky. Deutsche Whiskys sind im Vergleich noch recht jung – der Trend, eigene, hochqualitative Varianten des „irischen Weins“ zu kreieren, begann hierzulande erst Anfang der Achtziger Jahre. Mittlerweile gibt es allerdings dutzende Brennereien, die, von der Kleinserie bis hin zum Massenprodukt, die ganze Palette abdecken. Kaum zu glauben: Deutschland hat mittlerweile direkt nach Schottland die meisten Brennereien weltweit! Grund genug, sich das Sortiment einmal genauer anzusehen.

Whisky-Wissen

Das Wasser des Lebens, was das Wort „Whisky“ eigentlich ursprünglich bedeutet, hat seinen Ursprung in Irland. Dort ist die Edelspirituose seit dem fünften Jahrhundert bekannt. Zu verdanken haben wir das wieder einmal den Mönchen, nachdem diese uns ja bereits mit der Kunst des Bierbrauens gesegnet haben.

Whisky wird aus Getreide (hauptsächlich wird Gerste verwendet) hergestellt. Dieses Getreide wird erst fermentiert und dann mit heißem Rauch behandelt. Anschließend setzt man die sogenannte Maische an (Die Gerste wird mit Wasser vermischt und beginnt zu gären – das gleiche Verfahren findet beim Bierbrauen Anwendung). Danach folgt die eigentliche Destillation, welche die Maische in Hochprozentiges verwandelt. Im letzten Schritt muss der Whisky reifen – und zwar mindestens 3 Jahre. Das passiert in Holzfässern (meistens Eiche). Die Reifung im Fass trägt eine maßgeblichen Anteil daran, dass jeder Whisky seinen eigenen Charakter entwickelt. Dieser unterscheidet sich teilweise sogar von Fass zu Fass.

 

Slyrs Single Malt Classic

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Foto: Slyrs

Slyrs („Schlürs“ gesprochen) ist die größte deutsche Whisky-Brennerei, sie liegt am Schliersee in Oberbayern. Die Reifezeit des Single Malts beträgt drei Jahre, wobei bereits geplant ist, auch eine Version mit 12 Jahren anzubieten. Der Inhaber Florian Stettner ist gelernter Bierbrauer und kam bei einer Studienreise nach Irland auf die Idee mit dem heimischen Whisky.

Geschmack: Sehr mild mit seinen 43 Volumenprozent. Durch die Reifung in neuen Eichenfässern eine ausgeprägte Vanille-Note, teilweise sogar etwas fruchtig. Insgesamt sehr weich und harmonisch. Guter Einsteigerwhisky. Preis: Rund 62 € pro Liter.

 

Black Forest Single Malt Whisky

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Foto: Black Forest Single Malt Whisky

Kommt – wie der Name schon andeutet – aus dem Schwarzwald, und ist eine Kooperation der badischen Staatsbrauerei (Hersteller von Tannenzäpfle-Bier) und der Brennerei Kammer-Kirsch. Hat 2011 den renommierten „Germany’s Best Whisky Destillery 2011“ gewonnen und wächst rasant. Oft sind die Abfüllungen bereits in wenigen Tagen vergriffen.

Geschmack: Der Whisky reift für 3 Jahre in alten Bourbon-Fässern. Geschmacklich daher ebenfalls sehr „vanillig“. Auch Karamell und Honig kann man herausschmecken. Anfangs sehr kräftig (ohne zu brennen), gefolgt von einem weichen Abgang. Vom Geschmack her deutlich älter als die angegebenen 3 Jahre. Ein sehr komplexer aber trotzdem „runder“ Whisky. Preis: Ungefähr 85 € pro Liter.

 

Threeland Whisky

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Foto: Threeland Whisky

Auch hier steckt der Ursprung bereits im Namen: Threeland Whisky kommt aus dem Dreiländereck im Westen Deutschlands. Die Brennerei hat ihre Heimat in einem ehemaligen Gutshof – Andreas Valledar kreiert hier seit 2006 seine Edelbrände und ist damit überaus erfolgreich. Der Whisky hat im Falstaff-Guide satte 91 von 100 Punkten und wird vom Whisky-Guru Jim Murray als „brilliant“ bezeichnet.

Geschmack: Reifung in Barrique-Fässern und ehemaligen Weißweinfässern für 3 Jahre. Sehr fruchtig. Nicht überladen. Der „Weißwein“ unter den Whiskys sozusagen. Süßer als die zwei anderen. Preis: Rund 68 € pro Liter.

Viel Spaß beim Durchprobieren!

Peter
Der Pirat

 

Unser Deutscher in Wien mit einem Faible für Genießen, Kochen und Essen.

Musikfetischist, Hedonist, Technikfreak.

Publizist und Community Manager bei Tag, in der Nacht Pirat.

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