Champagner, Sekt oder Prosecco?

Es ist höchste Zeit zum Anstoßen! Doch womit? Was ist der Unterschied zwischen Sekt und Champagner - oder gar Prosecco? Eine Kurzübersicht für den Silvester-Smalltalk.

Besonders zum Jahreswechsel steigen die Einkäufe von den klassischen „Anstoß“-Getränken wie Sekt oder Champagner. Bei Feierlichkeiten gehen die Sektschalen und -gläser durch die Reihen und nach einem fröhlichen Prost, Cheers oder Santé ist das Getränk auch schon (hoffentlich) im Magen gelandet. Doch wofür entscheidet man sich am Tag vor Silvester? Was reicht man den Gästen zur Hochzeit oder schenkt dem glücklichen Absolventen?

Preislich gibt es zumindest einen groben Unterschied – Champagner ist teuer, wohingegen Sekt und Prosecco oft schnell mal im Supermarkt gekauft werden. Ansonsten sind alle leicht gelblich und prickeln so angenehm auf der Zunge. Allerdings – was ist der Unterschied zwischen Champagner und Sekt, oder Prosecco? Wir klären dich auf!

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Prosecco-Herstellung: Weinberge in Valdobiaddene, Italien.
Foto: oleandra

Der Unterschied macht’s

Sekt

Sekt ist ein Schaumwein – das heißt, er ist eines der weinhaltigen Getränke, die in ihren Flaschen unter Druck stehen. Ähnlich wie bei Sprudelwasser sorgt der hohe Gehalt an Kohlenstoffdioxid für einen ordentlichen Überdruck – dieser muss mindestens 3 bar betragen. (Weniger bar bedeuten, dass das Getränk nur als Perlwein bezeichnet werden darf).

Meistens wird so ziemlich jeder „günstigere“ Schaumwein einfach mal als Sekt bezeichnet, obwohl sich das Getränk von anderen, wie zum Beispiel Champagner oder Prosecco, unterscheidet. Sekt hat schwächere Herstellungsauflagen als Champagner und kann daher in Großproduktion hergestellt werden. Deshalb ist der Sekt aus dem Supermarkt oft so günstig. Es gibt allerdings auch Winzer, die ihren Sekt mit einer ähnlichen Qualität wie Champagner herstellen. Das Getränk ist dann entsprechend teurer, orientiert sich aber – nicht wie der meiste Billig-Sekt – nicht nur an den Mindestvoraussetzungen.

Champagner

Auch Champagner ist ein Schaumwein, sein Titel steht jedoch unter sehr starkem Schutz. Er ist einer der bestkontrolliertesten Weine überhaupt und wird auf fünf Stufen auf die Qualität und das Einhalten der Auflagen kontrolliert: Nur Trauben aus der französische Champagne dürfen verwendet werden (daher der Name!). Außerdem ist es nur erlaubt, handgeerntete Trauben der Rebsorten Pinot Noir, Meunier und Chardonnay zu verwenden. Es muss die méthode champenoise auf die Trauben angewendet werden – eine erste Gärung im Fass erlaubt es der Kohlensäure zu entweichen. Durch die zweite Gärung in der Flasche wird jedoch wieder Kohlensäure erzeugt, die nicht entweichen kann. Zu guter letzt ist auch ein Naturkorken ist ein Muss! Eine ziemlich aufwendige und kostspielige Herstellung, die den hohen Preis des Champagners erklärt.

Prosecco

Wie bereits angekündigt handelt es sich hierbei um einen Perlwein, das bedeutet konkret, dass der Druck in der Flasche nur zwischen 1,5 bis 2 bar beträgt und somit nicht als Sekt bezeichnet werden darf. Dieser Unterschied an Kohlensäuregehalt ist der größte Unterschied zwischen Prosecco und Champagner. Außerdem wird die Kohlensäure beim Perlwein erst im Nachhinein in die Flasche gefüllt, wohingegen sie beim Schaumwein durch die Gärung in der Flasche entsteht. Nur ein Perlwein, der aus Prosecco-Trauben hergestellt wird, darf den Namen so übernehmen.
Prosecco darf also nur als Sekt bezeichnet werden, wenn die Kohlensäure zwingend während der zweiten Gärung in der Flasche entstanden ist – auf seinem Etikett steht dann statt dem üblichen Frizzante ein Spumante. Champagner ist und bleibt der Superstar mit seinen vielen Regelungen und der Traubenherkunft in der Champagne. Sekt ist quasi die kleine Schwester des Champagners, mit viel weniger Vorschriften und meistens hergestellt in Großproduktion.

Sophia
Die Räubertochter

Sophia taumelt zwischen Konzerten, Flohmärkten und Versuchspersonenstunden hin und her und versucht das Leben im Zaum zu halten – oder vielleicht ist es auch andersherum. Wenn sie nicht in Psychologie-Vorlesungen sitzt, treibt sie meist Unfug mit Texten, Musik oder FreundInnen und will Sachen machen. Die überzeugte Vegetarierin und selbsterklärte Ästhetikerin ist auf der Suche nach dem Besonderen im Leben und versucht uns mit Ideen, Tipps und Inspiration bei Laune zu halten.

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