Rettich kochen – oder eben nicht!

Ode an ein unterschätztes Wintergemüse

„Zum nächsten Brunch werd ich euch nen richtig schönen Rettich kochen“ – habt ihr diesen Satz schon mal gehört? Nein? Das kann zum einen daran liegen, dass viele Herbst-/Winterspezialitäten wie der Rettich neben Dauerbrennern wie dem Kürbis schlicht untergehen – die leckere Power-Wurzel wird oftmals sehr stiefmütterlich behandelt. Es kann aber auch daran liegen, dass Rettich, wie der schwarze Winterrettich, oftmals eben nicht gekocht wird, um seine gesunde Wirkung zu bewahren. Wenn du dich jetzt fragst “Winter-was??” dann haben wir hier Tipps und Infos für dich, was man mit Rettich anstellen kann.

 

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Rettich gehört, genau wie die etwas bekannteren Radieschen, zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) und stammt ursprünglich aus Südostasien. In Deutschland wird er heute vor allem in Süddeutschland und Rheinland-Pfalz angebaut. Je nach Jahreszeit – Rettich kann von Sommer bis Winter geerntet werden – gibt es ihn sogar in unterschiedlichen Farben, von weiß über rot im Sommer bis hin zu braun, violett und schwarz im Winter. Auch die Formen variieren stark, von kegelförmig bis kugelrund.

Mit Rettich kann man allerhand anstellen, vor allen Dingen kann man ihn essen. Seine Verwandtschaft zu den Radieschen merkt man dabei deutlich an seinem Geschmack: frisch und scharf! Diese Schärfe kommt von den enthaltenen ätherischen Senfölen, die sich aber verflüchtigen, wenn man den Rettich erhitzt. Gedünstet, in Aufläufen und Suppen schmeckt Rettich hervorragend, verliert hier aber sowohl seine Schärfe als auch einige seiner wertvollen Wirkstoffe – wenn man ihn also genau zu diesem Zweck verspeisen möchte, dann sollte man das Rettich kochen lieber lassen. Dasselbe passiert übrigens auch, wenn man Rettich zu lange mit Salz oder Essig ziehen lässt, deshalb wird Rettich vor allem roh, als Beilage oder Salat, und direkt nach dem Würzen verspeist.

 

Rettich kochen, ade – Rohkost, Baby!

Hier sind der Fantasie – und dem Magen – keine Grenzen gesetzt. In Bayern zum Beispiel findet man Rettich oftmals zu hauchdünnen Spiralen geschnitten als Beilage zur deftigen Brotzeitplatte oder als Brotbelag. Anstatt im Winter zu importierten Treibhaus-Tomaten zu greifen, kann man die liebevoll zubereitete Stulle also auch mit Rettich sowohl geschmacklich als auch gesundheitstechnisch aufwerten. Für Salate wird Rettich oftmals in feine Scheiben oder Stifte geschnitten, oder geraspelt und dann mit einem beliebigen Dressing verfeinert.

 

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Wenn dir Inspirationen fehlt, kannst du deinen Rettich auch ganz beruhigt erstmal lagern! Dafür das Laub entfernen, den Rettich in ein feuchtes Tuch einwickeln und dann ab damit in den Kühlschrank. So halten sich die weißen, kegelförmigen Rettiche zum Beispiel ca. zwei Wochen, die runden schwarzen Winterrettiche halten sich so sogar mehrere Monate.

Oder du probierst es mal mit unseren tollen Rezepten!


Karotten-Rettich-Apfel-Salat

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Zutaten

1
schwarzer Winter-Rettich
2-3
Karotten
1-2
Äpfel (säuerlich)
5 EL
Olivenöl
2-3 EL
Rotweinessig (je nach Geschmack)
2 TL
scharfer Senf
1-2 TL
Honig
Salz
Pfeffer
Schnittlauch zum Garnieren

Zubereitung

Rettich, Karotten und Äpfel zunächst schälen und grob reiben. Das Dressing gut verrühren, bis es eine leicht sämige Konsistenz bekommt, dann nach dem eigenen Geschmack abschmecken und über das geriebene Gemüse geben. Gut vermischen und mit dem Schnittlauch garnieren.

So kann man mit Rettich ganz einfache und leckere Salate zaubern – er eignet sich aber auch hervorragend für asiatische Küche!

Kkakdugi - Kimchi aus Rettich

Maangchi, die Expertin für koranische, fermentierte Speisen, zeigt uns mit ihrem genialen Rezept, dass man Kimchi nicht nur klassisch mit Chinakohl machen kann, sondern auch mit Rettich!

 

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Copyright: Maangchi.com

Zutaten

1
großer weißer Rettich (ca. 1000 g)
1 EL
Meersalz
1 EL
Rohrzucker
1 Stück
Ingwer (ca. 2 cm)
2-3
Knoblauchzehen
2
Frühlingszwiebeln
1-3 EL
koreanisches Chillipulver (Korean Red Pepper oder Gochugaru)
2 EL
Fischsauce
3 EL
Rettich-Wasser (wird beim Zubereiten aufgefangen)
1
großes Weck-Glas

Zubereitung

Den Rettich waschen, schälen und in 2-3 Zentimeter große Würfel schneiden. Die Rettichwürfel in einer Schüssel mit dem Meersalz und dem Rohrzucker vermengen und 30 Minuten ziehen lassen. In der Zwischenzeit die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, die Knoblauchzehen und den Ingwer schälen und sehr fein hacken.

Nach 30 Minuten hat sich der Rettich ein wenig entwässert. Die Lake nun abgießen und auffangen. Die Rettichwürfel mit allen Zutaten und 3 EL von der aufgefangenen Lake gut vermischen. Die fertige Mischung nach und nach in ein großes Weck-Glas geben und die Masse dabei immer wieder fest nach unten pressen, damit keine Luftblasen zwischen den Rettichstücken zurückbleiben.

Den Rettich für vier bis fünf Tage abgedunkelt bei Raumtemperatur fermentieren lassen. Hat der Rettich dann den gewünschten sauer-scharfen Geschmack erreicht, kann der fertige Kkakdugi im Kühlschrank aufbewahrt werden. Er schmeckt sowohl als kühler Snack als auch in warmen Gerichten oder als Beilage.

Auch in Frühlingsrollen oder Sushi macht der Radi darüber hinaus eine gute Figur.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Birgit
Ute Unentschieden

Ist notorisch unentschlossen. Die Frage, ob man heute lieber den blauen oder grauen Pulli anziehen soll, kann einen aber auch aus der Bahn werfen. Deswegen geht Einkaufen auch gar nicht, da stehen zu viele Entscheidungen an. Außer wenn es um Bücher geht. Und Essen für den Sonntagsbrunch. Und Tee. Der hilft auch immer, wenn die Vergesslichkeit mal wieder zuschlägt: Wo ist eigentlich mein Schlüssel? Ach, das war heute?! Puh, erstmal durchatmen und zur Ruhe kommen mit dem Lieblingstee im passenden Kännchen. Versteht sich von selbst. Und Schokolade. Viel. Schokolade.

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