Matcha – say what?

Matcha-Tee hier, Matcha-Kuchen dort - selbst im DM sehe ich immer wieder Matcha-Pulver im Angebot. Was ist das denn überhaupt?

Was bei uns als neuester Schrei in allen hippen und oder veganen Cafès auf der Karte groß geschrieben wird, ist ein ziemlich altes traditionelles Getränk aus Japan. Kennt man irgendwoher, oder? (ähem, Chia-Samen). Es erfreut sich dem Ruf eines Super-Foods, einige gehen sogar soweit ihn als gesündesten Tee Japans anzupreisen. Doch was ist Matcha genau und hat er wirklich so viel zu bieten?

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Matcha – Grüntee als Pulver

抹茶 bedeutet gemahlener Tee, der originale Name des Hype-Foods. Es ist eine spezielle Art des Grünen Tees aus Japan, dessen Blätter getrocknet und gemahlen werden. Man gießt das leuchtend grüne Pulver mit heißem Wasser auf oder kann es z.B. in Kuchen weiterverarbeiten. Allein die Farbe ist natürlich etwas ziemlich besonderes.

Dass Matcha so toll ist, wissen die lieben Japaner*innen wahrscheinlich selbst ziemlich gut: nur rund vier Prozent werden aus dem Land in die internationalen Regale geliefert und kostet relativ viel. Leider gibt es in Europa immer öfter Pulver, welches an die hohe Qualität der Teeblätter aus Kyōto und Aichi keinesfalls herankommt – das Produkt, was wir hier kaufen können, gehört meist zum untersten Niveau der Qualitätsstufe und vermisst die eigentlichen Charakteristika des guten Matchas.

Speaking of: Eigenschaften des Matchas

Da das Pulver aus Teeblättern entsteht, hat Matcha logischerweise die gleichen Inhaltsstoffe: Koffein, Antioxidantien, Proteine, Vitamin A, B1, B2 und B3 und extrem viel Eisen – um nur einige zu nennen. Die grüne Zutat wird durch das Koffein zum Muntermacher, denn ein Teelöffel des Matchas entsprechen einem Espresso. Viele nennen es auch den „gesunden Espresso“, da das Koffein durch bestimmte Aminosäuren besser verträglich sein soll – nun ja.

Ein hochqualitativer Matcha hat edle Geschmacksnuancen, ist nur leicht bitter und hat eine gewisse Frische und Süße. Die feinen Aromen gehen immer mehr verloren, je schlechter das Produkt ist.

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Foto: aoimatcha.com

Du erkennst die Qualität an der Farbe des grünen Pulvers: je heller und leuchtender, desto feiner. Schmeckt dein Tee sehr herb und sauer, oder hat eine gelblich-braune Färbung, ist er höchstwahrscheinlich gröber verarbeitet. Diesen solltest du dann vermeiden, denn er kann deinen Körper eher belasten als zu helfen. Kaufe auf jeden Fall nur Matcha aus Japan und achte auf die Färbung und das Anbaugebiet.

Was bringt das Pülverchen?

Matcha werden viele Wirkungen zugeschrieben:

  • Der Tee regt an, entspannt und beugt kognitiven Beeinträchtigungen im Alter vor.
    Die Pharmazeutische Zeitung  schreibt, dass es möglich ist, durch regelmäßigen Konsum von Grünem Tee das Risiko für eine Demenzerkrankung zu verringern. Außerdem soll er eine positive Wirkung auf Diabetes mellitus oder Depressionen haben!
  • Matcha stärkt das Herz, baut das Bindegewebe auf und wirkt mit Anti-Aging-Vitaminen
  • Die InStyle ist hellauf begeistert: durch Vitamin A und wird Haut und Herz unterstützt, und durch das Hormon Leptin purzeln die Pfunde.
  • Als Fettkiller wird Matcha immer wieder bezeichnet: er enthält das Hormon Leptin, welches im Sättigungskreislauf beteiligt ist und dem Gehirn ein Sättigungsgefühl signalisiert. Außerdem soll der Tee nicht nur wach machen, sondern auch den Stoffwechsel in Schwung bringen und so mehr Fett verbrennen.
  • Das koffeinhaltige Getränk macht für lange Zeit munter und gibt dir einen natürlichen Energieschub.

Ich denke, die Effekte sind zum einen abhängig von der Qualität deines Matchas und außerdem ist es wichtig, die Dimensionen zu beachten: Durch einen Matcha-Tee wirst du nicht direkt abnehmen, regelmäßiger Verzehr soll eine Rolle bei der Wirkungsweise spielen.matcha-5

Zubereitung

Als Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung kannst du Matcha gut und gerne zwei bis viermal die Woche zubereiten. Wichtig ist, ihn nicht in Kombination mit Milch zuzubereiten! Eine Studie an der Charité unter der Leitung von Prof. Verena Stange weist im European Heart Journal darauf hin, dass die Konzentration von Catechinen sinkt, wenn der frisch aufgebrühte Tee mit Milch versetzt wird. Die Milchproteine verringern also den Gehalt der wichtigen Catechine und macht den Matcha so weniger wirkungsvoll.
Fun Fact: Das wurde sogar schon 2007 in der 28. Ausgabe publiziert, was die Frage offen lässt: Warum gibt es immer noch überall Matcha-Latte in den Cafès? Leute, Leute, Leute. Leider weiß nicht jeder mit dem Superfood umzugehen.

 

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Sophia
Die Räubertochter

Sophia taumelt zwischen Konzerten, Flohmärkten und Versuchspersonenstunden hin und her und versucht das Leben im Zaum zu halten – oder vielleicht ist es auch andersherum. Wenn sie nicht in Psychologie-Vorlesungen sitzt, treibt sie meist Unfug mit Texten, Musik oder FreundInnen und will Sachen machen. Die überzeugte Vegetarierin und selbsterklärte Ästhetikerin ist auf der Suche nach dem Besonderen im Leben und versucht uns mit Ideen, Tipps und Inspiration bei Laune zu halten.

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