Es lebe die Maibowle!

Wir haben die frohe Kunde ja bereits verbreitet: Endlich ist wieder Mai, endlich gibt es wieder frischen Waldmeister, und somit auch endlich wieder Maibowle!

Waldmeister
Sieht zwar hübsch aus, mindert aber das Geschmackserlebnis: Waldmeister wird am besten verarbeitet, bevor er blüht, dann ist das Aroma intensiver.

Die klassische Bowle in ihren zahllosen Varianten hat in den letzten Jahren unverständlicherweise stark an Popularität eingebüßt.

Ja, das ist sehr traurig. Wir bei Zitronenzauber sind nämlich große Freunde der kühlen, bunten „Durstlöscher“, die ihren wahren Alkoholgehalt geschickt hinter (beziehungsweise in) dem ein oder anderen Früchtchen verstecken, und die in Gefäßen zubereitet werden, die groß sind wie Babybadewannen. Da braucht keiner Angst zu haben, zu kurz zu kommen, und überhaupt, der soziale Aspekt dahinter, den gilt es hervorzuheben, versammelt man sich auf Parties doch gerne um den Bowlentopf wie Pfadfinder ums Lagerfeuer, trinkt und tratscht, tratscht und trinkt. Meine liebe Kollegin Sophia hat bereits eine Ode an die Bowle verfasst, mit Rezepten und passendem Soundtrack.

Während in den 70ern noch jeder Haushalt eine große Bowlenschale mit passenden Gläsern und großer Schöpfkelle im Küchenschrank stehen hatte, haben wir heute schon Schwierigkeiten, diese fast schon antiquarische Rarität auf dem Flohmarkt zu finden – gezwungenermaßen habe ich die süffige Frucht-Wein-Suppe sowohl schon im großen Bratentopf, als auch im weißen 10 Liter Gastro-Mayo-Eimer servieren müssen, mit Ikea-Suppenkelle darin, aus Mangel an Alternativen.
Nicht gerade stilecht, aber immerhin funktional. Statt bunter Bowle mit schnapsgetränkten Früchten, die sich den Platz auf dem Buffet mit Mettigel und gefüllten Eiern teilt, trinkt man heutzutage ja lieber Moscow Mule aus dem Kupferbecher und reicht dazu veganes Sushi. Nun gut, auch die Welt des Speis und Trank evolutioniert sich eben weiter, und früher war bei weitem auch nicht alles besser, aber eines eben doch: die Maibowle!

Anstatt bei der nächsten Gartenparty also die x-te Saison in Folge total fancy Hugos zu kredenzen oder experimentell den teuren Craft-Wodka mit Lavendel und Chili zu infusionieren, besinnen wir uns also einfach mal wieder auf die Mutter aller frühsommerlichen, aromatisierten Schaumweingetränke:


Maibowle

Zutaten

für 4 Personen

1 Liter
trockener Weißwein
500 ml
trockener Sekt
4 EL
brauner Zucker
1 EL
Vanillezucker
10 Zweige
Waldmeister
2 Zweige
Minze
2 Zweige
Zitronenmelisse
2
Zitronen, ungespritzt

Zubereitung

 

Maibowle01Damit der Waldmeister sein Aroma voll entfalten kann, muss er absurderweise erst etwas welk werden. Die Kräuter werden also am Tag vor dem großen Bowlenspaß (spätestens am frühen Morgen, wenn abends getrunken werden soll) zu einem kleinen Strauß gebunden und kopfüber aufgehängt.

Den Weißwein in ein hohes Gefäß geben, Vanillezucker und braunen Zucker hinzufügen und im Wein auflösen. Das Kräuterbündel kopfüber in den Wein hängen. Dabei darauf achten, dass die Schnittstellen der Kräuter nicht in den Wein hängen, sonst wird’s bitter. Mindestens 30 Minuten ziehen lassen, besser noch ist eine volle Stunde. Nun die Kräuter herausnehmen und den aromatisierten Wein bis zum Servieren kühlen. Entweder in einzelne Gläser füllen und mit dem gekühlten Sekt aufgießen, oder in eine große Bowlenschüssel geben und den Sekt hinzufügen.

Mit Eiswürfeln, Zitronenscheiben und Waldmeisterblättchen garnieren.

Christina
Jungs- und Hundemama

Von Böblingen nach Berlin – und ab sofort unsere Fachfrau für Beauty, Gesundheit, Körper und Seele. Pfefferminzverrückt. Yogatante. Mit chronischem Putzfimmel. Wohnt entgegen aller Klischees nicht im Prenzlauer Berg. Steckt das Geld für die überteuerte Miete lieber in einen Babysitter und macht regelmäßig die Berliner Clubs unsicher. Man gönnt sich ja sonst nichts.

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