Mineralwasser versus Leitungswasser

Ist abgefülltes Wasser gesünder als Leitungswasser? Oder ist das alles nur Humbug?

Wir Deutschen haben kapiert, dass uns stilles Wasser gut tut und es besonders gut verträglich ist. Kein Wunder, dass wir hinsichtlich eines bewussteren Umgangs mit unserer Ernährung auch wesentlich mehr Wasser konsumieren, als beispielsweise noch vor 40 Jahren.
Doch warum schleppen wir eigentlich Woche für  Woche Kisten mit abgefülltem Wasser oder Sixpacks an Plastikflaschen in unser Heim, wo wir doch alle funktionierende Wasserhähne zur Verfügung haben? Nichts wird in Deutschland mehr kontrolliert als unser Leitungswasser. Wieso trinken wir es also nicht?

Bild: kreuzberger-wasser.de

Die Mineralien sind Schuld

Natürlich wissen wir längst, dass wir in Deutschland mit das beste und sauberste Leitungswasser überhaupt haben. Und selbiges verschwenden wir auch ausgiebig, dabei wäre Wasser sparen auch in unseren Breitengraden angebracht. Trotzdem sitzen da immer noch so Gedanken wie „Rückstände von Antibiotika im Wasser“ in unseren Köpfen fest. Und überhaupt – in abgefüllten Mineralwasserflaschen sind doch viel mehr Mineralien enthalten. Oder etwa nicht?

Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. In beiden Wasserarten können Rückstände von Pestiziden, Medikamenten oder ähnlichem vorkommen.
Leitungswasser wird dabei aber viel strenger kontrolliert als Mineralwasser. Und wichtige Mineralien wie Calcium, Magnesium und Eisen nehmen wir sowieso hauptsächlich über die Nahrung und nicht über das Wasser auf. Zwar sind die Mineralien bei vielen Sorten Mineralwasser tatsächlich höher dosiert als im Leitungswasser, spielen aber für unsere Versorgung kaum eine Rolle.

Und was ist mit dem Kalk?

Kalkhaltiges Wasser ist für den Menschen nicht schädlich. Für unsere Kaffee- und Waschmaschinen ist es zwar nicht gut, aber der Mensch kann sich damit nicht schaden. Im Gegenteil. Kalk besteht zum Großteil aus Mineralien wie Calcium und Magnesium, was wir Menschen ja sogar brauchen.
Je kalkhaltiger das Wasser ist, desto härter ist es.
Der Härtegrad hängt von der Region ab und entscheidet daher auch über den Geschmack des Wassers. Wer sein Leitungswasser geschmacklich nicht mag, kann es mit einem Teelöffel Natron weicher und bekömmlicher machen.
Bei hartem Wasser muss man Geräte wie Wasserkocher und Kaffeemaschine öfter entkalken. Das macht man am besten mit Zitronensäure oder Essig.

Bild: focus.de

Abgefülltes Mineralwasser

Das Wasser, dass wir in Glas- oder Plastikflaschen kaufen können, kommt meist aus unterirdischen Wasservorkommen, wie Quellen oder Brunnen. Es muss nicht oder nur geringfügig aufbereitet werden. Da es aber in Flaschen abgefüllt wird, können auch durch das Abfüllen selbst oder durch den Kontakt mit den Flaschen Bakterien und Keime hineingelangen.
In Plastikflaschen kommen zudem ungesunde Weichmacher vor, die hormonähnliche Substanzen in das Wasser abgeben.
Bei verschiedenen Tests der Stiftung Warentest konnte nachgewiesen werden, dass Wasser aus Plastikflaschen (im Vergleich zu Wasser aus Glasflaschen oder Leitungswasser) eine hohe Östrogen-Belastung hat. In Glasflaschen abgefülltes Wasser ist deutlich weniger belastet.

Ist Leitungswasser komplett unbedenklich?

Da Leitungswasser streng kontrolliert wird, ist es überall in Deutschland einwandfrei und daher auch unbedenklich. In anderen Ländern sollte man aber auf Leitungswasser verzichten und auf abgefülltes Wasser ausweichen.

Wer dauerhaft Leitungswasser trinken möchte, sollte dennoch sein Wasser testen lassen. Denn durch alte oder beschädigte Rohre können gefährliche Schwermetalle wie Blei und Kupfer ins Trinkwasser gelangen. Auch verkeimte Wasserhähne können die Qualität des Wassers beeinträchtigen.
Es lohnt sich daher, einen Wassertest zu machen. Es gibt verschiedene Anbieter, die das Wasser auf diverse Verunreinigungen im Labor untersucht. Da man durch den dauerhaften Konsum von Leitungswasser einiges an Geld sparen kann, macht es durchaus Sinn, in eine solche Wasserqualitäts-Untersuchung zu investieren. Manche Wasserwerke benutzen leider Aluminium-Verbindungen statt Eisen-Verbindungen um das Wasser zu reinigen und auszuflocken. Das wäre bei einem dauerhaften Leitungswasser Verbrauch nicht ganz so günstig. Ein Anruf beim regionalen Wasserwerk gibt Aufschluss.

Was ich noch zu sagen hätte…

Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, welches Wasser er gerne trinkt. Und das hat natürlich auch was mit dem Geschmack zu tun. Wenn man aber sowieso stilles Wasser trinkt, könnte man eigentlich genauso gut Leitungswasser trinken. Das spart nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt. Außerdem muss man das schwere Wasser nicht erst nach Hause schleppen.
In mancherlei Hinsicht ist es sogar besser, Leitungswasser zu konsumieren. Denn wer möchte schon die Hormone aus Mineralwasser-PET-Flaschen zu sich nehmen?

Was die Belastung und die Mineralstoffe angeht, sind beide Wasser-Varianten nahezu gleich auf. Natürlich gibt es bessere und schlechtere Mineralwasser-Sorten, aber ihr könnt euch mit Leitungswasser auch nicht schaden. Zumindest so lange ihr keine alten Rohre oder andere Verunreinigungen in den Wasserleitungen habt.
Und bei einer normalen Ernährungsweise, nehmt ihr alle Mineralstoffe, die ihr braucht, sowieso mit der Nahrung zu euch.

Warum ihr von zusätzlichen Wasserfiltern und Co. absehen solltet, könnt ihr übrigens im Artikel meiner bezaubernden Kollegin Sophia nachlesen.

Annika
Die Kleine

Mit einer Körpergröße von gerade einmal 156 cm gehört sie zu den kleinen Menschen unserer Bevölkerungsgruppe. Was ihr an Körpergröße fehlt, macht sie mit ihrer Vielseitigkeit wett. Die kunterbunte Mischung ihrer Interessen ist als Schreiberling eine große Bereicherung. Ob Punk Rock, Sinatra oder Die drei Fragezeichen, Horror- oder Liebesfilm, Steak oder Grünkern – sie kann allem etwas Positives abgewinnen. So richtig entscheiden will sie sich nicht, muss sie ja auch nicht.
Als Schauspielerin und Autorin konnte sie schon einiges von der Welt sehen, viele verschiedene Menschen kennen lernen und fremde Kulturen und Subkulturen erforschen. Kein Wunder also, dass sie jeden Kuchen probieren will!

Eine Antwort zu "Mineralwasser versus Leitungswasser"

  1. Wir trinken schon lange nur noch Leitungswasser. Allein in Hinblick auf die Unmengen Plastik in unseren Meeren und der schlechten Recyclingquote von PET-Flaschen ist dies auf jeden Fall die bessere Wahl.

    LG Michaela

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