Fun With Flags: Deutschland und die Bratwurst

Ein Nationalgericht für Deutschland

Höchste Zeit, dass wir uns auch dem hiesigen Nationalgericht widmen: Vorhang auf für die Bratwurst mit Sauerkraut.

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Denkt man darüber nach, was das deutsche Nationalgericht sein könnte, fällt einem die Wahl durchaus schwer. So kredenzt doch jedes Bundesland andere Gerichte und zwischen dem, was im Süden und Norden auf den Teller kommt, liegen Welten. Wollen wir jedoch den Stereotypen der deutschen Küche bedienen, so kann es nur eine geben: die Bratwurst mit Sauerkraut. Es kommt nicht von irgendwo, dass Menschen überall auf der Welt an dieses Gericht denken, wenn es um die deutsche Küche geht.

Ein Nationalgericht für Deutschland

Lange Zeit galt die typisch deutsche Küche als Hausmannskost, sprich Nahrung für das gemeine Fußvolk. Ein Aristokrat, der was auf sich hielt, musste sich davon unweigerlich abheben. Dies geschah durch Orientierung an der französischen Küche. In der Zeit des Nationalsozialismus gab es schließlich die ideologisch motivierte Ambition, eine deutsche Nationalküche zu schaffen. 1933 bestritt das NS-Regime den ersten Schritt dorthin, als es der Bevölkerung einmal pro Monat den so genannten Eintopfsonntag aufzwang. Dabei ging es mehr um Geld als Essen. Eintopf war im Gegensatz zu den sonst üblichen Fleischgerichten eine billige Alternative, weshalb das gesparte Geld der NS-Volkswohlfahrt zu Gute kam. So war das erste deutsche, staatlich verordnete, Nationalgericht geboren.

Sauerkraut: Vom Schimpfwort zum Nationalgericht

Doch wie hat es die Kombination von Bratwurst und Sauerkraut geschafft, zum deutschen Nationalgericht zu werden? Die Assoziation von Kraut mit Deutschland reicht weit zurück und findet ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika. Im 17. Jahrhundert ließen sich deutsche Einwanderer in Germantown bei Philadelphia nieder, wo sie die deutsche Küche weiterhin pflegten. Die stetig mehr werden Immigranten prägten das Bild der deutschen Kultur in den Staaten. Bier, Sauerkraut und Bratwürste waren das, was Amerikaner mit Deutschland verbanden. Im 19. Jahrhundert lebten die deutschen Einwanderer New Yorks überwiegend in einer eigenen Straße: dem Sauerkraut Boulevard.

Die Assoziation von Kraut mit Deutschland war geschaffen. So kam es, dass Amerikaner und Briten den Ausdruck „Krauts“ im Ersten und Zweiten Weltkrieg als Schimpfwort für Deutsche benutzten.

Zudem haben deutsche Dichter zum Ruhm des Sauerkrauts beigetragen. Eine leicht ironische Ode an das Sauerkraut schrieb Ludwig Börne in seinen „Vermischten Aufsätzen“: „Das Sauerkraut ist ein echt deutsches Essen; die Deutschen haben es erfunden und lieben und pflegen es mit aller Zärtlichkeit.“ Auch für Heinrich Heine hatte das Sauerkraut einen besonderen Stellenwert, weshalb es in „Deutschland. Ein Wintermärchen“ die folgende Hommage fand: „Der Tisch war gedeckt, hier fand ich ganz die altgermanische Küche, sei mir gegrüßt mein Sauerkraut, holdselig sein deine Gerüche […]“.

Zwar mag das Sauerkraut geschichtsträchtiger sein, es geht aber dennoch Hand in Hand mit seinem Begleiter: der guten, alten Bratwurst.


Bratwurst mit Sauerkraut – Das Rezept

Zutaten

für zwei Portionen

300 Gramm
Sauerkraut
50 Milliliter
Weißwein
100 Milliliter
Brühe
1
Zwiebel
1/2 TL
Kümmel
4
Bratwürste
Salz, Pfeffer, Pflanzenöl

Zubereitung

Röste die klein geschnittene Zwiebel in einem Topf kurz an. Gib das Sauerkraut gemeinsam mit dem Weißwein, der Brühe, dem Lorbeerblatt sowie Kümmel hinzu und lass das Ganze zugedeckt etwa 25 Minuten schmoren. In der Zwischenzeit kannst du die Bratwürste unter gelegentlichem Wenden langsam braten.

Typisch deutsch wird es mit scharfem Senf und Bier.

Holger
Wannabe-Hausmann

Holger ist ein Hausmann, wie er im Buche steht – wenn es von einem Anti-Hausmann handelt. Der charmante Chaot steht auf Rock, Motorräder und Whiskey. Selbstständigkeit, Homeoffice und Kundenempfang sei Dank, bewohnt er heute ein ansehnliches Zuhause. Seine neu erlernten Haushaltstipps für Faule gibt Holger nur zu gerne an euch weiter.

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