got(t) dessert?

Himmlische Marshmallows und sündhaft gute Brownies
got dessert?
Frische, fruchtige, klebrig weiche Marshmallows in den Sorten Schwarze Johannisbeere, Himbeere und Passionsfrucht warten in der Form darauf, in kleine, mundgerechte Happen zerteilt zu werden. Ganz ehrlich – ich könnte auch direkt ein ganzes Blech der fluffigen Glücklichmacher verdrücken! Foto: Stacey Horn

Sweets for my Sweet!

„got dessert?“ heißt, frei aus dem Englischen übersetzt, ungefähr sowas wie „Haste Nachtisch?!“ – eine Frage, die ich persönlich zwar oft bejahen kann, trotzdem aber niemals Nein sagen würde zu einem weiteren Nachschlag vom Nachtisch. Muss jetzt auch gar nicht mal unbedingt explizit zum Nachtisch sein. Geht auch zwischendurch. Oder zum Frühstück. Oder als Betthupferl.
Das Dessert ist auf jeden Fall eine der wichtigsten Mahlzeiten des Tages und die Frage, ob man denn schon welches hatte, somit eine höchst legitime.

Sehr sympathisch also auch die Idee, eine kleine, feine Süßigkeiten-produzierende Firma „got dessert?“ zu nennen. Da weiß man als zuckersüchtiger Konsument doch sofort, um was es geht, fühlt sich verstanden, willkommen und aufgehoben.
Und ja, eines direkt vorneweg: bei „got dessert?“ geht es um Zucker. Viel Zucker. Und Erdnussbutter. Karamell. Schokolade. Klebrig-geilen Süßkram, wie er süßer kaum noch sein kann.

Eine Amerikanerin in Berlin

Stacey Horn
Die Königin der Marshmallows, Stacey Horn, in ihrer Backstube in Friedrichshain

Die Einleitung und das erste Foto oben haben ja schon ein wenig gespoilert, ihr ahnt es vermutlich schon: Marshmallows stehen heute auf der Speisekarte. Und Chocolate-Bourbon-Vanilla-Fudge. Salted Butter Caramel und Raspberry Lime Curd. Und Walnut Shortbread. Alles sehr mächtig und süß, köstlich den Mund verklebend, mit Suchtpotential.
Oder in anderen Worten: Amerikanisch.

Denn die Meisterin der süßen Treats ist die Amerikanerin Stacey Horn. Aufgewachsen in New Orleans, mit einem akademischen Umweg über Louisiana, landete sie Mitte der 90er Jahre in San Francisco, genoss den Sonnenschein und fertigte – nein, keine Cupcakes oder Bonbons, sondern – Zimmerbrunnen.

Und dann passierte, was so oft im Leben passiert: Die Liebe lief ihr über den Weg. Und da die Liebe nicht aus Los Angeles oder Santa Barbara direkt in ihr Herz spazierte, sondern aus Berlin, Germany, packte die Zimmerbrunnenbauerin ihre sieben Sachen und zog in die deutsche Haupstadt.

Seit fast 20 Jahren lebt und liebt sie nun schon in Deutschland, ist Mutter eines 12jährigen Sohnes, und kann sich nicht vorstellen, Deutschland noch einmal gen USA zu verlassen.

Doch abgesehen von den warmen Temperaturen gab es noch etwas, das der talentierten Hobbybäckerin in Deutschland fehlte: amerikanische Süßigkeiten. Reeses Peanutbutter Cups hat sich vermutlich jeder von uns schon mal aus den USA mitbringen lassen und hat so eine ungefähre Vorstellung davon, wie die Ami-Plombenzieher schmecken. Süß und gehaltvoll nämlich, nach ein paar Bissen ist Stop, der Zuckerschock droht. In anderen Worten: GEIL.

Nun ist Stacey also in Deutschland, vermisst die köstlichen Leckereien, und fängt an zu experimentieren, zu backen, zu rühren und zu mantschen.
Und das natürlich in Bio-Qualität, denn wenn schon süß, dann wenigstens mit gutem Gewissen und ohne Mineralöle im Kakao.
Über Jahre versorgt sie ihren ganzen Freundes- und Bekanntenkreis mit ihren Zuckerwerken, feilt an ihren Rezepten, und wagt sich schließlich an ihre ersten Marshmallows – ein voller Erfolg!

Und zwar gleich so sehr, dass eine befreundete Ladenbesitzerin regelmäßig Staceys Köstlichkeiten für ihr Geschäft ordert.
Die überzeugende Qualität und der besondere Geschmack sprechen sich schnell herum. Immer mehr Läden in Berlin bieten die sorgfältig von Hand gefertigten Süßigkeiten von „got dessert?“ an. Die Kinder aus der Nachbarschaft kommen am Wochenende rum und investieren ihr Taschengeld in Marshmallows, der Onlineshop ist da, und Stacey hat mittlerweile einen festen Platz auf dem Berliner Naschmarkt in der Markthalle Neun – wer Berlin und seine Foodszene kennt, weiß, dass das einem kulinarischen Ritterschlag gleich kommt.

Auf dem Berliner Naschmarkt habe ich Stacey’s Marshmallows übrigens auch das erste Mal entdeckt, vernascht und beschlossen, euch von ihr und ihren süßen Delikatessen zu berichten.

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Noch mehr Marshmallows. Jetzt bereits in Haps-und-Weg-Größe. Foto: Stacey Horn

got dessert? – Von Marshmallows, Shortbread, Fudge und Curd

Ein glücklicher Zufall, dass wir beide in Berlin sind, und so habe ich eine Mail Richtung Friedrichshain geschickt und mich kurze Zeit später, auf persönliche Einladung hin, auf zur Backstube gemacht.

Durch die große Fensterfront kann man einen ersten Blick ins Allerheiligste erhaschen, das Schaufenster ist voller Süßigkeiten, und obwohl es kein Ladengeschäft, sondern eine Backstube ist, verkündet ein fröhlicher Zettel im Fenster, dass man bei akuten Gelüsten gerne klingeln darf, um an ein Tütchen Marshmallows zu kommen. Ich klingele also, die Tür geht auf, und noch bevor ich Stacey’s strahlendes Lächeln erblicke, umströmt mich ein atemberaubend guter Duft nach frisch gebackenem Kuchen, nach Karamell und allerhand undefinierbaren Leckereien.

Ungefähr so müssen sich Hänsel und Gretel vorm Lebkuchenhaus gefühlt haben!

Wir werfen einen kurzen Blick in die Backstube, die sich Stacey mit drei anderen Zuckerbäckern teilt: die Knalle Popkornditorei, die feinstes Gourmetpopcorn fertigt, Backflasch mit ihren, von Berliner Plätzen inspirierten, Backmischungen in der Flasche, und SüßMery, eine quirlige Italienerin, die ich bereits von einem anderen Job kenne. Lustiger Zufall! Kurzes Vorstellen in den Rest der Runde, tiefes Einatmen und Aufsaugen des köstlichen Duftes mit allen Sinnen, dann bekomme ich einen verdammt guten Cold Brew Kaffee, und Stacey und ich verkrümeln und ins ruhigere Büro zum Interview.

Die Zeit vergeht wie im Flug, ich erfahre von San Francisco und den Zimmerbrunnen, ersten Marshmallow-Versuchen und Geschmacksexperimenten. Denn wenn es an neue Produkte oder weitere Varianten für „got dessert?“ geht, vertraut die Amerikanerin immer noch am liebsten sich selbst. Nie würde sie eine Zutat verwenden, eine neue Sorte ins kulinarische Portfolio aufnehmen, wenn diese ihr persönlich nicht schmecken würde. Und erst, wenn sie selbst überzeugt ist, dürfen Freunde und Kollegen, Kind und Kegel probieren, ihre Meinung dazu abgeben, es wird verköstigt und beraten, und den Desserts der letzte Schliff verliehen.
Das ist übrigens auch der Grund, warum man bei „got dessert?“ cleane Produkte vergeblich sucht. (Ok, bis auf ein oder zwei. Es gibt eine Sorte glutenfreie Brownies und ein veganes Fudge. Beide sind eher zufällig entstanden und nicht bewusst vegan/glutenfrei entwickelt worden.)
Ordentliches Lemon Curd schmeckt einfach nicht ohne echte Eier und richtige Butter, und Marshmallows brauchen nun mal Gelatine, um weich und fluffig zu werden – die Experimente mit Agar Agar haben niemanden überzeugt.

Lemon Curd
Süßes Glück im Glas: Lemon Curd, Raspberry Lime Curd, Bailey Caramel Creme und Salted Caramel Creme. Foto: Stacey Horn

Tja, und nun, nun steht Stacey also jeden Tag in der Backstube, kreiert ihre süßen Delikatessen, immer frisch, von Hand, in kleinen Mengen, mit ganz viel Liebe und aus hochwertigen, biologischen Zutaten, um uns und die Welt mit ihren einzigartigen Köstlichkeiten, Stück für Stück, ein wenig glücklicher zu machen.

Ich bin mir sicher, mittlerweile läuft euch vom Lesen schon das Wasser im Munde zusammen. Was für ein glücklicher Zufall, dass Stacey einen Gutscheincode für ihren Onlineshop vorbereitet hat, mit dem ihr wunderbare 10% auf all die feinen Dinge bekommt.

Doch das ist noch nicht alles: Stacey hat uns das Rezept für ihre michelinsternverdächtige, legendäre Lemon Curd Tart mitgegeben. Aber Psssst, das Rezept ist so himmlisch lecker, dass es fast schon verboten gehört – also ganz unauffällig hier entlang und dann nichts wie ran an die Rührschüssel!

Sibylle
Rotkäppchen

Hat einen Faible für schöne, unnütze Dinge – und ist somit bei Zitronenzauber zuständig für Deko und Interior, Lifestyle und ästhetisches Allerlei. Ihre andere große Leidenschaft: Essen. Also Essen essen. Und Essen machen. Und drüber schreiben. Yum. Geht immer: Bier, Käse und Schokolade. Flamingos. Überhaupt alles was Rot ist. Reisen. Riesenräder. Geht gar nicht: Bananen. Winter und kalt. Bananen. Und Bananen.

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